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ROUGH SILK

Es hat sich in den beiden letzten Jahren einiges getan bei ROUGH SILK. Im letzten Jahr verkündete Sänger Thomas Ludolphy seinen Ausstieg und somit stand die Band ohne Sänger da. Ebenso stieß 2001 Originaldrummer Herbert Hartmann, nach einige Jahren wieder zur Band. Wie sollte es nun weiter gehen? Sie entschlossen sich dazu, die entstandene Lücke, durch den Weggang ihres Sängers nicht zu schließen und fortan die Vocalparts von Gitarrist und Keyboarder Ferdy Doernberg, Drummer Herbert Hartmann und Gitarrist Nils Wunderlich zu überlassen. Wie das so alles funktionierte und wie es in Zukunft weitergehen soll, erklärte mir Herbert Hartmann im nachfolgenden Gespräch.

Ich kenne die Band ROUGH SILK schon seit ihrem Debut und für mich ist das neue Album „End Of Infinity“, dass bisher vielseitigste Album ihrer Karriere.

– Das freut mich besonders, denn das ist auch genau das, was wir auch von dem Album meinen. Wir haben in der Vergangenheit immer uns bemüht so vielseitig wie nur eben möglich zu sein. Wir haben uns nie davor gescheut Elemente über den Tellerrand hinaus in unsere Songs einzubauen. Dieser Fakt hat sich demzufolge auch über die Jahre immer weiter entwickelt. Damals haben natürlich auch die Produzenten versucht das Schiff ROUGH SILK ein wenig zu lenken. Das war auch in Ordnung, denn man kann als junge Band nur lernen. Etwa nach dem dritten Album „Circle Of Pain“ haben wir dann aber versucht die verschiedensten Elemente mit einzubauen und das hat dazu geführt, dass wir immer eigenständiger wurden. Das ist auch beim neuen Album die logische Fortsetzung von dem, was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben.

Dem kann ich nur zustimmen, denn das einbauen von anderen Elementen kommt wirklich sehr gut zum Tragen. So kamen auf „End Of Infinity“ auch Instrumente (Posaune, Mandolinen, Akkordeon oder Trompete) zum Einsatz, welche eigentlich für Hardrock oder Metal sehr unüblich sind.

– Das ist richtig, aber wir sehen uns in diesem Heavy-Genre, aber durch unsere Interpretation wird es auch nicht langweilig.

Jetzt zu einem anderen Punkt. Im letzten Jahr erklärte Thomas Ludolphy seinen Austritt. War dies ein Schock für euch?

– Nein, denn es ist regelrecht harmonisch geschehen. Thomas hat sich aus persönlichen Gründen, die nicht die Band betraf, von uns getrennt. Es war eine Trennung in Freundschaft. Danach haben wir uns die Schlüsselfrage gestellt: Brauchen wir überhaupt einen neuen Sänger? Wir mussten diese Frage mit einem nein beantworten, denn Ferdy hat Erfahrung als Sänger ebenso wie Nils Wunderlich und auch ich. Somit hatte sich dieses Thema erledigt.

Eine Premiere gibt es auch auf dem Album. Ferdys Vater Martin Doernberg, ein Konzertgeiger, begleitete euch auf dem Stück „The Fiddler On The Skeleton Horse“. Es war auch die erste Aufnahme, welche die beiden zusammen getätigt haben. Hat es Ferdys Vater denn Spaß gemacht?

– Das auf jeden Fall. Die beiden haben sofort harmoniert und es war eine Freude diesen Song aufzunehmen. Es war für uns auch eine gewisse Ehre gewesen, denn Martin Doernberg ist nicht nur klassischer Konzertgeiger, sondern er ist auch noch klassischer Komponist, von dem man immer wieder Stücke im Radio hört.

Demnach kann man sagen, dass im Hause Doernberg die Musikalität oberste Priorität hat.

– Das kann man so sagen. Wir kennen uns nun auch schon eine lange Zeit, denn wir haben viele lange Jahre bei den Doernbergs in der Garage geprobt. Insofern gab es also auch keine persönlichen Berührungsängste.

