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VIRGIN BLACK

1995 war ihr Gründungsjahr. Die Rede ist von der australischen Gothic-Metal Formation VIRGIN BLACK, bestehend von Anfang an aus, Rowan London (vocals, piano & keyboard), Samantha Escarbe (lead guitar & cello), Ian Miller (bass & vocals), Dino Cielo (drums) und Craig Edis ( guitars & vocals) haben mit “Elegant … And Dying” ihr bereits zweites Album auf den Markt gebracht. Durch Rowan konnte ich ein wenig über ihre neueste Produktion in Erfahrung bringen.

Wann habt ihr mit der Produktion eures neuen Albums „Elegant … And Dying“ begonnen?

– Ich glaube, wir haben Mitte letzten Jahres begonnen – der gesamte Produktionsprozess dauerte ein Jahr. Das ist eine ziemlich lange Zeit, aber das hängt mit unserer Art der Musik zusammen. In unseren Kompositionen haben wir einen Menge Instrumente eingesetzt. Und wir haben sehr viel ausprobiert, damit die verschiedenen Instrumente gut miteinander harmonieren konnten. Dafür mussten die einzelnen Instrumental-Phrasen vor dem eigentlichen Einspielprozess natürlich auch präzise gesetzt sein. Für uns war es nicht so einfach, das wir sehr perfektionistisch arbeiten.

Habt ihr euer neues Album selbst produziert?

– Ja, ich habe unser Album produziert. Uns sind viele Dinge bezüglich des Sound von großer Wichtigkeit. Für uns muss die gesamte Produktion stimmen. Bei der Eigenproduktion haben wir in jedem Bereich die Kontrolle und können auch viel besser herumtüfteln. Wir versuchen den größten Teil selbst zu machen.

Wer ist verantwortlich für die Texte und wer für die Musik?

– Samantha und ich waren ausschließlich verantwortlich für die Texte und Musik.

Was hat euch zu den düsteren, traurigen und sehr emotional gestalteten Texten inspiriert? Ihr singt vom Sterben, der Asche aber auch von der Hoffnung und der Ewigkeit.

– Wir versuchen die Texte aus dem Bauch heraus zu komponieren. Das was wir hören oder sehen mit Hilfe unserer Empfindungen und Gefühle in Form von Texten auszudrücken. Die Freude und das Leid, eigentlich alle Bereiche des Lebens der einzelnen Individuen versuchen wir in unsere Lyrik unterzubringen, die wir dann mit unserem Sound verstärken. Was geschieht mit anderen Menschen, nicht nur in unserer Nähe, sondern auf der gesamten Welt. Was bewirken politische Systeme oder Katastrophen bei der Bevölkerung und wie versucht sie sich damit auseinander zu setzen … wenn sie gestresst oder in die Enge getrieben werden. Das gilt nur für das Album „Elegant … And Dying“. Ich bin mir sicher, dass unser nächstes Album ganz anders sein wird. Aber auch das Leben geht weiter, bei uns allen. Und wir werden unter Umständen für uns völlig andere Voraussetzungen vorfinden.

Deshalb auch der Titel „Elegant … And Dying“!

– Genau. Es soll heißen … zuerst ist eine Person elegant, also schön oder schick, bevor sie irgendwann stirbt. Und das Schöne vergeht, verliert sich. Übrig bleibt nur ein Körper.

In dem Song „Adorned in Ashes“ arbeitet ihr sehr stark mit Chorelementen, wodurch ein heldenhafter Sound mit enormer Raumtiefe entsteht. Es scheint beinahe so, als wenn die Stimme wie eine Skulptur aus diesem Klangbett aufsteigt … die Finsternis zur Hoffnung wird. Was für eine Idee steht dahinter?

– Das ist nicht so einfach zu beantworten. Ich glaube, es ist wichtig, den Kontext zu verstehen. Unser erstes Album „Sombre Romantic“ war sehr düster, sehr depressiv ausgerichtet, sowohl die Musik als auch das Cover , praktisch ohne jede Hoffnung. Wenn du unser aktuelles Album siehst, dann fällt als erstes unser weißer Coveruntergrund auf, und das Bild steigert sich von der Farbe schwarz bis zu hellgrau. Und erst, wenn du hineinsiehst dann wird es düster. Und bei unseren Songs ist es genauso. Der erste Song „Adorned in Ashes“ ist positiv, innerhalb des Songs steigert sich der düstere Aspekt zum Positiven hin. Ich denke, die erste Hälfte von „Elegant … And Dying“ ist eher optimistisch im Vergleich zur zweiten Hälfte, die dann wieder eher düster wird. Ich glaube, das dies in dir das Bild der Skulptur entstehen lässt. Der Untergrund ist die Finsternis und der Aufstieg der Skulptur ist die Hoffnung.

Wie kamt ihr auf die Idee, neben aggressiven Gitarrenriffs auch Piano und Celloelemente einzusetzen?

– Das ist das was VIRGIN BLACK ausmacht. Wir versuchen, dem mitunter düsteren Flair unserer Songs einerseits die Härte zu nehmen und andererseits sie verschiedenartiger zu gestalten. Wir machen die Musik die wir mögen. Und wir lieben es in unseren Sound klassische Instrumente wie das Piano oder das Cello zu integrieren. Das dadurch natürlich auch klassische Elements in unsere Musik einfließen macht dem Sound zu unserem unverkennbaren Sound. Wir mögen auch sehr harte, aggressive Musik. Für uns ist es generell sehr wichtig, unterschiedliche Emotionen in unsere Songs einfließen zu lassen.

Eure Songs haben kein eindeutiges Ende, sondern fließen ineinander über … ich hatte mitunter das Gefühl, das eurer Album „Elegant … And Dying“ ein Stück ist. Welche Inspiration steht dahinter?

– Viele Bands komponieren vierzehn Songs und spielen anschließend zehn ihrer besten Stücke ein. Wir machen es etwas anders. Bevor wir ein neues Album produzieren wollen, planen wir lange Zeit vorher wie wir vorgehen wollen. Für uns ist die Thematik und die Song-Basis wichtig. Wenn wir sie dann einspielen, dann gehen wir ganz exakt vor. Es ist definitiv wahr, dass sich unsere Songs wie ein einziges Stück anhören. Ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass wir ein Konzeptalbum produziert haben … „Elegant … And Dying“ ist aber mit Sicherheit ein themengebundenes Album. Sozusagen eine Story.

Interessant sind die Brüche in euren Songs. Düstere Passagen werden mit Einsatz von  Metal- oder verspielten Elementen durchbrochen.

– Ich denke Musik hat eine Menge mit Dynamik zu tun. Genaugenommen versuchen wir mit den Gegensätzen zu experimentieren, z.B. Pessimismus  und Hoffnung. Ich denke, dass einige Leute beim Anhören von „Elegant … And Dying“ etwas überrascht sein werden, da hier die verschiedenen Stimmungen bisweilen durch Brüche spontan verändert werden … z. B. von laut und aggressiv zu gefühlvoll und leise. Es war uns für das Kreieren der Story sehr wichtig.

VIRGIN BLACK selbst bezeichnet ihre Musik als “A dark opera, a classical doom touched epic, a sinister soundtrack to life’s bitterness” – wie wahr, wie wahr! Geplant ist ein neues Album, und sie arbeiten an aktuellen Songs.  Rowan verriet mir nur so viel: Das nächste Album soll sich von der aktuellen Scheibe völlig unterscheiden.

Gabi Peiter

 

 

 

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