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Nach großen Erfolgen mit seiner Band XIT in den 70iger Jahren entschied sich Sänger Tom Bee, ein Label zu gründen. Mit Sound Of America Records hatten die Künstler indianischer Abstammung
endlich eine Plattform ihre Musik zu präsentieren. An dieser Stelle möchte ich euch dieses Label vorstellen, denn es hat sehr viel zu bieten. Als ich vor kurzem in Albuquerque, New Mexico weilte, traf ich mich mit Tom
Bee in seinem Office. Ich war total nervös, denn wann trifft man schon mal einen Künstler, von dem man schon seit mehr als 3 Jahrzehnten ein großer Fan ist.
Nach einigen Enttäuschungen entschied sich Tom Bee
1989 das Lager vom Musiker zum Label zu wechseln. Was war genau der Grund für die Gründung von Sound Of America Records (SOAR)? - Ich hatte im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Musik von indianischer Musik
eigentlich nur in Trading Posts erhältlich war. Es war eigentlich nur eine Musik für die Reservation. Mit diesem Fakt war ich sehr unzufrieden, denn in „normalen“ Läden war die Musik nicht zu kaufen. Das wollte ich mit
der Gründung von SOAR ändern.
Es gab damals ja auch die Musik nur auf Tape zu kaufen. - Richtig und wir waren das erste Label, welches die Musik auch auf CD bannte. Das brachte uns sehr viel, denn von
da an konnte man die Bands auch in den Plattenläden kaufen. Wir haben damals die Türe geöffnet für alle Bands und es folgten kurz darauf noch mehrere Labels, die den gleichen Weg gingen. Somit war die Musik, sei es
traditionelle oder auch „moderne“ Musik, wie Rock oder Pop, für jeden käuflich zu erwerben. Ich legte zudem auch noch sehr viel Wert auf ein gutes Cover-Artwork und natürlich eine gute Produktion.
Es sollte aber noch mehr folgen. - Genau, denn wir mussten unsere Veröffentlichungen natürlich auch promoten. Dies geschah dann in Native-Indian-Magazinen, in Cowboy-Native-Indian Magazinen und natürlich auch in
der normalen Presse, die auf einmal Interesse bekundeten. Das war schon ein richtig guter Erfolg, denn wir waren wirklich die ersten, die es geschafft hatten in der Presse Beachtung zu finden.
Nun wurde also alles richtig professionell promotet. - Das war mir auch sehr wichtig, denn ich komme auch aus einem professionellen Umfeld, denn ich habe über 8 Jahre mit Motown zusammen gearbeitet. Ich habe in
dieser Zeit viel gelernt, aber ich wollte auch nicht die Fehler machen, die manche Major-Labels leider heute machen, nämlich gegen Bands zu arbeiten. Vor allem war mir wichtig die unterschiedlichsten Musikrichtungen an
Bord zu holen. So gibt es heute traditionelle Musik, Rap, Rock oder auch Hip Hop, denn genau diese Richtungen reflektieren doch die heutige Zeit.
Man kennt doch das Geschäft und im Grunde schauen die
Majorlabels eigentlich mehr nach dem Geld was sie verdienen können. - Das ist richtig und noch ein Grund kommt dazu, dass das weiße Amerika nicht interessiert ist an Native-Indians. Deswegen war das auch noch ein
Grund für mich dieses Label zu gründen, damit diese Musiker überhaupt eine Plattform haben. Das Business befindet sich auch in einem großen Umbruch, denn durch die digitalen Aufnahmen haben sich Möglichkeiten ergeben,
an die man vor Jahren nie gedacht hat. Schau dir doch nur die großen Music-Stores, wie z.B. Tower Records an, alle schließen, weil sie einfach keine CD´s mehr verkaufen. Die Leute laden sich die Musik lieber über das
Internet auf ihren Computer. Das ist natürlich nicht so gut für die Majorlabels, denn sie verdienen Unmengen an Geld.
Es ist ja auch einfacher sich die Songs aus dem Internet downzuloaden. Das finde ich auch
ziemlich gut bei SOAR, denn man kann sich entweder das komplette Album bestellen oder man lädt sich die favorisierten Songs einfach auf den Computer und stellt somit seine eigene CD zusammen. Preiswerter ist es zudem
auch noch. - Das ist richtig und ich merke heute, dass Leute zwischen 6 und 60 Zugriff auf solche Downloadplattformen machen. Sie wollen selber entscheiden, welche Musik zu Hause in ihrem Player läuft. Das wird
in Zukunft auch noch mehr werden, denn die CD-Preise sind einfach zu hoch. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass die Musik-Industrie in den nächsten 10 Jahren sich immens verändern wird.
