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PRETTY MAIDS

20 Jahre PRETTY MAIDS

Wie die Zeit vergeht. Man erinnert sich noch, als wäre es noch gar nicht lange her an Songs wie „Future World“ oder „Red Hot And Heavy“. Jetzt ist es endlich vollbracht, denn seit 20 Jahren sind die hübschen Mädels präsent und erfreuen uns immer wieder mit kraftvollen Alben und den dazu gehörigen tollen Songs. Anlässlich dieses Festtages und der dazugehörigen Best-of-Scheibe ließ ich es mir nicht nehmen mit Gitarrist Ken Hammer das nachfolgende Gespräch zu führen.

Zu allererst herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Jubiläum von PRETTY MAIDS. Ken, wie ist denn das Feeling in der Band nach einer solch langen Zeit?

– Das Feeling ist innerhalb der Band sehr gut, denn wir sind im Laufe der Jahre als eine große Familie zusammen gewachsen. Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben immer alles gegeben. Es gab natürlich auch Zeiten, wo es Probleme in der Band gab, aber die wurden diplomatisch gelöst.

Habt ihr eigentlich daran gedacht, als ihr PRETTY MAIDS gegründet habt, dass ihr euer 20-jähriges Bestehen feiern könnt?

– Das haben wir, denn wir haben immer an das geglaubt, was wir machen. Für mich persönlich war immer wichtig, dass ich was mache, was ich auch liebe und ich liebe im Grunde nur die Musik. Musik ist mein Leben und ich würde es für nichts in der Welt eintauschen.

Das ist ja auch der entscheidende Punkt bei einer Band, denn wenn einem etwas am Herzen liegt, kann man nur das Eine machen.

– Ich mache auch das was ich liebe und ich liebe was ich mache, etwas Schöneres kann es gar nicht geben.

Das tut richtig gut, solche Sätze zu hören, denn mittlerweile, wenn man sich die Casting-Shows anschaut, wird doch fast alles nur noch für Geld gemacht.

– Wir haben es uns abgewöhnt, Musik für Geld zu machen, denn es werden immer wieder neue Trends geschaffen. Ich kann aber nur so zufrieden sein, wenn ich das mache, was mir wirklich am Herzen liegt. Wir würden auch nie irgendwelchen Trends hinterher laufen. Wenn wir dies machen würden, hätten wir unser Gesicht verloren. Wir leben für den Rock´n Roll Spirit, denn er ist wie eine Droge für uns. Man kann einfach nicht damit aufhören.

Gibt es eigentlich einen der lustigsten Momente, die du bei deiner ganzen Zeit mit den PRETTY MAIDS erlebt hast?

– Das ist ziemlich schwierig, aber es gibt da eine Sache, die wirklich lustig war. Dies geschah bei den Recordings zu „Jump The Gun“, bei welchem ja auch Roger Glover zugegen war. Wir hatten so viel Spaß, dass wir uns heute noch totlachen können, über das, was damals alles passiert ist.

Kommen wir aber jetzt zu eurem Live-Album „Alive At Least“. Ihr habt ja nun mit XIII Bis Records ein neues Label im Rücken. War euer alter Vertrag beendet?

– Wir waren in vielen Punkten nicht so ganz zufrieden mit unserem alten Label Massacre. Wir haben eine große Fanbase in Frankreich, Holland, Italien und Spanien. Diese Fanbase hat sich in den letzten Jahren immer mehr aufgebaut und wir haben erst im letzten Jahr zum ersten Mal in Spanien gespielt. Das war das Problem bei unserem alten Label, wir hatten kaum Möglichkeit dort zu spielen, geschweige denn Platten zu verkaufen. Unser jetziges Label arbeitet da ganz anders, denn XIII Bis Records ist ein französisches Label. Somit sind wir jetzt schon präsenter in Frankreich. Auch ist die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern wesentlich besser, denn sie stehen voll und ganz hinter der Band.

Das ist doch überhaupt das Wichtigste, wenn ein Label hinter einer Band steht.

– Dazu haben sie auch Pläne mit uns, die sie auch mit Sicherheit verwirklichen, denn es ist ein genauer Zeitplan für den Release, die Promotion und auch eine Tour für uns entwickelt worden. Das haben wir in der Vergangenheit sehr stark vermisst.

