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DOMAIN

Schon beim letzten Album „The Artefact“ merkte man, dass sich DOMAIN sehr stark weiter entwickelt hat. Mit ihrem neuen Album „The Sixth Dimension“ liefern sie aber ihr reifstes Album ihrer Karriere ab. Die Songs, welche teilweise schon in die Power-Metalecke anzusiedeln sind, strotzen vor Energie. Wie alles so gekommen ist, dazu konnte mir Gitarist Axel Ritt, bei einem Interview, die passenden Antworten geben.

 „The Sixth Dimension“ ist wirklich das beste Album geworden, welches DOMAIN jemals veröffentlicht haben. Hat dazu auch ein wenig die Tour im vergangenen Jahr mit HTP (Hughes Turner Project) beigetragen, denn bei manchen Parts kommen richtige traditionelle Deep Purple-Sounds zum Vorschein?

– Dazu beigetragen würde ich jetzt nicht so sagen, denn beeinflusst haben uns die alten Heroen nicht im Songwriting. Die Tour war aber in gewisser Weise eine Offenbarung. Wir haben aber bei zwei solcher Legenden, auf der Tour durch Europa sehr viel dazugelernt. Wir haben von dieser Tour auch sehr viele Ideen für das neue Album mit nach Hause genommen. Das wir an manchen Stellen nach Purple klingen liegt wohl daran, dass wir eine schwer verzerrte Hammondorgel mit eingebaut haben. Wir konnten diesbezüglich auch manche Parallelen nicht vermeiden, weil eben eine bestimmte Art von Musik machen.

DOMAIN haben sich mit zwei neuen Musikern, Bassist Sandro Lo Giudice (Circle Pf Pain) und Drummer Stefan Köllner (ex-Symphorce), verstärkt. Liegt es vielleicht auch an den Beiden, dass „The Sixth Dimension noch härter klingt als „The Artefact“, denn ich denke, sie waren schon ins Songwriting Intregiert?

– Ja sie waren am Songwriting beteiligt. Es sind drei Songs auf dem Album von allen geschrieben worden. Ich persönlich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass die neuen Leute am Songwriting beteiligt werden, denn ich bin der Meinung, dass eine Band auf Dauer nur kreativ arbeiten kann, wenn sich alle Musiker austoben können. Die letzten Alben habe ich ja mit Carsten alleine geschrieben und mein Anteil auf diesem Album liegt ca. bei 70%, aber der Bandanteil wächst von Album zu Album.

Das kann ich nachvollziehen, denn wenn ihr beide das Songwriting alleine bewältigt, ist es ja am Ende keine wirkliche Bandarbeit.

– Richtig, aber wenn ich einen Song schreibe, dann mache ich das für die Band. Es ist auch nicht so, dass ich an der Band vorbei komponiere und nur mein Ding durchziehen will. Gut ist aber jetzt auch, wenn die anderen Musiker sich mit einbringen, kommen auch andere Einflüsse mit rein, auf die ich selber vielleicht nie gekommen wäre.

Die Einflüsse merkt man stark auf Songs wie „Warpath“ oder „Last Exit Moon“, welche regelrechte Killersongs sind. Was mir auch im Gegensatz zu euren früheren Veröffentlichungen aufgefallen ist, ihr habt nur eine richtige Ballade auf dem Album. War euch das wichtig, dass die Songs weiter nach vorne gehen?

– Wir haben uns vor dem Songwriting lange unterhalten. Als Resultat kam dabei heraus, dass wir den auf „The Artefact“ eingeschlagenen Weg weiter verfolgen wollen. Es war eine klare Konzeption gewesen, denn mit „The Artefact“ haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir haben uns jetzt auch, mit diesem Album, endgültig von dem traditionellen Hardrock verabschiedet, welcher ja heute schon als Pop gilt. In dem Bereich des Melodic Metal fühlen wir uns auch sehr viel wohler. Wir haben auch auf „The Artefact“ gemerkt, dass wir mit diesem Sound auch neue Fanschichten erschließen können.

Der Markt wird ja auch im Moment zugeschüttet mit Band saus dem melodischen Rockbereich.

– Man ist auch ganz ehrlich, mit dem traditionellen Hardrock sehr stark eingeschränkt. Man kommt eben über einen bestimmten Härtegrad nicht hinaus, aber auf der anderen Seite ist man noch zu rockig, um bei Radios gespielt zu werden. Mit dieser Musik sitzt man im Moment zwischen allen Stühlen. Uns war zu Beginn des Songwritings wichtig, dass die Roots von DOMAIN vorhanden sind, denn wir sind immer noch melodisch und haben einen Sänger, den man auch versteht. Die typischen Sounds von DOMAIN, wie die Keyboards, sind ebenfalls vorhanden. Man hört, wir sind es, nur wir haben uns weiter entwickelt.

