CRYSTAL BALL
Schon wieder gibt es Neuigkeiten aus unserem Nachbarland Schweiz zu vermelde. CRYSTAL BALL stehen mit ihrem neuen Album „Hellvetia“ in den Startlöchern und versuchen weiter auf der Erfolgsleiter nach oben zu schreiten. Mit diesem Album wird es ihnen auch wieder gelingen, denn „Hellvetia“ besitzt das Potential, den bisher erarbeiteten Status weiter zu verbessern. Um Neuigkeiten aus dem Lager von CRYSTAL BALL zu erfahren, sprach ich vor kurzem mit Gitarrist Scott Leach und er konnte mir einige interessante Fact mitteilen.
Als ich den Silberling das erste Mal in den Player schob, bemerkte ich, dass „Hellvetia“ noch druckvoller und heavier ausgefallen ist als das letzte Album. War euch das wichtig?
– Das war schon ein Ziel von uns gewesen, denn nach den ganzen Live-Gigs mit DORO, U.D.O. oder DOKKEN haben wir unsere Songs auch wesentlich heavier gespielt. Das wollten wir jetzt auch auf unser neues Album projizieren. Wir haben uns von Anfang an daran gehalten, dass es richtig knallen muss, aber leider kam das bei den Studioalben nie so ganz rüber.
Liegt das jetzt nur an den Songs oder hat Stefan Kaufmann (ACCEPT, U.D.O.) auch noch ein wenig dazu beigetragen?
– Ich denke, dass es mehr daran liegt, dass wir einen Produzentenwechsel vorgenommen haben. Es gab ja auch auf unserem letzten Album Songs, die wesentlich härter hätten klingen können. Ich war mit der letzten Scheibe nicht so ganz, von der Produktion her, zufrieden. Deswegen sind wir auch jetzt vollkommen glücklich, dass es so gut funktioniert hat.
Dann war die Wahl mit Stefan Kaufmann ja die richtige Entscheidung. Er kommt ja auch aus der Metal-Ecke.
– Er hatte natürlich auch den Vorteil, dass er uns live gesehen hat. So wusste er schon von vorneherein, wie eine Produktion klingen soll.
So kam dann auch sicher der Kontakt mit ihm zustande.
– Genau, wir waren zusammen auf Tour und er hat uns während dieser zeit sehr oft Tipps gegeben, wie wir es besser machen könnten. Er meinte auch zu uns, dass es ihm Freude machen würde, das neue Album für uns zu produzieren. So ging das eigentlich ganz locker vonstatten. Obwohl wir eigentlich erst zusammen mit Tommy Newton das Album machen wollten, aber durch die eingeschobene Tour mit KROKUS hatte Tommy keine Zeit gehabt und wir fragten dann Stefan und er sagte sofort ja.
Dann hattet ihr auch noch eine Portion Glück gehabt, obwohl Tommy Newton auch eine gute Arbeit geleistet hat. Was mir aber noch zusätzlich auffiel, war die Tatsache, dass die Gitarren wesentlich mehr in den Vordergrund gesetzt wurden.
– Das war auch unser Wunsch gewesen. Wir mussten aber gar nicht viel sagen, denn Stefan hat unseren Wunsch optimal umgesetzt. Wir mussten gar nicht viel sagen, denn ihm war von Anfang an klar, wie es klingen sollte.
Kommen wir jetzt aber zum Titel eures neuen Albums. Hat „Hellvetia“ eine spezielle Bedeutung, oder warum habt ihr ihn genommen?
– Die Idee kam uns, weil der Name der Schweiz ja ursprünglich Helvetia ist. Auf den Franken-Münzen ist ja auch die Helvetia abgebildet. Wir haben uns somit als Schweizer geoutet. Wir fanden diese Idee ziemlich lustig, zumal unser Sänger auch bei Auftritten des Öfteren ein T-Shirt angezogen hat, wo ein Schweizer Kreuz drauf abgedruckt war. Das ist eigentlich immer gut angekommen. Wir haben uns dann gedacht, dass wir dem noch einen draufsetzen. Damit es aber nicht ganz so plump ist, haben wir dem Helvetia noch ein zweites L zugefügt, damit das ganze noch metallischer klingt. Im Grunde ist es aber nur ein Wortspiel.