Ein sehr eigenwilliges Stück ist das Lied „Mrs. Jealousy & Mr. Greed“. Durch die am Anfang sehr orchestralen Parts und dem darauf folgenden doch sehr heavy angelegten Sound, ist er doch sehr vielseitig. Bei ihm treffen die verschiedensten Elemente aufeinander.

– Richtig und wenn du diesen orchestralen Part am Anfang nimmst ist dir sicher auch aufgefallen, dass dieser in der Mitte wieder aufgegriffen wurde. Dies geschieht zwar an dieser Stelle mit einer harten Instrumentierung. Wir wollten damit nur beweisen, dass man mit einer anderen Instrumentierung, gewisse andere Elemente mit in die Songs einzubauen kann. Nimm nur den Song „The Fiddler On The Skeleton Horse“, wo an einer Stelle Tangomusik zu hören ist. Auch diese haben wir völlig anders instrumentiert, so dass es sich vollkommen anders anhört. Es ist zwar immer noch tangomäßig angehaucht, aber der Druck ist wesentlich stärker. Insoweit ist es auch interessant, solche Variabilitäten aufzugreifen und mit ihnen zu arbeiten.

Um noch einmal auf „Mrs. Jealousy…“ zurückzukommen, denn auf diesem Song steuert euer Bassist Ralf die Deathvocals bei. Es ist aber der einzige Song wo er zum Zug kommt. Hat er sich bewusst aus den Gesangparts ausgeklinkt?

– Nein, denn er hat die Backgroundsachen alle mitgesungen. Durch seine Stimmlage war uns seine Stimme für die Backgrounds mehr als nützlich. Durch seine basslastige Stimme war er aber wie geschaffen für „Mrs. Jealousy…“.

Sind bei euch denn schon Konzerte für die nächste Zeit in Planung?

– Im Moment passiert erst einmal nichts, denn Ferdy ist zurzeit mit Jeff Kollmann auf Tour. Danach muss er noch die neue Scheibe von Axel Rudi Pell mit aufnehmen. Danach, ich schätze im Dezember, werden wir unser Live-Programm fertig stellen. Im Frühjahr werden wir denn eine Club-Tour in Angriff nehmen.

Es ist auch besser für das neue Jahr zu planen, denn im Moment ist im Grunde fast jeder unterwegs und bei dieser Masse an Konzerten läuft man Gefahr, dass zu wenige Besucher in ein Konzert kommen.

– Das ist richtig, denn die Leute, die wirklich handgemachte Musik lieben, gehen nicht zwei oder dreimal in der Woche zu einem Konzert. Man sollte auch nicht in einer Zeit auf Tour gehen, wo zu viel stattfindet, denn dazu ist die Heavy-Gemeinde doch ziemlich klein. Ich finde den Termin Februar oder März wesentlich sinnvoller um eine Club-Tour zu starten.

Es ist ja auch immer toll, Konzerte in einem Club zu erleben, denn die Atmosphäre ist doch wesentlich intensiver, als in einer größeren Halle.

– Ich finde die Atmosphäre auch viel besser, obwohl wir im Laufe unserer Karriere auch in größeren Hallen gespielt haben und auch dort eine gute Stimmung herrschte. Trotz allem bin ich mehr ein Fan der Club-Shows. Der Unterschied bei solchen Konzerten ist der, wenn man in einer Halle spielt mit 6000 Zuschauern ist das zwar toll, aber es ist immer schwer die Leute zu motivieren. In einer kleinen Halle kann man sofort mit den Leuten Kontakt aufnehmen und deswegen ist es auch meistens der Fall, dass alle Zuschauer auch mitmachen und am Ende des Konzerts begeistert nach Hause gehen.

Das kann ich uns auch nur wünschen, wenn ROUGH SILK im nächsten Jahr auf Tour gehen. Aber da habe ich überhaupt keine Zweifel, denn für eine powervolle und lebendige Show sind sie ja schon seit Jahren bekannt. Für mehr Infos könnt ihr auch auf der Homepage von ROUGH SILK nachschauen. Ich würde jetzt sagen, wir sehen uns im nächsten Jahr auf Tour.

http://www.rough-silk.com

Story: Gisela

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