SABATON
SABATON zählen zweifellos zu den interessantesten Newcomern, die 2006 über uns hereingebrochen sind. Während die Undergroundmaniacs bereits 2005 auf dem Swordbrothers den Schweden bei ihrem ersten Deutschlandabstecher huldigen konnten, gewannen SABATON durch die Tour mit Edguy und weitere Touren als Headliner zahlreiche Fans. Nun 2 Jahre später sind sie noch immer auf dem Vormarsch und wissen live zu überzeugen. Nach ihrem Auftritt auf dem Wacken Open Air folgte am nächsten Tag ein kleines Open Air in Langefeld, dass sie im letzten Jahr schon besuchten. Das war zwar ein großer Unterschied, denn dort hatten sich nicht Tausende von Menschen eingefunden, aber es war wie ein Heimspiel. Kurz vor ihrem Auftritt bei strömenden Regen konnte ich mich noch kurz mit Bassist Pär Sundström unterhalten.
Verfolgt hatte ich die Band schon seit einiger Zeit und es wirklich schon fantastisch, wie sie spielerisch ihre Fanbase ausbauen konnten. Wenn ich eure Songs anhöre kommen mir immer Songs von Bands der 80iger oder 90iger Jahre Metalbands in den Sinn. Siehst du das genauso?
– Die meisten unserer Einflüsse kommen wirklich aus dieser Richtung, obwohl wir auch sehr gerne Bands aus der heutigen Zeit zu unseren Favoriten gehören. Ich sehe unseren größten Einflüsse bei Judas Priest, aber genau die Mischung aus neuen und älteren Bands macht unsere Musik sehr interessant.
Wer schreibt denn bei euch die Songs?
– Joakim bereitet das Grundgerüst für einen Song vor und dann bringt er es mit in den Übungsraum und alle sind an der Fertigstellung beteiligt. Bei den Texten sieht es so aus, dass Joakim und ich die Konzepte ausarbeiten.
Die Texte zum neuen Album sind ja sehn den Schriften „Die Kunst des Krieges“, welche der chinesische Feldherr Sun Tzu bereits 600 B.C. festhielt. Wie kamt ihr auf diese Idee?
– Ich habe das Buch gelesen und ich dachte, dass es doch eine tolle Idee ist dies zu vertonen. Man kann den Inhalt dieses Buches sehr gut auf die heutige Zeit projizieren. Du kannst sehr viele Dinge heute in Filme oder Computerspiele wieder finden. Ich war so von diesem Buch fasziniert, denn es ist sehr gut geschrieben. Wir entschieden uns auch deswegen dafür, weil es zu uns passt und wir dieses Buch noch mehr mit Leben füllen können.
Liegt euch das mehr mit Konzepten bei den Texten zu arbeiten?
– Das würde ich nicht so sagen, aber es passt sehr gut zu unserem traditionellen Metalsound. Wir möchten vielleicht auch andere Wege gehen, denn über das tägliche Einerlei schreiben schon die meisten Bands. Es soll so etwas wie eine besondere Note von SABATON werden.
Ich bin eigentlich nicht mehr ein solch großer Fan von traditionellem Metal oder Powermetal. Bei euch ist das irgendwie etwas anderes, denn ihr habt euren eigenen Trademarks, die euch doch sehr stark von anderen, die sich gegenseitig kopieren, abgrenzen. Ich denke, dass liegt auch sehr stark am Sänger Joakim.
– Das sehe ich auch so, denn wir liegen nicht so sehr im Fahrwasser vom Powermetal. Das liegt natürlich auch an unserem Sänger, denn er ist wirklich sehr flexibel, was seinen Gesang angeht. Es ist heute nicht so einfach was Eigenständiges zu komponieren, aber auch uns langweilt es, wenn ein Song wie der andere klingt.
Ich mag sowieso diese Schubladen nicht, denn für mich ist es Metal, aber ihr habt eine Ecke gefunden um noch mehr Impulse in eure Songs zu bringen.
– Es gibt genügend Bands die kopieren, aber das ist nichts für uns, denn wir sind alle sehr kreativ. Das ist uns auch sehr wichtig.
Und genau das spüren die Fans, was man eindrucksvoll auf dem Gras-Pop und beim gestrigen Wacken Open Air erleben konnte.
– Das war wirklich phänomenal und ein solches Publikum gibt einem einen immensen Adrenalin-Stoss. Wir wussten zwar dass die Fans unseren neuen Songs gut finden, aber mit einer solchen Reaktion haben wir wirklich nicht gerechnet. Trotzdem ist es ein harter Job, denn wir wollen nicht nur die Leute in den vorderen Reihen zufrieden stellen, sondern jeder der den Weg zu uns gefunden hat soll am Ende des Konzertes zufrieden sein.
Das hat SABATON auch geschafft, denn die Reaktionen waren auf ganzer Linie positiv. Dieses Feeling kann SABATON im Herbst gut gebrauchen denn dann geht es wieder auf Tour.
– Das wird eine tolle Sache und wir sind sehr gespannt auf die Tour. Es wird zwar hart, aber wir werden den Fans geben, was sie auch verdient haben – eine gute Show.
Dessen bin ich mir sicher. Jetzt zum Schluss habe ich aber noch eine ganz andere Frage. Ihr habt für einen DORO-Tribute Sampler den Song „Für immer“ gecovert. Wie kam es dazu?
– Wir mögen Doro und sie war auch einer der Gründe gewesen, dass ich vor einigen Jahren nach Deutschland zu einem Open Air gefahren bin. Das war eigentlich der Hauptgrund für uns diesen Song aufzunehmen, sie ist einfach nur toll, aber es war nicht einfach deutsch zu singen für unsren Sänger.
Das hat er aber toll gemacht und ich liebe diesen Song. Abschließend bleibt festzuhalten, dass SABATON wirklich auf dem aufsteigenden Ast und sie haben es sogar geschafft in den schwedischen Charts zum ersten Mal seit EUROPE wieder auf Platz 1 zu landen. Tolle Leistung. Mehr von er Band also im Herbst auf Tour.
Story: Gisela
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