TYPE O NEGATIVE
Lange haben wir auf den neuen Longplayer des Brooklyn-Vierers TYPE O NEGATIVE gewartet, aber es hat sich mehr als gelohnt. „Life Is Killing Me“ ist ein Feuerwerk von doomigen, hymnenhaften und bittersüßen Songs geworden. Es rockt richtig im Karton! Pünktlich zum Release waren sie auch auf Festival-Tour und machten in der Live Music Hall zu Köln Halt, um zwischen den Open Airs noch einige Hallenkonzerte zu absolvieren. Kurz vor ihrem Auftritt hatte ich dann die Gelegenheit an Gitarrist Kenny Hickey und Drummer Johnny Kelly einige Fragen zu richten. Mit einem gewissen Kribbeln im Bauch startete ich dann endlich den Reigen der Fragen.
Etwas mehr als drei Jahre lagen nun zwischen der letzen Veröffentlichung von TYPE O NEGATIVE. Warum mussten wir so lange auf euer neues Album warten?
Johnny: War es lange? Nein Spaß beiseite, bei uns geht es nun mal nicht so schnell mit neuen Songs. Wir haben eigentlich wie immer den normalen Prozess in Angriff genommen, nämlich 2 oder drei Stunden in der Woche neues Material aufzunehmen. Dies ist eigentlich unsere normale Arbeitsweise.
Kenny: Hinzu muss ich aber auch noch erwähnen, dass meine Frau in der Zwischenzeit ein Baby bekommen hat. Ebenso wurde Johnny und Josh Vater. Ich denke, dass diese Tatsache die Aufnahmen auch noch ein wenig verzögert hat. Zusätzlich haben wir auch noch einiges an Touren, nicht nur in den Staaten, absolviert.
Zuerst muss ich aber noch etwas loswerden, denn ich bekam das Album, hörte es und sofort liebte ich es. Mir fiel dabei sofort auf, dass es eine wunderbare Kombination der Alben „October Rust“ und „Bloody Kisse“ ist. Denkt ihr genauso?
Johnny: Es ist nicht der gleiche Sound wie auf „Bloody Kisses“, denn dieses Album ist ja mittlerweile auch schon 10 Jahre alt. Aber ich muss dir schon zustimmen, dass es doch eine gelungene Mischung aus den beiden von dir genannten Alben ist und das in einer neuen und modernen Form.
Kenny: Obwohl ich auch einige Parallelen zum Album „World Come Down“ sehe. Das war ja doch ein sehr düsteres Album und wurde auch nicht so sehr gemocht von den Fans. Obwohl wir wiederum sehr zufrieden mit dem Album waren. Hinzu kamen auch noch 12 Minuten lange Songs und das war es dann gewesen. Es war auf jeden Fall nicht das Album, was man sich beim Autofahren anhören sollte.
Weil man sonst vielleicht das Auto vor die nächste Mauer oder Baum setzt?
Kenny (lacht): Genau das meinte ich damit. Zum Glück haben wir bis heute noch nicht von solch einem Fall gehört.
In der Vergangenheit überwog doch die Depressivität auf den Alben. Auf „Life Is Killing Me“ sehe ich die Sache aber ein wenig anders.
Johnny: Das sehe ich auch so, denn der Sound des Albums ist doch nicht so depressiv ausgefallen und für mich persönlich ist es das lockerste Album geworden, welche TYPE O NEGATIVE jemals aufgenommen haben. Hinzu kommt auch noch, dass es sehr natürlich ist.
Kenny: Es ist auch das erste Mal wieder, dass wir mit Punkelementen gearbeitet haben. Durch diese Elemente wirkt das Songmaterial auch wesentlich lockerer.
Ihr habt ja auch einen Coversong auf dem Album mit dem Titel „Angry Rich“. Dieser stammt aus dem aus dem Punk´n Glam-Transvestiten Musical „Hedwig And The Angry Rich“. Warum habt ihr dieses Lied mit auf das Album genommen?
Johnny: Peter ist ein großer Fan dieses Musicals und er wollte unbedingt dass dieser Song auf das Album kommt. Wir selber sind aber auch sehr große Fans dieses Musicals und wir sind froh, dass wir dieses Stück mit aufgenommen haben.
Wer schreibt eigentlich die meisten der Songs bei euch?
Kenny: Peter schreibt die kompletten Songs. Wenn das Gerüst der Songs steht, kann ich dann meine Gitarren so einsetzen, wie ich es für richtig halte und auch die Band es für gut befindet.
Johnny: Ich versuche auch noch ein wenig an meinen Vocalparts zu arbeiten, denn das ist auch ein sehr wichtiger Punkt
Kenny: Nachdem wir dann alle die Songs überarbeitet haben, gehen wir ins Studio und Peter und Josh produzieren dann das Album.
