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SALTATIO MORTIS

SALTATIO MORTIS haben Anfang des Jahres ihr neues Album „Erwachen“ veröffentlicht. Es ist ihr nunmehr zweites modernes Album, denn zwei ihrer Veröffentlichungen waren reine Mittelalterplatten. Auf dem Hexentanz in Nümbrecht zelebrierten sie ihre Show auf Schloss Homberg. Kurz vor dem Auftritt gelang es mir noch kurz mit dem Lasterbalg und Domino ein kleines Gespräch zu führen.

Das Album „Erwachen“ ist ja wieder mehr der Rock-Schiene zuzuordnen. Warum habt ihr euch dazu entschlossen?

Lasterbalg: Wir hatten einfach wieder Lust darauf gehabt einige Rocksachen auszuprobieren. Die letzten Alben waren ja immer abwechselnd gewesen, Ein Mittelalte, dann ein rockiges und wieder ein rein Mittelalteralbum. Man kann auch sagen, dass jetzt die rockige Schiene wieder an der Reihe war. Auch haben wir mittlerweile mehr Möglichkeiten, die wir einfach ausschöpfen wollten.

Was liegt, oder besser gesagt was mögt ihr persönlich lieber?

Lasterbalg: Ich glaube du kannst 7 Musiker fragen und wirst die unterschiedlichsten Antworten bekommen. Ich von meiner Seite mag beide Richtungen. Am Anfang des Jahres konnte ich mir nichts schöneres vorstellen, dass endlich die „Erwachen“-Tour losgeht und als wir vor einiger Zeit in Gelsenkirchen nachmittags unplugged gespielt haben, das war so toll. Mir hat es so viel Spaß gemacht.

Ich denke, dass es auch ein ganz anderes Feeling ist.

Domino: Das kommt natürlich auch auf das Umfeld an, wo man was darbietet. Auf einem Mittelaltermarkt kommt eine Unplugged-Show eigentlich viel besser, obwohl ich mich heute freue, auf einem Mittelalterfest eine Rockshow zu präsentieren. Sofern es das Wetter und der Regen heute Abend zulässt.

Ihr habt ja jetzt eine wahnsinnige Tour schon hinter euch. Wie waren denn die Resonanzen während der Tour?

Lasterbalg: Wir haben ein Album geschaffen, das deutlich polarisiert. Auf der einen Seite gab es richtige herbe Kritiken die teilweise schon ins persönliche gingen. Auf der anderen Seite gab es aber auch überschwängliches Lob von Stellen, wo wir es nie erwartet hätten. Unterm Strich hält es sich eigentlich die Waage. Was sich jetzt abzeichnet ist jetzt die Tatsache, dass die Leute, die sich mittlerweile ins Album reingehört haben, es wesentlich besser finden als die älteren Sachen.

Domino: Sogar die Leute die das Album am Anfang kritisiert haben, revidierten mittlerweile ihr Meinung. Viele haben ihre Meinungen zurückgenommen.

Ich habe die Band vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal in Andernach live gesehen. Im letzten Jahr auf dem „On A Dark Winter Night“ in Oberhausen habe ich sie fast nicht mehr wieder erkannt. Es lagen nämlich Welten zwischen den Performances. Vor allem viel mir auf, dass ihr total auf das Publikum eingegangen seid.

Lasterbalg: Wir sind auch alle richtige „Publikums-Feedback-Junkies“. Es ist auch so, dass wenn wir die Kommunikation mit dem Publikum aufgebaut haben, lacht alles und alles ist sehr entspannt. Das ist uns auch das Wichtigste, denn was nützt es, wenn nur wir auf der Bühne Spaß haben und das Publikum ist nur halbherzig dabei.

In der letzten Zeit sind die Bands aus eurem Genre ja ziemlich viele geworden. Meint ihr nicht, dass der Markt irgendwann mal übersättigt ist?

Lasterbalg: Viele denken, das es zu viele Rock-, Pop- und HipHop-Bands. Ich denke da ganz anders, denn es kann nie genug geben, denn somit ist die Vielfalt wesentlich größer, als wenn es nur handverlesene Bands geben würde. Das bezieht sich auch auf das Mittelalter-Genre.

Ich denke nur, dass die ganzen Mittelaltermärkte, welche im Moment stattfinden, überhandgenommen haben. Ich hoffe nur, dass dies nicht auf die Bands übergeht.

Lasterbalg: Ist denke, dass dies ein Phänomen für jede Szene ist. Wenn man heute mit einem Gothic-Anhänger der ersten Stunde redet, der noch aus der Wave-Ecke kommt, sagt dann nur, dass die Szene heute einfach nur kommerziell ist. Das ist auf der einen Seite richtig, genauso wie falsch. Es ist nicht alles gut, weil es alt ist und Szenen entwickeln sich durch Leben. Leben bedeutet aber auch Veränderung und das ist in der Szene genauso wie in der Musik.

Domino: Wichtig ist aber, dass man sich selber in seiner Musik treu bleibt. Man muss auch originell bleiben, aber wenn man so bleibt wie man ist, ist es schon wieder originell. Man sollte aber in keinem Fall etwas nachmachen, was andere Bands schon gemacht haben. Es gibt so viele Möglichkeiten den Mittelalter-Sound mit der Rockmusik zu kombinieren, das man immer kreativ sein kann.

Dieses „sich treu bleiben“ ist meiner Meinung nach auch der wichtigste Aspekt.

Lasterbalg: Jetzt noch mal zurückzukommen auf dem Album „Erwachen“. Wir haben uns total verändert. Jetzt ist es aber so, dass es aus konservativer Sicht her nicht gut ist. Wir können aber nicht in einer Band spielen, die nicht von Album zu Album wächst. Ich gehe stark davon aus, dass unser nächstes Album wieder ganz anders klingen wird wie „Erwachen“.

Innovation ist ja auch sehr wichtig, denn ohne Erneuerungen wäre das Leben doch sehr langweilig. Was liegt denn nun bei euch in der nächsten Zeit noch alles so an?

Domino: Es wird bald wieder eine neue CD geben.

Schon wieder?

Domino: Wir haben einfach Bock drauf.

Lasterbalg: Es steht noch nicht fest, wann sie erscheint, aber wir sind im Moment dabei neue Songs zu schreiben und wir arbeiten wiederum mit neuen Stilistiken. Der Prozess ist aber im Moment so spannend, dass wir noch nicht wissen, wann die Scheibe kommen soll. Ansonsten nehmen die Liveauftritte kein Ende. Wir sind bis in den November hinein mit Terminen vollgestopft. Das ist natürlich auch gut, denn wir wollen ja so viel wie möglich an Leuten erreichen.

Könnt ihr denn mittlerweile von der Musik leben?

Lasterbalg: Ja wir leben von unserer Musik. Das ist auch ein Grund warum das Album „Erwachen“ heißt, denn es ist genau zu der Zeit entstanden, als wir den Sprung ins kalte Wasser gemacht haben.

Dann möchte ich an dieser Stelle der Band noch mal alles Gute für die Zukunft wünschen und bald sieht man sie ja auch in unserer Nähe. Am 3. Juli spielen sie nämlich auf dem Castle-Rock in Mülheim.

http://www.saltatio-mortis.com

Story: Gisela

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