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SILVER

SILVER stehen mit ihrem dritten Album am Start. „Intruder“ ist das mit Abstand reifste Album der deutschen Band. Die Band um Sänger Gary Barden (ex-MSG), Gitarrist Bernie Torme (ex-Gillan, Ozzy Osbourne)Keyboarder Don Airey (Deep Purple) und Michael Voss haben es geschafft einen sehr eigenständigen Stil zu kreieren. Was es sonst noch an interessanten Neuigkeiten gibt, konnte ich von Michale Voss selber erfahren.

Mit einem sehr eigenständigen und teilweise auch neue Pfade bestreitenden Album melden sich SILVER zurück. Es gibt einiges was man herausheben könnte, aber für mich der beeindruckenste Song ist das Instrumentalstück „Dance With The Devil“, welches ein sehr gutes Drumming besitzt. Warum habt ihr euch für einen Instrumentalsong entschieden?

– Das ist eigentlich eine Hommage an Cozy Powell. Das Stück stammt ja von Cozy und mit diesem Stück war er sogar in den Top 10 in England. Da alle Musiker, welche auf „Intruder“ vertreten sind, schon einmal mit Cozy Powell zusammen gespielt haben, ist dieses Stück eben ein Tribute an Cozy.

Es wird einem zuerst gar nicht bewusst, denn er ist sehr eigenständig eingespielt worden. Ich habe ihn nämlich auch noch als Vinyl bei mir zu Hause.

– Ich habe ihn auch noch auf irgendeiner Compilation und dabei habe ich ihn auch aufgespürt. Wir haben dann zusammen mit Bertram Engel (Peter Maffay, Bruce Springsteen, Robert Palmer) über diesen Song gesprochen. Er war auch sofort begeistert, denn diesen Song wollte er schon immer mal aufnehmen.

Apropos Bertram Engel. Er hat ja sehr viel eingespielt. Warum habt ihr nicht auf Marco Minnemann zurückgegriffen?

– Marco war zu dieser Zeit mit Paul Gilbert unterwegs. Er hat auch nur einen Song eingespielt. Bertram hatte uns angeboten, weil er große Lust auf die neuen Songs hatte, die Songs einzuspielen. Wir sind dann nach Mallorca geflogen und haben dann dort im Studio innerhalb einer Woche die Songs aufgenommen.

Man merkt auch das exzellente Drumming sehr stark. Er hat ja doch eigentlich einen anderen Background und auch sehr viele Sachen mittlerweile gemacht. Man merkt aber richtiges Herzblut bei der Sache.

– Das auf jeden Fall, denn er ist ein Musiker, der sich eine Stunde auf einen Song vorbereitet und danach hat er einen wahnsinnigen Adrenalinschub und dann ist es das auch. Er ist danach so fertig, weil er wirklich alles gegeben hat. Das kommt auf dem Album wirklich sehr gut zur Geltung. Über Bertram Engel zu diskutieren ist sowieso wie Eulen nach Athen zu tragen. Wenn einer das Schlagzeug spielen in Deutschland geprägt hat, ist das Bertram Engel.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Instrumentierung auf der Ballade „Bleed“. Mir fiel das schon beim ersten Anhören auf, aber wenn man sich das Stück mehrmals anhört kommen noch viel mehr Feinheiten zu Tage.

– Das ist genau richtig, denn sie gehen wirklich beim ersten Anhören ins Gehör, aber es wirkt alles ein wenig, das ist jetzt nicht negativ gemeint, verschroben. Gary trägt das als Unterstützung auch noch sehr toll mit seiner Stimme.

Richtig, ich bin auch ein großer Fan seiner Stimme. Mir ist sowieso sehr wichtig, dass eine Stimme gut ist, denn sie trägt doch sehr stark zu einem guten Song bei.

– Das ist uns auch sehr wichtig, denn zu ca. 90% werden die Songs von der Stimme getragen. Diese charakterhafte und schwere Bluesstimme gibt den Songs die Stimmungen. Die Songs werden erst durch Garys Stimme zu dem, was wir uns am Anfang vorgestellt haben.

Wie sah es denn dieses Mal mit dem Songwriting aus. Hast du den größten teil gemacht?

– Nein, denn ich habe nur einen Song beigetragen. Die Songs sind durch, wie beim letzten Mal, Andreas Bruhn und Thomas Zink gemacht worden. Ich habe eigentlich nur hier und da etwas gemacht. Es ist eigentlich wieder das gleiche Team gewesen, welche auch für die beiden ersten Alben zuständig war. Gary hat dieses Mal auch einige Textzeilen geschrieben.

Ist es eigentlich wichtig für euch, mit Gastmusikern zu arbeiten?