Was ja in der Vergangenheit eigentlich immer der Fall war. Aber sie wissen ja auch selbst am besten, wie das Material klingen soll. Besser hätte es sowieso niemand machen können. Ein anderes Thema ist, dass die meisten der Alben gewisse Themen beinhalteten. So handelte „World Coming Down“ von Drogen und Tod und ein anderes Album hatte das Thema Sex zum Inhalt. Hat „Life Is Killing Me“ auch wieder ein Hauptthema?
Johnny: Ich würde es als Drogen, Wahnsinn und Tod bezeichnen. Obwohl es auch einige Passagen mit Liebe vorkommen.
Nach einigen Recherchen im Internet stieß ich auf eine Befragung von Johnny. Er wurde unter anderem auch gefragt, welche Tour am meisten in seinem Gedächtnis haften geblieben ist. Er antwortete spontan, dass dies der wahnsinnige Toilettenpapierkampf auf der PANTERA-Tour war. Erzähl uns doch ein wenig davon.
Johnny: Das ist auf der Tour 1994 passiert. Jeden Abend auf dieser Tour war einfach nur Chaos. Die Leute waren auch sehr unzufrieden und auf einmal flogen Die Toilettenrollen auf die Bühne.
Kenny: Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie das ausgesehen hat. Über 2000 Rollen dieser großen Rollen flogen in Richtung Bühne. Als wir die Bühne betraten, mussten wir über diesen riesigen Berg mit Toilettenpapier laufen. Es war schon ein imposanter Anblick.
Gab es denn auch schlechte Erfahrungen, die ihr auf der Bühne gemacht habt?
Johnny: Das auf jeden Fall. Ich erinnere mich noch ganz genau an die Tour mit NIN. Das war einer der schlechtesten Touren die wir absolviert haben. Wir haben aber aus diesen Erfahrungen gelernt.
Ein anderer Punkt ist der, dass TYPE O NEGATIVE mit sehr vielen unterschiedlichen Bands, wie z.B. QUEENSRYCHE, PANTERA, NIN usw. auf Tour waren. Hat euch das sehr viel gebracht?
Johnny: Ich denke, dass TYPE O NEGATIVE eine Musik machen, welche von Anhängern verschiedener Richtungen des Metals gemocht wird. Das kommt nicht nur durch die Touren allein, obwohl diese uns doch, in Bezug auf die Bekanntheit sehr viel gebracht haben. Jedes Konzert mit einer anderen Band bringt einem wieder mehr Fans. Uns selber macht es auch Spaß mit den unterschiedlichsten Bands zu touren, Hauptsachen es passiert nicht wieder so eine Sache wie mit PANTERA.
Johnny, ich habe gelesen, dass Peter in der Vergangenheit gesagt hat, dass du ein sehr positiv denkender Mensch bist. Weiter meinte er, dass er dir dies im Laufe der nächsten Zeit ausreden werde. Ich denke, dass er dies nur im Scherz gesagt hat.
Johnny (lacht): Das hoffe ich auch. Richtig ist aber, dass dies niemand schaffen wird. Ich bin nun mal ein positiver Mensch. Da wird sich auch nie etwas dran ändern.
Ihr habt ja jetzt zwischen den einzelnen Open Airs einige Hallenshows eingebaut. Wie sind diese denn bis jetzt verlaufen?
Kenny: Einfach fantastisch. Sie waren alle ausverkauft und die Resonanz ist riesengroß. Auch auf den Open Airs lief bis jetzt alles super gut. Es ist schon überwältigend.
Was ist denn nach diesen Auftritten geplant? Geht ihr wieder zurück nach Amerika?
Johnny: Nach den Open Airs fliegen wir wieder nach Amerika. Dort soll dann eine Tour starten.
Ist denn das Album dort auch schon veröffentlich?
Johnny: Es wird jetzt, wenn wir wieder zurück sind veröffentlicht. Dann können wir auch die Tour in Angriff nehmen.
Wann kommt ihr wieder nach Europa? Ich hoffe doch bald.
Kenny: Wir kommen auf jeden Fall zu einer ausgedehnten Tour zurück nach Europa. Bis jetzt stehen aber noch keine genauen Daten fest. Angedacht ist der Winter oder das nächste Frühjahr. Wir sind natürlich sehr darauf aus unsere treuen Fans so früh wie es möglich ist mit unserer Show zu erfreuen. Aber die genauen Termine werden wohl erst nach dem Sommer bekannt sein.
Dann kann ich euch nur alles Gute für die nächste Zeit und vor allem für die kommenden Open Airs wünschen. Ich persönlich hoffe jedenfalls, dass uns TYPE O NEGATIVE so schnell wie möglich wieder besuchen kommen, denn es ist immer wieder ein Erlebnis, diese Band auf der Bühne zu sehen.
Story: Gisela
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