THERAPY?
Mit einem neuen Label im Rücken veröffentlicht die irische Band THERAPY? ihr nunmehr sechstes Album. Auch nach den ganzen Alben ist das Feuer in ihnen noch nicht verloschen, mehr noch, es lodert wieder mächtig auf. Zum Album und zu anderen wichtigen Dingen stand mir Sänger und Gitarrist Andy Cairns Rede und Antwort.
Schon beim ersten Anhören bemerkte ich, dass die Songs wesentlich frischer ausgefallen sind, als das ältere Material. Liegt der Grund darin, dass ihr einen Besetzungswechsel mit Drummer Neil Cooper vorgenommen habt?
– Das ist mit Sicherheit ein Grund, denn unser alter Drummer war mehr ein akustischer Drummer, der mehr den Sound von Bands wie Coldplay oder Travis innehatte. Er hat auch jetzt eine neue Band gegründet, die den gleichen Sound spielt. Neil Cooper, unser neuer Mann, ist ein alter Freund von uns. Er hat in den 90iger Jahren in einer Band gespielt, welche The Beyond hießen. Er hat uns wirklich einen großen Schub an Energie verpasst.
Diese Energie verspürt man richtig auf dem Album. Der Sound ist wesentlich direkter ausgefallen und geht mehr zu den Wurzeln von THERAPY? zurück.
– Das finde ich auch, denn bei den letzten beiden Veröffentlichungen Haben wir doch sehr viel herum experimentiert. Wir haben auf diesen beiden Scheiben mit Musik gearbeitet, welche im Grunde nicht zu THERAPY? gepasst haben. Wir haben auch bei „High Anxiety“ versucht die Produktion so natürlich wie möglich zu halten. Wir wollten einfach kein überproduziertes Album aufnehmen.
„High Anxiety“ ist ja nun euer erstes Album für euer neues Label Spitfire. Seid ihr zufrieden, dass ihr diesen Schritt gemacht habt?
– Das auf jeden Fall, denn wir haben jetzt einen weltweiten Deal mit Spitfire. Das Wichtigste für uns ist aber, dass unser Label auch hinter uns steht. Sie respektieren das, was wir machen und das ist in der heutigen Zeit ja fast gar nicht mehr normal.
Bis vor einiger Zeit bestand THERAPY? ja nur aus drei Musikern. Ist es besser für euch, dass ihr mittlerweile einen zweiten Gitarristen habt?
– Martin McCarrick spielt nicht nur Gitarre, sondern spielt auch noch das elektrische Cello auf einige Songs. Es ist schon gut, dass er in der Band ist, denn durch ihn haben unsere Songs noch mehr Seele. Er übernimmt auch sehr viele Gesangsparts. Das Problem in der Vergangenheit war einfach, dass wir die Backingvocals, welche auf den Alben waren, live einfach nicht umsetzen konnten, weil Michael sie alle alleine eingesungen hat. Das ist jetzt wesentlich einfacher, weil Martin und Michael für diese Parts zuständig sind. Martin ist zudem auch noch ein sehr guter Sänger, der die harmonischen Parts sehr gut bewältigt.
In der Vergangenheit habt ihr eine Menge gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Habt ihr speziell aus den schlechten Erfahrungen gelernt?
– Auf jeden Fall, denn man lernt ja eigentlich nie aus. Vor allem haben wir aus unseren eigenen Fehlern sehr viel gelernt. Wir haben in der Vergangenheit sehr viel Geld ausgegeben für Studios oder für Videos. Das war aber eigentlich nicht das schlechteste, denn wir konnten ja immer unsere Musik weitermachen. Auch haben wir sehr viele Erfahrungen auf dem Sektor des Livespielens gemacht, denn wie ich schon sagte, man lernt einfach nie aus. Ich denke auch, dass wir in Zukunft auch noch weitere Fehler machen, aber damit können wir sehr gut leben.
Kommen wir aber doch jetzt wieder zu eurem neuen Album zurück. Für mich ist eine sehr lustige Idee, dass ihr mit „Never Ending“ einen versteckten Song auf dem Album habt. Ich muss ehrlich gestehen, dass er mir zuerst gar nicht aufgefallen ist. Wer hatte eigentlich die Idee zu diesem Song?
– Das war eine Sache, welche in letzter Minute entschieden wurde. Wir haben das Album beim Label ohne den Song „Never Ending“ abgegeben und die sie meinten, da das Album ja nur 38 Minuten lang wäre, ob wir nicht noch etwas machen könnten. Wir hatten uns überhaupt keine Gedanken über die Länge des Albums gemacht, denn schließlich hatten wir ja 11 Songs auf dem Album. Da wir aber einen Vertrag hatten, der besagte, dass unser neues Album wenigstens 40 Minuten lang sein sollte, gingen wir noch einmal ins Studio um „Never Ending“, welcher eigentlich die B-Seite einer Single sein sollte, aufzunehmen. Wir nahmen ihn noch zusätzlich zu den 11 Songs auf, aber er tritt nicht als „normaler“ Song in Erscheinung.
Ich habe mich auch schon gewundert, denn mein CD-Player zeigte nur 11 Tracks an.
– Das war ja auch der Sinn an diesem kleinen Gag.
Eigentlich ist es ja sowieso für THERAPY? mehr als normal, solch kurze Songs aufzunehmen. Ich erinnere mich noch ganz genau, dass ich Michael beim letzten Interview die gleiche Frage gestellt habe und er meinte nur, dass es besser wäre, solche Songs live zu präsentieren.
– Es liegt zum Teil daran, aber auch die meisten meiner Lieblingssongs von anderen Bands sind ebenfalls sehr kurz. Ich denke aber auch, dass ein kurzer Song wesentlich mehr Energie besitzt. Viele Bands haben ein Händchen dafür, dass sich selbst lange Songs gut anhören, aber bei uns würde das nicht so gut klingen.
Meistens sind solche langen Songs, wenn sie nicht so gut gemacht werden, auch sehr langweilig.
– Das kommt auch noch erschwerend dazu. Wir kennen uns am Besten und wir werden auch in Zukunft nicht anders verfahren. Im Grunde wissen wir, wo unsere Stärken liegen.
Dazu zählen ja auch bekanntlich eure Live-Auftritte. Ende Mai kann man sich ja bei einigen Gigs wieder persönlich davon überzeugen.
– Ja und darauf freuen wir uns auch, denn wir waren längere Zeit nicht mehr unterwegs. Hinzu kommen dann auch noch einige Open Airs, wie z.B. auf dem Southside und dem Hurricane-Festival. Wir sind jedenfalls bestens gerüstet.
Dann lassen wir uns doch von der Live-Präsenz von THERAPY? überraschen, wie gesagt Ende Mai geht es los. Falls ihr noch mehr Infos benötigt, besucht doch einfach die Homepage der Band unter:
Story: Gisela
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