– Es war auf „Intruder“ nicht so wild gewesen, wie auf dem letzten Album, denn Bertram hat bis auf einen Song die komplette Scheibe eingespielt. Don hat die Keyboards und Bernie die Gitarren eingespielt. Alles im Grunde so, wie es bei den ersten beiden Alben auch war.

Ihr habt aber auch mit den Bassisten Bob Daisley und Colin Hodgkinson, sowie Gitarrist Tommy Denander doch einige Gastmusiker auf dem Album.

– Die haben aber nur auf einigen Parts der Songs mitgespielt. Ich bin ein großer Fan von Tommys Gitarrenarbeit. Ich habe ihm dann eine E-Mail geschickt, ob er nicht Lust hätte was zum Album beizutragen. Er schickt mir dann etwas vorbei und das was er mir schickte war so gut, dass ich es sofort mit in die Songs einbauen musste. Dies war eigentlich nur eine Session gewesen. Durch seine Ideen wirkt der Titelsong wesentlich explosiver. Colin hat auf „Dance With The Devil“ mitgewirkt und das Beste daran ist, dass er diesen Song damals zusammen mit Cozy auf Workshops gespielt hat. Bob ist einfach aus Australien gekommen und hat auch auf einigen Stücken mitgespielt. Das war wirklich der Wahnsinn, dass er extra für die Recordings zu uns kam.

Ihr habt mit „When The Lights Go Down“ einen Song auf dem Album, wo vermerkt ist, dass die ein Jovel-Song ist. Ich weiß jetzt, dass vor kurzem die Jovel-Halle in Münster ihr Türen geschlossen hat. Ist dies ein Tribute an diese Halle?

– Ja, denn der komplette Betrieb ist eingestellt worden. 110 Mitarbeiter sind von heute auf morgen arbeitslos geworden. In der letzten Woche vor der Schließung gab es dann Benefizkonzerte. Wir haben am vorletzten Abend gespielt und haben für diesen Abend eine Coverband zusammengestellt. Gary hat dann auch bei dieser Formation mitgesungen. Aus diesem Grund haben wir dann „Wheen The Lights Go Down“ geschrieben. Leider sind die schönen Zeiten vorbei und wir werden uns noch lange an die tollen Konzerte erinnern, welche in dieser Halle stattgefunden haben.

Ist es nicht schade, dass die „kleineren“ Konzerthallen doch alle mit der Zeit schließen?

– Es ist richtig bitter. Es muss Clubs geben und das Jovel war mit einer Kapazität von 1500 Zuschauern genau der Club, der die Szene in der Mitte bedient. Wenn selbst nur 600 Zuschauer anwesend sind, sieht das immer noch gut aus. Das ist uns leider nun in Münster genommen worden. Aber das Ausmaß werden die Verantwortlichen erst später begreifen, was sie der Szene damit genommen haben. Es gibt jetzt nur noch die Halle Münsterland, wo locker 6000 Zuschauer hinein passen.

Ihr habt ja nun innerhalb von gut 24 Monaten 3 Alben veröffentlich. War es euch wichtig diese Kontinuität zu zeigen?

– Ich finde das total geil. Bei der ersten Scheibe war es noch so, dass diese eine Idee von der Plattenfirma war und sollte eigentlich ein einmaliges Projekt werden. Das Album war aber ziemlich erfolgreich und da haben wir uns gedacht: Gut, legen wir noch eine nach. Das Album lief auch sehr gut und uns blieb eigentlich gar nichts anderes übrig, als ein neues Album zu machen, denn wir haben gemerkt, dass der Markt für diese Musik vorhanden ist. Wir haben es auch dieses Mal mit unserer Plattenfirma Point zusammen gemacht und ich bin sehr stolz darauf, eine solche Plattenfirma im Rücken zu haben. Diese Kontinuität, welche sie ja auch bei SHAKRA vollbracht haben ist wirklich toll. Sie setzen nicht auf Eintagsfliegen, sondern bleiben an einer Band dran und ziehen ihr Ding durch. Das freut mich persönlich sehr.

Das Album von SHAKRA ist auch ein tolles Teil geworden.

– Es geht auch bei ihnen kontinuierlich nach oben und die Entwicklungskurve zeigt ganz stark nach oben. Da haben die Jungs von Point auch ein dickes Lob verdient. Heute ist es doch so, wenn eine Scheibe nicht läuft, trennt man sich sofort vom Label. Ich persönlich denke auch, dass nur Kontinuität im Endeffekt Erfolg hat.

Und genau diesen wünsche ich SILVER, denn auch sie haben es mehr als verdient. Mich würde jetzt nur noch eine Tour der Band reizen, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Material live noch besser klingen würde. Warten wir es ab, vielleicht schon in naher Zukunft.

Story: Gisela

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