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SCHANDMAUL

SCHANDMAUL, die Senkrechtstarter aus Bayern erfreuen uns mit ihrem neuen Album ´Narrenkönig´. Wesentlich direkter sind die neuen Songs ausgefallen. Die mittelalterlichen Klänge, gepaart mit einer guten Dosis Power, rocken ganz gut ab. Seit ihrem letzten Album ´Von Spitzbuben Und Halunken´ hat sich einiges, nicht nur in Bezug auf die Songs, geändert. Was sich so alles getan hat, werden wir nun von Sänger Thomas Lindner erfahren.

Eure Musik wird als schelmischer Mittelalterrock bezeichnet. Wer hat eigentlich diesen Namen erfunden?

– Diese Bezeichnung hatten wir am Anfang für unsere Musik gehabt, denn im Gegensatz zu anderen Bands in diesem Gehege, war unsere Musik doch immer sehr schelmisch ausgelegt. Mittlerweile hat sich dies aber ein wenig geändert, dass man es in Mittelalter-Folkrock umändern kann.

Ihr schreibt und singt eure Lieder in Deutsch. Ist dies oberste Priorität bei euch?

– Ich würde sagen ja, denn ich habe auch in den vorherigen Bands alles in Deutsch gesungen. Ich bin auch der Meinung, dass ich persönlich die Geschichten nur in Deutsch verfassen kann, denn  erstens ist es meine Muttersprache und zweitens versteht man bei Livekonzerten im Grunde noch weniger in Englisch, wie vielleicht noch auf CD, denn dort hat man immer noch ein Booklet zur Hand. Mir ist es auch sehr wichtig, die Stimme nicht als Musikinstrument, sondern als Sprachrohr zu nutzen. Und ist es wichtig, dass wir Geschichten mit Hintergrund verfassen und diese sollen für jeden, bei einem Konzert, verständlich sein.

Dass die Zuschauer mitsingen, kann man bei den Konzerten von SCHANDMAUL sehr gut verfolgen, denn beim Auftritt auf dem Mülheimer Castle Rock, fungierten die Zuschauer als riesiger Backgroundchor. Kommen wir doch einmal zu eurem Namen. Wie kamt ihr auf den Namen SCHANDMAUL?

– Es gibt nichts Schlimmeres als einen Bandnamen zu finden. Man sitzt in der Kneipe und macht ein Brainstorming nach dem anderen. Im Endeffekt kommt aber nichts Gescheites dabei herum. SCHANDMAUL war am Anfang nur ein Projekt, oder besser gesagt nur für ein Konzert geplant. Wir wollten eigentlich nur für ein Konzert etwas Neues ausprobieren. Das heißt, mit neuen Instrumenten und mit einer Bandzusammensetzung, die sich aus verschiedenen Bands formierte. Wir haben bei diesem Konzert auch nur Coversongs gespielt, wir wollten eben nur probieren. Aber dies wurde uns langweilig und somit setzten wir uns hin und komponierten Songs. Somit war eigentlich der Stil der Band kreiert worden. Dann stellte sich die Frage nach dem Namen. Da wir uns auf mittelalterlichem Terrain bewegten und uns immer der Ruf des Hofnarrens nachlief, dachten wir, dass der Name SCHANDMAUL eigentlich mehr als passend war. Dieser Hofnarr gibt es ja auch auf unseren Booklets immer wieder zu sehen. Die Verbindung SCHANDMAUL zum Hofnarren ist ja auch in diesem Sinne gegeben, weil er ja auch nie ein Blatt vor den Mund nahm und wir machen dies ja in unseren Geschichten auch nicht.

Jetzt erklärt sich auch der Titel des Albums ´Narrenkönig´. Wenn ich mir die neuen Songs anhöre, kommt mir alles sehr spontan vor. Ist dies ein wichtiger Punkt in eurem Songwriting?

– Wir arbeiten beim Songwriting immer aus dem Bauch heraus, denn es ist besser als Songs zu konstruieren.

Ihr seid ja auch schon lange dabei und nachdem ihr auch in den unterschiedlichsten Bands und mit einen unterschiedlichen Background nun zusammen musiziert, macht diese Tatsache ein Songwriting nicht um ein Vielfaches schwieriger?