Jetzt aber noch mal zur
Geschichte von Sound Of America Records. Nach der Gründung kam erst ein Vertrieb dazu und dann auch noch ein eigenes Studio. War der Grund für dieses Studio, dass auch unbekannte Bands eine CD aufnehmen konnten oder gab
es andere Gründe? - Das größte Problem war, dass viele sich nie mit traditioneller indianischer Musik auskannten. Ich habe zwar einen Background der im Rock angesiedelt ist, aber ich liebe auch die traditionelle
Musik. Ich sehe es mehr als Hilfe für die traditionelle Musik an, die ich den Bands biete. Dieses Studio erfreut sich auch regen Interesses von Seiten der Bands. Sie wissen, dass ich sehr offen bin für Musik.
Aber genau das ist der Trugschluss, denn viele Leute mögen diese traditionelle Musik, aber die Labels kümmern sich einfach nicht darum. - Das ist genau der Punkt, die traditionelle indianische Musik wird einfach
verleugnet. Sie ist für viele uninteressant. Ich sehe aber heute wie viele Leute interessiert sind an solcher Musik. Aus Europa kommen so viele Anfragen und Bestellungen, es ist einfach unglaublich. Das beste Beispiel
dafür ist das Album „Sacred Spirit“, welches sogar das Interesse von einem europäischem Majorlabel weckte. Wir verkaufen zwar nicht Millionen von CD´s wie es die Majorlabels machen, aber das ist auch nicht unser
Hauptziel gewesen. Das Wichtigste für uns war, dass wir auch im freien Verkauf erhältlich sind und nicht mehr im Underground oder auf Märkten.
Unter dem Banner Sound Of America Records gibt es 5 verschiedene
Labels. Warum hast du den unterschied gemacht? Bezieht der sich auf die unterschiedlichen Musikrichtungen? - Es steht für unterschiedliche Musikrichtungen und auf diese Idee hat mich Motown gebracht. Sie haben
dies auch so praktiziert. Bei denen lief das aber ein wenig anders, denn sie hatten oft mehrere Veröffentlichungen am gleichen Tag und wenn diese Alben dann zur gleichen zeit zu den Radiostationen geschickt wurden, gab
es schon mal Komplikationen. Der Grund warum ich das so handhabe ist der, man kann so die unterschiedlichen Richtungen sofort erkennen. Am Anfang habe ich alles über SOAR veröffentlicht, aber ich dachte mir, dass es
doch besser wäre verschiedene Labels zu gründen. Die Labels im Einzelnen sind Natural Visons für instrumentale und New Age-Musik. Dann gibt es Warrior Records für Rap, Hip Hop und Rock, Dakota Records steht für Kinder
und gesprochene Worte und auf Red Sea Records werden Gospelalben veröffentlicht. Das spiegelt auch die Vielfalt der Indianer wider, denn viele denken heute noch, dass wir Schmuck herstellen, Körbe flechten, Teppiche
knüpfen und indianische Musik spielen. Die Zeit ist aber vorbei, denn diese Leute müssen auch langsam realisieren, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Das war doch ein gutes Schlusswort, denn es gibt wirklich noch
Leute die so denken. Mit diesem Label wird ein solches Vorurteil aber gottlob entkräftet, denn wenn man auf www.soundofamerica,com vorbeischaut, sieht man
welche Vielfalt einem geboten wird. Das vor allem zu einem mehr als fairen Preis und viele Fans sollten doch darüber nachdenken, ob sie nicht sofort über die Homepage entweder die komplette CD ordern oder ihre
Lieblingstitel auf den Computer speichern und somit eine eigene CD erstellen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Tom Bee bedanken, dass er die Zeit für mich hatte. Mehr zu seiner Person könnt ihr in einem
Interview zu seiner Person und natürlich über seine Band XIT erfahren, welches ich im Anschluss an dieses Gespräch noch führte. www.soundofamerica.com
Story: Gisela Zum Interview Tom Bee - XIT |