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VIRGIN STEELE

Endlich ist es soweit, VIRGIN STEELE veröffentlichten endlich den zweiten Akt von ´House Of Atreus´. Das Album, welches als Doppel-CD auf den Markt kam, besticht durch seine Kontinuität und den abwechslungsreichen Passagen, die diese Rock-Oper zu etwas besonderem werden lassen. Der zweite Akt, ein kleines Meisterwerk dieses Genres, wurde ja auch schon mit Spannung erwartet. Jetzt aber genug der Vorrede und lassen den Meister David DeFeis selber zu Wort kommen.

 

´House Of Atreus Act II´ sollte eigentlich eine normale und keine Doppel-CD werden, denn bei unserem letzten Gespräch erzählte mir David, dass die Gesamtspielzeit mit Sicherheit über 70 Minuten liegen werde.

– (David lacht): das ist richtig, aber im Juni befanden wir uns gerade im Studio und somit konnte ich nicht genau absehen, dass dieses Album über 90 Minuten lang wird. Als ich merkte dass das Album so lang wird, dachte ich nur ´Oh mein Gott´, was habe ich da nur gemacht.´, aber es war so wie es war und somit wurde es eben eine Doppel-CD.

Aber genau das sind wir ja von David gewöhnt, er kann einfach nicht aufhören und so akribisch wie er ist, werden die Alben nun mal eben so lang.

– Wenn ich einmal anfange, kann ich auch nicht mehr aufhören, denn die Ideen, die ich habe, sprudeln nur so aus mir heraus.

Eine kleine Information an Rande. Sind die Songs von ´House Of Atreus Act I + II´ alle in der Oper vertreten?

– Von den 46 Songs, die auf den beiden Veröffentlichungen vertreten sind, wurden 21 oder 22 für die Oper verwendet.

Das David nur so vor Ideen strotzt, haben wir in der Vergangenheit zur Genüge erfahren. Woher kommt dies eigentlich. Ich habe ein wenig im Internet recherchiert und stieß dabei auf einige Facts. So zum Beispiel ist sein Vater ein Skakespeare-Schauspieler und seine Schwester eine Opernsängerin, die in der ganzen Welt Erfolge feiert. Wurdest du durch diesen ganzen Background beeinflusst zu diesem bombastischen und symphonischen Sound?

– Ich denke schon, denn ich hörte in meinem Zuhause immer diese wunderbare Musik, ich wuchs mit den wunderbaren Büchern und Theaterstücken auf und das ganze inspirierte mich auf dermaßen. Da ich aber auch ein ziemlich großer Rockfan bin, versuchte ich dann diese wunderbaren Sachen mit dem Rock oder besser gesagt dem Metal in Einklang zu bringen.

Bevorzugst du denn mehr den Metal oder eher die klassische Musik?

– Ich mag beide Richtungen und mache auch keine Unterschiede zwischen beiden. Es ist Musik, alles sehr harmonisch und ich versuche beides in meinen Songs zu verarbeiten. In meinem Gedächtnis ist es Musik, die ich nicht mit Vor- oder Nachteilen versehen kann. Es ist für mich eben ´Kraft und Leidenschaft´ oder ´Zärtlichkeit und Aggression´. Edward und ich haben auch, nach den Operaufführungen am 21. Und 22. Oktober in München, Songs der Oper, wie z.B. ´Great Sword Of Flame´, akustisch gespielt und die Songs waren so mit Power versehen, obwohl sie nur mit einer Akustik-Gitarre und einer Stimme dargeboten wurden.

Was denkst du, ist dieser Sound, den ihr in eurer Metal-Oper den Zuhörern präsentiert, der Stil für die Zukunft?

– Wer weiß das schon, aber mir ist aufgefallen, dass zu solchen Aufführungen immer mehr Menschen kommen. Vielleicht ist dies wirklich ein Weg die Oper auch einer größeren Anzahl Menschen zugänglich zu machen.

Hast du Informationen darüber, wer sich als Zuschauer in deine Metal-Oper befinden, z.B. jüngere und ältere Menschen?

– Die Zuschauer dieser Oper sind sehr gemischt. So besuchen Leute, die sonst in die Oper gehen und Metal-Kids diese Metal-Oper. Auch sieht man viele Rock´n Roller und Eltern der Metal-Kids in den Theatern. Es ist schon sehr beeindruckend, wenn man solch unterschiedliche Menschen, in Bezug auf ihrer Musikinteressen, bei einer solchen Veranstaltung zusammen sieht. Bei solchen Konzerten kann man sehen, wie offen doch die Menschen, die Musik lieben, doch auch für andere Richtungen in der Musik sind.