– Im Gegenteil, den im Gegensatz zur Anfangsphase sind wir mittlerweile ein eingespieltes Team. Es ist eine richtige Teamarbeit geworden, wo einer mit einer Idee in den Proberaum kommt, trägt diese bei Lagerfeuerstimmung in SCHANDMAUL-Manier auf der Gitarre vor und bei dem Rest der Band sprudeln sofort die Ideen. So kommt es dann, dass in dem riesigen Topf, der in der Mitte steht, jeder seine Ideen hineinspucken kann und aus diesen ganzen Ideen wird zusammen denn der neue Song fertig gestellt. Am Anfang hat dies noch ein wenig gehakelt, aber mittlerweile Ist dieser Weg, der einzigste für uns begehbare Weg, denn somit bekommen wir alle Ideen unter einem Hut. Bei uns gibt es auch diesbezüglich heute keine großartigen Diskussionen mehr beim Songwriting, denn jeder ist zufrieden mit dieser Vorgehensweise.

Ich habe ja die letzte ´Von Spitzbuben und anderen Halunken´ und die neue ´Narrenkönig´ einmal ein wenig miteinander verglichen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ´Narrenkönig´ wesentlich druckvoller ausgefallen ist.

– Ich würde sagen, sie ist mehr auf den Punkt ausgefallen. Das kommt wohl daher, dass wir auf ´Narrenkönig´ mit externen Produzenten gearbeitet haben. Es war für uns eine total positive Erfahrung für uns. Nachdem wir uns genug im Proberaum ´herumgezankt´ hatten, dachten wir, dass die Songs fertig sind. Im Studio kam dann aber alles anders, denn man zeigte uns Wege, dass eine Rocknummer jetzt wirklich rockt, eine Ballade nun mehr Seele hat und bei einem mittelalterlichen Stück fühlt man sich direkt um einige hundert Jahre zurückversetzt. Die Songs wurden eben auf den Punkt gebracht.

Ihr wart ja in diesem Jahr auf dem Live-Sektor sehr aktiv. Ihr habt ja auch eine Menge Open Airs absolviert und bei einigen sind euch auch kuriose Sachen widerfahren. So z.B. In Hanau, wo ihr im Stau gesteckt habt und 4 Stunden zu spät gekommen seid?

– Die Leute waren zu Anfang sehr „begeistert“. Wir haben ja auch den ganzen Rahmen von diesem Open Air gesprengt. Wir wurden dann hinten an die Running Order gesetzt. Einige Leute waren ziemlich sauer, weil diese gerne den Heimweg lieber etwas früher angetreten hätten. Wir waren da auch nicht glücklich darüber, aber wir konnten leider nichts daran ändern. Das Konzert war aber letztendlich doch noch sehr gut und die Leute hatten dann glücklicherweise auch ihren Ärger vergessen.

Ihr habt ja auch an einem Tag zwei Shows absolviert. Steigert dies nicht den Adrenalinspiegel ins Unermessliche?

– Es war schon richtig stressig, denn das Ganze Auf- und Abbauen und dann wieder Ein- und Ausladen hat uns ganz schön fertig gemacht. Am Abend waren wir ganz schön fertig. Ich muss dies nicht jedes Mal haben, aber ab und zu ist es ganz schön witzig, vor allem, wenn man denn einen guten Anklang findet und die Leute gut mitgehen.

Die Auftritte haben ja sowieso seit 2001 sehr stark zugenommen. Wie kommt ihr damit zurecht?

– Die Freizeit leidet natürlich extrem darunter, aber auf der anderen Seite ist dies auch ganz toll, denn wofür machen wir denn sonst Musik, doch eigentlich, damit wir den Leuten unsere Musik live präsentieren.

Dem kann ich nun nur noch hinzufügen, dass im Oktober die neue Tour zum Album ´Narrenkönig´ startet und sie auch mit Sicherheit in eurer Nähe halt macht. Verpasst sie nicht, denn euch entgeht einiges. 

www.schandmaul.com

Story: Gisela

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