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JEFF SCOTT SOTO

Jeff Scott Soto überrascht seine Fans mit den Re-Releases zweier seiner Solo-Scheiben und einem neuem Album – Beautiful Mess. Sein neuestes Werk ist etwas anders, anders als viele es vielleicht von ihm erwarten. Eine Tour ist in Planung und im April will man eine Live-DVD aufnehmen. Es gibt also mehr als einen Grund um mit Mr. Soto zu sprechen!

Ich möchte zu Anfang mal kurz auf die Re-Releases zu sprechen kommen… War es die Idee von Frontiers die CDs wieder zu veröffentlichen? Oder haben die Fans danach verlangt?

– Es war ihre Idee, den die CDs waren fast ausverkauft! Wir haben uns an sie gewandt, weil wir Nachschub für meinen Online-Store brauchten und sie wollten Nachschub bestellen. Da habe ich dann gefragt, ob wir nicht noch einige Tracks dem existierenden Album hinzufügen könnten, um die Re-Releases zu etwas besonderem zu machen.

Wie hast du die Bonustracks ausgewählt?

– Ich hatte einige Songs, die wir auf Essential Ballads verwendet haben, und das Album verkaufte sich recht gut. Einige der Songs waren für einen Release zwischen 2 Alben geplant, andere wurden als Bonus–Tracks in Japan verwendet. All‘ diese Songs befinden sich nun auf den 2 Re-Releases.

Du hast dein Album Beautiful Mess genannt, warum dieser Titel?

– Mein Leben war in den letzten Jahren auf persönlicher Ebene ziemlich durcheinander, aber ich bin froh, das es zu einem guten Ende gekommen ist. Meine Karriere ist auch ein ziemliches Wirrwarr, wenn man an all‘ die Bands – und die unterschiedlichen Stile – denkt, bei denen ich involviert war. Aber auch hier ist es im Ganzen etwas schönes, tolles geworden. Und irgendwie ist auch das Album so, denn man findet Hard Rock,  R&B, Pop und Blues in den Songs – und am Ende kommt etwas sehr schönes dabei heraus. A beautiful mess!

Mir scheint es, als wenn du befreit bist von Einschränkungen… Oder du einfach die Musik hast fliessen lassen, ohne dir Gedanken darüber zu machen, was andere erwarten.. Zeigst du bei dem Album quasi deine musikalischen Wurzeln und versuchst dich von dem ‚Schubladen denken‘ zu befreien?

– Das versuche ich mit allem, was ich in meiner Karriere gemacht habe, aber nicht immer gleichzeitig. Ja, man könnte sagen, das ich versuche mich hier von allem abzuheben, was ich bisher gemacht habe. Ich wollte dieses Album schon immer machen, egal ob es gut oder schlecht angenommen wird.

Mir scheint es, das du dich in allen den verschiedenen Stilen wohl fühlst… Wie wichtig ist es für dich, dich in den verschiedenen Stilen aus zu probieren?

– Zwei meiner größten Einflüsse sind Queen & Prince, beide haben mir gezeigt, wie man sich von Genrebeschränkungen befreit. Ich möchte, das man mich als vielseitigen Künstler sieht, der alles was er macht mit Überzeugung und viel Herzblut macht!

Gibt es etwas, was du gerne machen würdest, aber bisher nicht verwirklichen konntest? Zum Beispiel mit einem Orchester zu arbeiten oder eine Bläsersatz einzusetzen… Jemand mit dem du gerne mal etwas zusammen machen würdest?

– Wer weiß, ich liebe viele verschiedene Musikstile und ich würde alles ausprobieren. Ich lasse mich nicht ein schränken. Es gibt nur eines, ich will nicht als eindimensional gelten.

Ich denke, du hast schon Reaktionen zu Beautiful Mess bekommen… Bist du zufrieden?

– Sehr zufrieden und überrascht! Ich dachte, das ich mit dem Album kein Interesse meiner Fans und der Kritiker aus der Metal-Szene bekommen würde. Das Album ist ja nicht so, dass man einen Review bei Metal Destroyers Magazine oder so erwartet. Man würde sicher kein Review einer Seal oder Lenny Kravitz CD dort finden! Ich bin froh, dass es so viele Musikfans gibt, die offen dafür sind, dem Album eine Chance gegeben haben und denen klar wurde, das man Metal und Soul auf den selben iPod haben kann.

Das Album wurde erst als Download-Version veröffentlicht und nun auch als ‚echte‘ CD, da aber mit Bonus. Glaubst du, das ist momentan der beste Weg?

– Viele machen es so, aber in meinem Fall war es eher so, dass ich damit die Aufmerksamkeit der Fans und der Musikindustrie erlangen wollte. Für mich hat es sich ausgezahlt, da das Album so anders ist und ich damit auch neue und jüngere Leute erreichen wollte, die mich nicht von den Metal-Bands her kennen.

