END OF GREEN
Die Stuttgarter END OF GREEN stehen mit ihrem vierten Album „Last Night On Earth“ in den Startlöchern. Wie schon die Vorgängeralben faszinieren die Songs durch ihre düstere Schönheit. Es ist einfach toll, den Melodien zu lauschen und sich den gekonnten Mix aus Metal, Gothik und modernen Elementen zu lauschen. Zusammen mit Gitarrist Michael Setzer versuchte ich auf einige offene Frage die richtige Antwort zu finden.
Wie schon erwähnt ist euch mit „Last Night On Earth“ ein düsteres und trotz allem schönes Album gelungen. Mögt ihr die Düsterheit?
– Ja! Es hört sich zwar komisch an, aber wir haben es eigentlich noch nie beim Songwriting geschafft ein fröhliches Lied zu schreiben. Es liegt vielleicht auch daran, mit welchen Gefühlen man in den Proberaum geht. Bei uns ist es denn jedenfalls immer so, dass wir uns beim proben und Songwriting immer abreagieren. Deswegen haben die Stücke auch alle einen gewissen dunklen Grundton. Es ist aber auch genau die Musik, welche wir machen wollen.
Obwohl vom Sound her sind ja nicht alle so düster. Mir gefällt vor allem die Kombination aus den verschiedenen Richtungen wie Metal, Gothik und auch moderneren Elementen. Ist dieser Mix ein wichtiger Punkt beim Songwriting?
– Da machen wir uns eigentlich gar keine Gedanken drum. Es kommt aber daher, dass wir fünf Leute sind, welche die unterschiedlichsten Musikeinflüsse besitzen. Im Endeffekt kommt als Resultat immer eine bunte Mischung heraus. Wir legen uns selbst nicht darauf fest, ob es jetzt nach Metal oder vielleicht auch neumodisch klingen soll. Wir machen einfach und am Ende wird dann zusammen entschieden, ob der Song gut ist, oder nicht. Diese Stiloffenheit wollen wir auch in jedem Fall beibehalten.
Du sprachst gerade schon eine Frage an, die ich sowieso stellen wollte. Die Bandmitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Richtungen. Bezieht sich das ausschließlich auf die Metal-Schiene?
– Unsere Lieblingsecken liegen eigentlich alle im Bereich der Rockschiene. Unser Drummer liebt Bands, welche ich überhaupt nicht mag. Ich finde es auch wesentlich interessanter, wenn die Einflüsse breiter gefächert sind, denn somit kommt fast immer ein interessantes Ergebnis heraus.
So wie ich heraushöre ist auch jedes Bandmitglied ins Songwriting involviert.
– Den Hauptteil absolviert eigentlich unser Sänger. Er kommt dann mit dem Rohgerüst in den Proberaum und dann kann jeder seine Ideen mit einbringen. Im Endeffekt läuft bei uns immer alles demokratisch ab, aber Michael liefert das Grundgerüst.
Michael Huber, euer Sänger, ist ja auch wirklich das Non-Plus-Ultra, denn mit seiner Wandlungsfähigkeiten verleiht er den Songs das gewisse Extra.
– Ich bin ganz ehrlich und ich kann mir keinen anderen Sänger für unsere Songs vorstellen. Ich liebe es auch, mit ihm zusammen in einer Band zu sein. Es hört sich vielleicht etwas komisch an, aber es ist so. Ich persönlich bin auch immer wieder überrascht, wie viel Seele Michael den Songs mit auf den Weg gibt. Er schafft es immer wieder und etwas Schöneres können wir uns gar nicht wünschen.
Der Titel eures Albums „Last Night On Earth“ hört sich sehr bedrohlich an. Da ich keinen Song mit dem Titel auf dem Album finde, handelt es sich bei der Scheibe um ein kleines Konzeptalbum?
– Eigentlich nicht, aber wir suchten schon einen Titel für das Album und irgendwie stand auf einmal „Last Night On Earth“ im Raum. Mit dieser Umschreibung gehen einem automatisch sehr viele Gedanken durch den Kopf. So zum Beispiel, ob es vielleicht die letzte Nacht ist. Solche Gedanken lösen bei uns sowieso den besagten Schneeballeffekt aus. Trotzdem beinhaltet das Album kein Konzept. Es trifft gut die textliche Seite der Songs, aber es war nicht beabsichtigt. Ich würde es eher als einen roten Faden bezeichnen, denn der Gedankenstrang hat uns zu dieser Entscheidung geführt.
Also gehe ich davon aus, dass die Songs alle Geschichten beinhalten, welche sich um dieses Thema drehen.
– Es sind eigentlich auch gar keine Geschichten, denn es sind eher Gedanken, die Michael im Kopf herumspuken. Aber sie passen schon alle unter diesem Titel. Wir hätten auch die letzte Platte von uns so nennen können. Es geht auf diesem Album eigentlich um menschliche Gefühle, welche einem dazu bringen, etwas zu machen, was man eigentlich gar nicht will. Es sind eben die Gedanken unseres Sängers, die er somit für sich unter Dach und Fach bringt.
Ihr habt ja auch sehr viele Touren und auch Einzelgigs mit namhaften Bands absolviert. Haben diese Bands, in Bezug auf eure Weiterentwicklung, euch weiter gebracht?
– Wir freuen uns immer riesig, mit großen Bands auf einer Bühne zu spielen, aber leider ist der Kontakt zu diesen Bands sehr gering. So z.B. bei Iggy Pop. Wir standen die ganze Zeit herum, wann kommt er denn endlich. Dann ist er da, spielt und geht wieder. Dasselbe war bei AMORPHIS der Fall. Sachen lernen kann man eigentlich nur von den Bands, die auf einer ähnlichen Ebene ist, wie wir selber. Mit ihnen kann man Erfahrungen austauschen. Trotz allem kann man bei den großen Bands schauen, wie es bei ihnen so läuft. AMORPHIS hatten sogar Bodyguards dabei, dass hat uns richtig gewundert. Wir hatten jedenfalls zwei Freunde dabei.
Das ist doch toll, wenn man Freunde dabei hat.
– Das finde ich auch, deswegen haben wir sie ja auch mitgenommen. Im Grunde freuen wir uns einfach nur, mit solchen Größen zusammen zu spielen, denn im Grunde ist man doch noch Fan von solchen Bands. Die einzige Band, welche konkret auf uns zukam war IN EXTREMO. Sie schauten sich sogar unseren Auftritt beim Summer Breeze an. Nach der Show gaben sie uns sogar Tipps, was wir vielleicht noch ändern könnten. Das fanden wir wirklich sehr stark von der Band und wir hätten so etwas wirklich nicht erwartet. Das war ein wirklich einmaliges Erlebnis.
Das solche Erlebnisse sich wiederholen, dafür ist bei dem Tourkalender von END OF GREEN schon gesorgt worden, denn er ist bis zum Rand für diesen Sommer gefüllt. Schaut sie euch doch selbst einmal an.
Story: Gisela
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