In der heutigen Zeit ist es doch auch wichtig, dass ein Label modernere Wege geht.

– Ich möchte nicht schlecht über Massacre reden, denn wir hatten auch gute Zeiten gehabt. Das Wichtigste ist aber in der heutigen Zeit, dass man auch andere Wege sucht, eine Band nach vorne zu treiben. Hinzu kam auch noch, dass alles nicht mehr persönlich war.

Ihr wurdet mehr als Produkt gesehen, was Geld einbringen soll.

– Richtig, aber PRETTY MAIDS ist unser Baby, weswegen wir auch sehr vorsichtig mit diesem baby umgehen wollen, genauso wie mit unseren eigenen Kindern. Wir wollten einfach aus dieser Produktionsmaschine heraus, denn das Persönliche geht doch vor alles.

Ein Teil der Songs wurden auf eurer Tour im Jahre 2001 in Japan aufgenommen. Hattet ihr damals schon den Plan, für euer 20-jähriges Bestehen, dieses Material zu verwenden?

– Nein, aber wir nehmen immer schon mal Shows auf. Der Plan war eigentlich unseren Fans eine Scheibe zur damaligen Zeit zu geben, die so klingt wie Deep Purple´s „Made In Japan2. Dieses Album ist für mich bis heute eines der besten Scheiben überhaupt. Da kam es aber nicht zu und warum sollten wir jetzt, wo die Idee reif war nicht verwenden. Der Sound ist wirklich spitze und deswegen entschlossen wir uns auch dazu, einige Stücke davon zu nehmen. Der Rest von den Songs wurde, auf unserer letzten Tour, in Hamburg und Bochum aufgenommen. Zu dieser Zeit wussten wir aber auch, dass unser nächstes Album ein Live-Album sein wird. Die meisten Shows, waren wirklich überdurchschnittlich gut und da die Aufnahmen von Japan ebenfalls sehr gut waren, entschieden wir uns für diesen Mix aus Japan und Deutschland.

Was ich an eurem Album sehr mag, ist die Natürlichkeit, die ein Livealbum haben sollte. Was aber noch viel wichtiger ist, ihr habt ja mit „Screamin Live“ schon eine Livesache veröffentlicht, aber „Alive At Least“ ist nicht irgendeine Kopie des letzten Albums, denn ihr habt eine gute Auswahl an Songs getroffen, welche nicht auf dem Album vertreten waren.

– Das war uns auch sehr wichtig, denn den Fans muss ja auch etwas geboten werden. Es gibt zwar einige Stücke, die auch auf „Screamin Live“ vertreten sind, aber wenn sich diese nicht auf dem Album befunden hätten, wären die Fans traurig gewesen.

Der Sound ist auch sehr natürlich. Für mich besitzt das Album das richtige Live-Feeling. Es hört sich so an, als hättet ihr auf Overdubs und technische Hilfsmittel fast komplett verzichtet.

– 90% der Songs ist live, aber wir mussten an einigen Stellen, bezüglich der Stimme und einigen Gitarrenparts schon auf technische Hilfsmittel zurückgreifen.

War euch das wichtig, dass dieses Album wirklich live klingen sollte.

– Das auf jeden Fall, denn alles andere wäre Betrug an den Fans. Hinzu kam auch noch, dass wir die Mixings in einem kleinen Studio gemacht haben.

Es befindet sich wirklich 71 Minuten purer Sound auf dem Album und was will das Metal-Herz mehr. Werden diese Metal-Herzen denn auch in den Genuss kommen euch in Kürze live zu sehen?

– Wir werden einige Festivals im Sommer spielen, aber geplant sind einige Weihnachtsshows, die uns dann auch nach Deutschland bringen. Wir möchten nämlich auch, bis zu diesem Zeitpunkt unsere Live-DVD fertig haben. Unser Plan ist es, diese im Oktober oder spätestens im November zu veröffentlichen. Dann haben wir mehrere gute Gründe auf Tour zu gehen.

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, außer, dass ich mich riesig auf die Christmas-Shows von PRETTY MAIDS freue. Vielleicht spielen sie im Sommer auch noch einmal in unserer Nähe.

http://www.prettymaids.dk

Story: Gisela

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