Als die CD auf den Markt kam, sagte man, es ist das Ende für Schallplatten. Aber es gab auch weiterhin Schallplatten und momentan wird Vinyl auch wieder populärer. Denkst du, es wird auch mit MP3s so sein?

– Es wird immer unterschiedliche Formate geben und sie werden kommen und gehen. Das nennt man Evolution. Wir müssen uns verändern, weiterentwickeln…. Ich denke, irgendetwas wird wohl die MP3-Files ersetzen.

Und wie steht es mit DVDs… Haben sie auch wie die Videos eine begrenzte Existenz? Wird es irgendwann nur noch Downloads (hoffentlich legale…) oder ‚on demand‘ geben?

– Es wird immer irgendeine Speicherform geben, denn auch wenn man Downloaded, werden nie alle dasselbe System haben. Irgendetwas wird es da geben, aber man wird so etwas auch auf einem USB-Stick mit sich rumtragen.

Persönlich würde ich das Physikalische vermissen… Downloads kann man nicht anfassen. Ich liebe die Schallplatten-Cover, aber CDs sind in der Benutzung angenehmer. Welches Format bevorzugst du?

– Auf jeden Fall CDs! Ich liebe Schallplatten, aber man hat nicht immer die richtige Hardware zur Hand – sprich Plattenspieler und Nadeln. CDs sind da einfacher, man kann sie in jedem CD-Player abspielen und sie haben einen guten Klang. MP3-Files sind wie auch JPEGs im Vergleich zu Fotos einfach komprimiert und haben nicht die Qualität.

Du hast in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Bands gearbeitet und ich denke, es hat dir geholfen als Solokünstler zu wachsen. Siehst du das auch so? Und welche der Bands / Musiker hat dich am meisten beeinflusst?

– Ich bin Musiker, Sänger und Produzent, aber auch habe viel negative Kritik dafür bekommen, auf so vielen Alben gesungen zu haben. Aber ich muss, wie jeder andere, auch leben und gerade in den ersten Jahren, war ich gezwungen in mehreren Bands aktiv zu sein um zu Überleben. Ja, man kann sagen, das ich damit nicht nur meine Rechnungen bezahlt habe, sondern es mich auch als Künstler weiter gebracht hat. Talisman ist die Band, die mein Interesse geweckt hat in nur einer Band aktiv zu sein – und deswegen bin ich da auch immer noch ein Teil der Band.

Meines Wissens hat Al Pitrelli dich zu TSO gebracht… Wie ist es in so einem großen Unternehmen beteiligt zu sein? Bei einer solch‘ großen Show mitzumachen?

– Ja, Al und ich sind seit gut 10 Jahren befreundet und wollten immer mal etwas zusammen machen. Und das war dann die Chance. Er ist ein unglaublich guter Gitarrist und ein toller Kerl. Das Packet stimmt halt. Ich bin sehr stolz darauf, ein Teil der TSO-Familie zu sein! Es ist eine wunderbare Kombination aus professioneller Zusammenarbeit und guten Musikern, die alle in einer atemberaubenden visuellen und musikalischen Show vereinigt sind.

Bei den ersten Alben von Takara warst du der Sänger und du bist immer noch mit Neal Grusky befreundet. Hast du das neueste Album gehört? Und was hälst du von dem neuen Sänger, den Neal für Takara rekrutiert hat?

– Natürlich habe ich es gehört, ich hätte keine Backings eingesungen, wenn ich mit dem Sound nicht einverstanden wäre. Ich bin froh, dass sie weitermachen und ich mag Gus sehr, er ist ein großartiger Typ, der eine große Zukunft hat!

Wir sprechen hier nicht über die geschäftliche Seite, sondern nur über die Idee.. Könntest du dir vorstellen, zusammen mit Takara auf Tour zu gehen? Ich denke, den Fans würde es gefallen…

– Ja, sie würden es lieben, aber es wäre ein Zuschuss-Geschäft, wie du schon sagtest. Leider ist es finanziell nicht möglich, so etwas zu machen, wenn niemand bereit ist die Kosten zu tragen. Es gibt viele Bands mit Fans, die sich wünschen würden ‚ihre‘ Band live zu sehen, aber die Bands können es sich finanziell einfach nicht erlauben auf Tour zu gehen, denn sie ziehen nicht genug Fans in den einzelnen Städten um einen Club zu füllen – und die wollen auch ihr Geld machen. Mir erging es nicht anders, als ich als Solokünstler anfing, die Promoter kannten meinen Namen durch die verschiedenen Bands, waren aber von meinem Solowerken nicht überzeugt und haben mich so nicht gebucht. Ich habe aber nicht aufgegeben und habe mich durch geboxt.