Das ist doch völlig normal, dass man sich weiter entwickelt, denn wenn man offen ist für Musik, sollte es eigentlich nicht anders sein, oder wie siehst du das?

– Eigentlich schon, aber ich für meine Person höre seit etwa 2 Jahren in meiner Freizeit fast nur noch Klassik, denn das was man im Moment im Rock- und Popbereich hört, kennt man schon. Ich ziehe aus diesen klassischen Kompositionen im Moment eine sehr große Inspiration heraus. Man hört jetzt unseren Songs, bis auf einige Parts keine klassische Musik heraus, aber es erweitert den musikalischen Horizont viel weiter. Ich ziehe auch den Reiz aus Dingen wie, handwerkliche und musikalische  Fähigkeiten. Das reizt mich auch und deswegen versuche ich auf dieser Ebene den Bogen weiter zu spannen. Wichtig ist aber, dass man nicht am Fan vorbei komponiert.

Etwas außergewöhnlich ist ja auch das Stück „Time Machine“, welches durch interessante Gesangspassagen richtig toll klingt. Dies ist aber auch kein typischer DOMAIN-Song.

– Richtig, denn wenn ein Song ein wenig von der Tour beeinflusst wurde, dann dieser. Man hört wirklich die 70iger Jahre heraus, vor allem wegen des Beats beim Drumming. Es erinnert einem ein wenig an „Ballroom Blitz“ von den Sweet.

Euer Album heißt „The Sixth Dimension“ und nicht „The Fifth Dimension“?

– Es ist das offizielle sechste Studioalbum von DOMAIN. Die Idee zu diesem Titel fanden wir alle ziemlich gut und wie konnten wir besser unser sechstes Album beschreiben.

So kann man auch einen Bezug zum Titel herstellen. Jetzt aber zu etwas anderem. Euer Album ist ja gut 61 Minuten lang und zusätzlich habt ihr mit „Charade“ noch einen Bonus Video-Clip auf dem Album. Wolltet ihr mit dieser Zugabe den Fans etwas bieten für ihr Geld?

– Auf jeden Fall. Das Video wurde im Zuge unserer Europatournee in Oberhausen und Bremen mitgeschnitten. Aus diesem Material haben wir dann das vorliegende Video zusammen geschnitten.

Auf „The Sixth Dimension“ ist mit „Rats In The Cellar“ auch ein Aerosmith-Cover vertreten. Ich muss ehrlich gestehen, bei diesem Sound werden regelrecht die letzten Ratten aus dem Keller vertrieben und im Grunde liegen Welten zwischen dem Original und eurer Interpretation.

– Wir hatten diesen Song schon für einen Samplerbeitrag für ein Aerosmth-Tribut-Album aufgenommen. Leider ist dieser nie erschienen. Dadurch, dass der Song schon fertig war, dachten wir uns, dass es eine tolle Bonusgeschichte ist. Ich muss auch sagen, dass er mit dem Original nicht mehr allzu viel zu tun hat, es ist fast eine richtige DOMAIN-Nummer geworden.

Was mich jetzt eigentlich noch interessiert ist, was macht dir eigentlich mehr Spaß, dass härtere oder das ruhigere Songmaterial?

– Das ist sehr schwer zu beantworten, denn es ist meistens eine Frage des jeweiligen seelischen Zustands. Ich habe Momente, wo ich ganz furchtbar auf den Balladen-Trip bin und am nächsten Tag habe ich so viel Energie, dass mir die härteren Sachen mehr liegen. Ganz ehrlich muss ich aber gestehen, dass ich im Grunde eigentlich wesentlich mehr zu den härteren Sachen tendiere. Für mich muss aber trotz allem ein harter Song noch melodisch klingen, aber die Gitarrenarbeit. Für mich ist Härte nicht Gebrüll oder Geschrei, es sollte einfach alles im Einklang sein und ich glaube das ist uns gut gelungen.

Dem kann ich nicht mehr widersprechen und ich hoffe, dass wir das neue Material bald auch live begutachten können. Ich hoffe jedenfalls, dass DOMAIN mit „The Sixth Dimension“ wieder einen weiteren Schritt nach oben gehen werden.

Story: Gisela

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