Obwohl ich im Internet gelesen habe, dass euer Titel auch für einigen Unmut gesorgt hat. Ihr habt da aber mit einem Statement dagegen gehalten. Was war genau passiert?
– Es hatten sich wohl irgendwelche Leute gemeldet, die der rechten Szene zuzuordnen sind und sich empört haben. Andere wiederum haben befürchtet, dass wir Rechts eingestellt wären, aber ich kann da nur sagen, dass „Hellvetia“ überhaupt kein politischer Titel ist.
Ihr habt in das Album in der Schweiz ja als Limited Edition in einer 2-Franken-Dose veröffentlicht. Das muss ja ein wahnsinniger Run auf diese Edition gewesen sein.
– Ich habe bisher auch noch keine gesehen. Es gibt auf jeden Fall noch welche davon zu kaufen, aber die Stückzahl ist wirklich sehr begrenzt. Ich kann dir auch gar nicht sagen, auf welche Stückzahl die Box limitiert war. Am Anfang war sogar beabsichtigt, dass die CD nur so erscheint. Ich denke aber das ist daran gescheitert, dass die großen Ketten wie Media Markt oder ähnliche dies nicht wollten. Deswegen ist sie jetzt so als Limited Edition heraus gekommen.
Das wäre doch eine tolle Idee gewesen, denn bei den heutigen Preisen für eine CD kann man den Fans doch wenigstens etwas bieten.
– Genau so denke ich auch. Mit solch einer Verpackung kann man auch dem Brennen von CD´s ein wenig entgegen wirken.
Ihr seid auch kurz nach der Veröffentlichung in der Schweiz auch in die Charts eingestiegen. Habt ihr eigentlich damit gerechnet, denn eigentlich war das Weihnachtsgeschäft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon angelaufen. War das überraschend für euch?
– Ein wenig schon. Wir haben zwar damit gerechnet, aber so sicher waren wir uns auch nicht. Wir hatten damit gerechnet, dass wir neben den ganzen „Best-Of´s“ und Live-Scheiben nicht bestehen könnten. Umso mehr freuen wir uns über den Charteinstieg. Wir werden uns wohl nicht so lange halten können, aber trotz allem ist es ein gutes Zeichen.
In diesem Jahr haben es wirklich drei Bands geschafft, nämlich KROKUS, SHAKRA und ihr jetzt, Deutschland vollkommen aufzumischen. Geht es denn jetzt in der Schweiz ein wenig aufwärts mit dem Rock bzw. Metal?
– Ich hoffe es, obwohl ich es von den Verkäufen oder den Leuten her es nicht so spüre. Aber es gibt ein positives Zeichen, denn die Anzahl der Bands wird immer mehr. Es gibt einige neue Bands und das lässt denn wieder hoffen. Wenn die Leute jetzt auch noch zu den Konzerten kommen, besteht Anlass zur Hoffnung.
Ihr habt doch schon eine große Fanbase in der Schweiz, also müsste das doch funktionieren.
– (Scott lacht) Es ist ja nicht so, als wenn keiner kommen würde, aber dadurch, dass unsere Art von Musik hier nicht so toll verbreitet wird, hat man schon seine Probleme. Im Radio gibt es überhaupt nichts in dieser Richtung zu hören. Aber ich denke durch unsere stetige Präsenz können wir dem entgegenwirken.
Das werden CRYSTAL BALL auch im neuen Jahr wieder beweisen, denn sie sind für die Tour im März, zusammen mit AXXIS und PINK CREAM 69, bestätigt. Das wird ja wieder eine tolle Party auf die man sich schon jetzt freuen kann.
Story: Gisela
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