Du gehst schon bald auf Tour… Vermisst du die Bühne? Freust du dich darauf in den Clubs zu spielen, wo man näher ‚am‘ Fan ist?

– Ich liebe es live aufzutreten! Klar, ich liebe die großen Arenen, da ist alles grösser – angefangen vom Sound bis hin zu den Emotionen der Zuschauer -, aber ich spiele auch gerne die Clubs. Es macht für mich keinen Unterschied, solange ich raus gehen kann und rocken – und die Leute so für eine Zeit der Realität entfliehen können.

Du hast eine neue Band. bitte erzähle uns warum du jetzt mit diesen Jungs arbeitest!

– Mein neuer Sound stellt einfach andere Ansprüche. Meine andere Band ist klasse, sie können alles spielen, aber ich habe gefühlt, das sie nicht total hinter meinem neuen Sound stehen. Und ich wollte nichts riskieren, wenn ich auf Tour gehe um die neue Scheibe zu promoten. Ich wollte, das Gefühl, den Look und Vibe des neuen Materials gut rüberkommt – und bei den Jungs weiß ich, es wird so sein. Die Jungs lieben meine neuen Songs, aber auch die Alten. Ich werde aber mit den anderen weiter machen und wenn es eine ‚klassische‘ JSS-Show gibt, dann sind sie wieder dabei.

Es wird wahrscheinlich eine Art ‚Best-of‘-Set sein von deinen Soloalben, besonders da du in Madrid eine DVD aufnimmst… Wird es Überraschungen im Set geben? Etwas, was die Fans nicht erwarten?

– Nun, wenn ich das jetzt erzähle, ist es keine Überraschung mehr. Es gibt einige Ideen und wenn wir anfangen zu Proben, werden wir sehen, was aus meinen Ideen wird. ich werde mich schon auf meine Solo-Karriere konzentrieren, in den letzten Jahren habe ich mich ja eher auf meine anderen Bands und Projekte konzentriert, aber jetzt habe ich 4 Soloalben und ich möchte den Leuten zeigen, dass es mir ernst ist mit meiner Solokarriere.

Wie steht’s mit Talisman? Können die Fans da etwas Neues erwarten? Oder liegt Talisman weiterhin auf Eis?

– Ich kann offiziell bekannt geben, das wir noch in diesem Jahr mit den Aufnahmen zu einem neuen Album beginnen werden und das eine Tour angedacht ist für Anfang 2010!

Gibt es noch andere Projekte, bei denen du involviert bist? Kannst du uns da irgendwas erzählen?

– Ich habe bei einem Projekt gesungen, das noch in diesem Jahr das Album veröffentlicht. Das Projekt heißt W.E.T. , denn es sind Mitglieder von Work Of Art, Eclipse & Talisman dabei. Der Name setzt sich aus dem Anfangsbuchstaben der Bands zusammen und die Musik ist purer AOR! Einige der Songs klingen wohl so, wie Journey geklungen hätten, wenn wir weiter zusammen gearbeitet hätten… Fans von Journey und meiner älteren Sachen werden es lieben!

Ich weiß, das die Musik dein Leben ist – als Fan und Musiker -, aber was macht JSS, wenn er mal von der Musik Pause macht?

– Es gibt keine Pause! Ich gehe von einem zum anderen. Letztes Jahr habe ich die Aufnahmen zu Beautiful Mess beendet. dann war ich einen Monat mit TSO im Studio, dann auf Europa-Tour mit Tempestt, danach ging es wieder für einen Monat ins Studio mit TSO. Es folgte eine Tour in Brasilien und Shows in Kalifornien, dann wieder nach Bulgarien und dann einen Monat ins Studio mit W.E.T. – und den Rest des Jahres war ich mit TSO auf Tour. Das ist mein Leben – und ich liebe es! Ich bin stolz auf das, was ich mache und das ich so mein Leben bestreiten kann.

Gibt es eine andere Kunstform, die du dir vorstellen könntest um deine Kreativität auszuleben? Schreiben? Malen? Oder ist Musik das Einzige für dich?

– Momentan nicht, ich bin zu sehr damit beschäftigt, mein Lebenswerk als Musiker zu erschaffen. 

Was steht nach der Tour bei dir an?

– Ich habe einige Dinge in Planung, aber es ist noch nichts definitiv. Aber wenn es etwas Neues gibt, steht es auf meiner Webseite! Ich werde aber genauso beschäftigt sein, wie im letzten Jahr und am Ende jeden Jahres steht TSO an. Ich hoffe also, meine Fans irgendwo zu sehe… JSS

Klingt so, als wenn es viel Neues zu besprechen gibt im nächsten Jahr… Und ich bin mir sicher, dass JSS seine Fans immer wieder überraschen wird. Also, nichts wie hin zu seinen Konzerten!

Claudia Ehrhardt

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