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HAREM SCAREM

Es ist eigentlich eine Schande, dass man von einer solch genialen band erst so spät etwas erfährt. Irgendwie sind die Kanadier HAREM SCAREM in den letzten Jahren an mir vorbeigegangen. Obwohl sie schon ca. 20 Veröffentlichungen in Japan und Kanada auf den Markt gebracht haben, kennen die Wenigsten die Band. Das soll sich jetzt aber ändern, denn mit dem Labelwechsel zu Frontiers kommen wir auch in den Genuss einer Band, die wirklich Ihresgleichen sucht. Mit Sänger Harry Hess versuchte ich die Geschichte ein wenig aufzuarbeiten.

Ihr habt ja in der Vergangenheit nicht allzu viele Alben in Europa veröffentlicht.

– Das ist richtig, denn unsere Plattenfirma Warner veröffentlichte nur zwei Alben in Europa. Man konnte die restlichen Alben nur über Import erhalten. Es war für eine Newcomerband damals auch nicht ganz einfach, denn es ist von Land zu Land mit der Akzeptanz sehr unterschiedlich. Deswegen legte die Plattenfirma ihr Hauptaugenmerk mehr auf Japan und natürlich Kanada.

Es ist aber eine Schande, dass uns ein solches Material erst so spät präsentiert wird, denn nach so vielen Veröffentlichungen, von Studioalben über Live und Best-Of-Scheiben war es wirklich langsam an der Zeit, uns auch mit tollen Songs zu verwöhnen. Hast du die genaue Zahl im Kopf.

– Es waren so viele, aber ich denke, dass es fast 25 Alben waren. Genau kann ich es gar nicht mehr sagen, denn es befanden sich unter den Veröffentlichungen auch akustische Sachen, B-Side-Collections und ebenso wurden die Alben mit unterschiedlichen Songs von Land zu Land veröffentlicht. Das ist auch der Grund dafür, dass ich ein wenig den Überblick darüber verloren habe.

In der Vergangenheit haben HAREM SCAREM gerne mit ihrem Sound gespielt. Das soll heißen, dass sie mit straightem und powervollem Hardrock angefangen haben, der sich dann über melodischen Hardrock zum Melodic-Rock wandelte. Nun haben sie mit ihrem neuen Album ´Weight Of The World´ wieder zu ihren Anfangstagen zurückbesonnen. Ist der Grund dafür, dass ihr die Songs so schreibt, wie ihr euch gerade fühlt, also sehr emotionell?

– Das auf jeden Fall, aber es geschieht eher unbewusst. Durch die ganzen Songs, die wir bis jetzt schon geschrieben haben, war es natürlich klar, dass wir uns immer weiter entwickelten. Natürlich spiegeln sich gewisse Stimmungen in den Songs wider. Auch schlägt zu Buche, dass wir immer mehr gewachsen sind und das eben nun das Songmaterial ist, welches uns im Moment am besten charakterisiert.

Trotzdem ist die Melodik der wichtigste Part für dich und Pete.

– Das in jedem Fall, denn ein Song sollte Harmonie ausstrahlen. Darauf legen wir sehr viel wert. Zudem darf ein Song nie an Lebendigkeit verlieren.

Das sind ja auch die Pluspunkte auf ´Weight Of The World´, denn die melodischen Elemente, die so exzellent mit Harrys Stimme gepaart wurde, stehen vollkommen im Einklang. Das Album, welches am 25. März das Licht der Welt erblickt ist ´Album des Monats´ im Rockhard geworden. Was habt ihr empfunden, als ihr dies erfahren habt?

– Mir war am Anfang gar nicht bewusst, um welches Magazin es sich handelt. Da ich aber jetzt weiß, dass es eines der größten Magazine in Deutschland ist, bin ich natürlich sehr stolz darauf und hätte nie für möglich gehalten, dass so etwas eintreffen würde. Es hat uns sehr gefreut.

Kommen wir doch zurück zu den Songs. Einer meiner Favoriten ist das Stück ´This Ain´t Over´. Es erinnert mich sehr stark an QUEEN.

– Freddie Mercury war auch einer meiner Lieblingssänger. Da wir sehr große Fans von Queen sind, befinden sich auch in unseren Songs Elemente dieser Band wieder.

Das Album trägt den Titel ´Weight Of The World´. Warum habt ihr euch für diesen Titel entschieden und hat dieser eine spezielle Bedeutung für euch?

– Eine spezielle Bedeutung steckt nicht hinter dem Titel. Wenn man ein Album fertig gestellt hat, kommt immer die Frage nach dem Titel auf. Man nimmt einen Song heraus, weil er den Sound sehr gut reflektiert. So ist es jedenfalls bei uns. ´Weight Of The World´ ist nur ein Titel und mehr nicht. Obwohl man in diesem Titel einiges hinein interpretieren kann, denn nach dem Anschlag am 11. September auf das World Trade Center mag dieser Satz doch einiges an Bedeutung dazu gewonnen haben. Trotzdem ist es nur ein Titel von einem Album, aber es klingt doch gut, oder?

Da muss ich Harry Recht geben, denn man kann sich doch einiges bei diesem Titel vorstellen. Obwohl ich viel negatives, nach dem Anschlag im September, verspürt habe, muss ich doch feststellen, dass die Songs von HAREM SCAREM sehr viel Positives ausstrahlen. Ich denke, dass es wichtig ist positiv zu denken.

– Absolut und in unseren Songs wollen wir nur positives verarbeiten, denn das Leben ist doch viel zu kurz um sich mit zu vielen Problemen zu belasten. Man muss ab und an auch mal alles vergessen können.

Das ist ja auch einer der Hauptgründe für die meisten Leute, sie wollen für eine Weile, durch die Musik, ihre Probleme vergessen.

– Vollkommen richtig und wir versuchen das unsere dazu beizutragen.

Was sind eigentlich die Unterschiede zwischen dem japanischen und dem kanadischen Musikmarkt`

– Der Markt in der Welt ist sehr unterschiedlich. Hier in Kanada und in Amerika sieht es ziemlich gleich aus. Der japanische Markt unterscheidet sich vom japanischen sehr stark vor allem in der Hinsicht, dass die Fans dort unersättlich sind. Wenn sie eine Band mögen, dann mögen sie die Band für immer. Ich denke, dass es ein klein wenig auch so in Deutschland ist, aber ein japanischer Fan gibt nicht eher Ruhe, bis er alles auf CD oder Vinyl hat. Solche Treue wie sie in Japan uns entgegenströmt, gibt es selbst in Kanada nicht.

Dann wünschen wir HAREM SCAREM, das es ihnen auch bei uns so geht und sie vor allem bald live begutachten kann. Wer neugierig ist sollte die Homepage besuchen unter:

www.haremscarem.net

Story: Gisela

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