David schreibt in seinen Songs sehr gerne Geschichten aus der Vergangenheit. So legte er sich auch mit deinem Namen DeFeis einen Namen zu, der aus der keltischen Druiden-Vergangenheit stammt. Liebst du diese Zeit?

– Diese Zeit ist mir manches Mal so nah, als hätte ich dort schon mal gelebt. Dieses Gefühl ist oft so stark, sodass ich mich damals zu diesem Namen entschieden habe. Ich glaube auch an eine Reinkarnation.

Angenommen du hast einen Wunsch frei und könntest dir ein Leben in einer anderen Zeit wünschen. Welche würdest du dir auswählen?

– Ich würde gerne in die Zeit zurückversetzt werden, als die Könige noch Götter und umgekehrt waren. Das ist ein Traum von mir, wo ich gerne anwesend gewesen wäre.

Nicht so sehr in der griechischen Geschichte?

– Doch auch diese Zeit fasziniert mich wahnsinnig. Ich stelle mir manches Mal vor, auf einer Wiese in der damaligen Zeit zu sitzen und den Geschehnissen, die um mich herum passieren gebannt zu folgen. Ich mag die alten Zeiten und ich würde auch gerne noch einmal die 70iger Jahre durchleben.

Für mich ist es phantastisch, dass VIRGIN STEELE treu an ihrer Musik festhalten und sich keinem Zwang von außen aussetzen. Sie machen das, was sie wollen. Ist es euer Ziel, den Geist vergangener Tage und der eurer Geschichten in die Menschen zu transferieren?

– In einer Hinsicht schon, aber auf der anderen Seite versuche ich eine Plattform zu schaffen, bei der ich von den Dingen die heute passieren zu berichten. Irgendwie kann man sie mit der damaligen Zeit vergleichen, denn auch früher gab es viele Probleme, nur in anderer Form. Für mich ist es wichtig, dass die Menschen dies alles realisieren und deswegen versuche ich dies ein wenig mit den Geschichten, aus der vergangenen Zeit zu umschreiben. Die ganzen Geschichten sind sozusagen zeitlos dies ist die besagte Plattform, mit der ich das ganze verarbeiten.

Man kann diese mystischen Geschichte, wenn man genug Phantasie hat auf die heutige Zeit projizieren, denn auch früher gab es Krieg, Missgunst, Neid und der Kampf nach Macht.

– Das ist richtig, denn früher gab es auch sinnlose Morde während eines Krieges und jeder wollte sich natürlich am Reichtum des anderen bereichern.

Kommen wir aber wieder zur Gegenwart. Als ihr im Juni beim ´Bang Your Head´-Festival in Balingen aufgetreten seid, wart ihr nur zu dritt. Habt ihr denn in der Zwischenzeit wieder einen neuen Bassisten gefunden?

– Wir haben im Moment jemanden, wovon wir denken, dass er zu uns passt. Aber wir wollen natürlich nichts überstürzen. Klar ist uns auf jeden Fall, dass es nicht leicht ist ohne Bassisten zu spielen und wir brauchen wirklich jemanden. Der Speed geht ohne Bassist ein wenig verloren und wir müssen dies mit drei Musikern wieder auffangen. Der Bassist, der sich bei uns vorgestellt hat, wird natürlich darauf getestet, ob er auch menschlich zu uns passt, denn dies ist ein entscheidender Grund. Ich habe ihn bis jetzt dreimal gesehen. Schauen wir mal, was daraus wird.

Es war schon lustig euch zu beobachten, drei Musiker auf dieser riesengroßen Bühne.

– Wir waren auch vor dem Auftritt sehr nervös, denn so etwas haben wir noch niemals vorher gemacht. Die Sorgen, die wir uns machten, betrafen natürlich die Fans und wie kommen wir überhaupt ohne Bassist an. Nach dem Auftritt waren wir sehr erleichtert, denn es ist ganz gut gelaufen.

Ich persönlich fand den Auftritt ziemlich brillant.

– Ein Problem hatten wir dann aber doch, denn der Bass, der von Band eingespielt wurde, war so dermaßen laut, dass ich fast überhaupt nichts mehr, von den anderen und selbst mich, gehört habe. Trotzdem hatten wir so viel Spaß an unserem Gig und ohne zu Lügen war dies der lustigste Auftritt, den wir jemals in Deutschland gespielt haben.

Wollen wir jetzt hoffen, dass VIRGIN STEELE im Januar, wenn sie zusammen mit HAMMERFALL auf Tour sind, ebenfalls so viel Spaß auf der Bühne haben. Aber deswegen habe ich keine Bedenken. Falls ihr aber so lange nicht warten wollt, besucht die Band doch einfach auf ihrer Homepage unter:

http://www.virgin-steele.com

Story: Gisela  

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