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CULTUS FEROX

Mit CULTUS FEROX, was frei übersetzt heißt „Wilde Lebensart“ versucht eine neue Band, das mittelalterlich Publikum in ihrem Bann zu ziehen. Das funktioniert ganz gut, denn die Schar an Fans wird immer größer. Die Vorgeschichte der Musiker bildet die Grundlage für einen Erfolg, denn sie haben sich schon über die Grenzen hinweg, bei anderen Bands, ihre Spielmannsehren erobert. Um euch CULTUS FEROX ein wenig näher zu bringen habe ich mit Steffani di Pannoptico (ex-Wolgemut) ein Gespräch zum Thema CULTUS FEROX und ihre Lieder geführt. Hier das Ergebnis.

Wann wurde CULTUS FEROX denn gegründet?

– Der erste Auftritt von uns fand Ostern dieses Jahres statt. An der band arbeiten wir aber schon seit gut einem Jahr.

Ihr habt ja auch im November letzten Jahres eine Maxi-CD mit dem Namen „Weihnachtsmusik aus dem Dudelsack“ veröffentlicht. War diese Veröffentlichung mehr dafür gedacht, euch vorzustellen, also promotionmäßig?

– Nein, das war eigentlich darauf ausgerichtet um an Konzerte zu kommen. Wir haben durch kleinere Auftritte haben wir uns ein wenig Geld dazu verdient, um die Maxi-CD auch zu finanzieren.

Es ist ja auch immer gut, wenn man auf Konzerten als Band was zu verkaufen hat. Jetzt aber zur Band. CULTUS FEROX heißt ja übersetzt Wilde Lebensart. Fühlt ihr euch ein wenig wild?

– Ich würde sagen, wir schon ziemlich wild. Ich hatte schon einige Zeit das Wort FEROX (wild) im Kopf. Das passt sehr gut zu uns, denn unsere Musik ist genauso wie unser Auftreten sehr wild. Dadurch, dass wir von Markt zu Markt ziehen, wildern wir auch regelrecht durch die Gegend. Um noch ein zweites Wort zu finden entschieden wir uns für CULTUS, denn es umschreibt noch einiges mehr, wie z.B. Kultur oder auch Lebensart.

Was fasziniert euch so am Mittelalter?

– Ich würde sagen, genau das Vagabundentum, was wir leben. Wir lieben dieses freie Spielmannsleben, was man ja nicht nur auf das Mittelalter beziehen kann. Es hat sich ja bis zur heutigen Zeit fortgesetzt. Damit meine ich, dass man als Band heute ebenso herumreist, wie im Mittelalter und genau das gefällt uns.

Ich glaube, dass in der heutigen Zeit viele von der freien und wilden Lebensart träumen, aber sie wagen es nicht sie umzusetzen.

– Genau das ist auch der Grund dafür, dass dieses Genre, in dem wir uns befinden, einen solchen Zuspruch erfährt. Wir leben und spielen den Leuten einen Traum vor. Trotzdem löst es eine ungeheure Romantik bei den Zuschauern aus. Diesen Traum kann ja auch nicht jeder so wie wir umsetzen, denn wenn alle herumziehen würden, wäre ja keiner mehr zu Hause, wo man vor spielen könnte. Das gab es ja auch schon früher, denn die Bürger im Mittelalter waren sehr froh, wenn die Spielleute zu Gast waren. Das ist in der heutigen Zeit genauso.

Das ist richtig, denn sonst würde man sich ja nur Spielenderweise in der Gegend über den Weg laufen.

– Richtig, aber irgendjemand muss ja die warmen Kemenaten anbieten. Zu den Bürgerstöchtern mit den warmen Kemenaten, bei denen kehren wir am liebsten ein. Aber meistens wird man deswegen wieder aus der Stadt geworfen.

Ihr habt ja auf eurem Album Lieder aus nördlichen und südlichen Gefilden. Hinzu kommen noch Stücke aus eigener Feder. Wie entsteht eigentlich ein solcher „eigener“ Song?

– Auf unserem Album sind drei traditionelle Stücke, welche wir ein wenig umgewandelt haben. Das Problem in der Mittelalterszene ist, dass die traditionellen Standards schon seit Jahren immer wieder gespielt werden. Deswegen haben wir uns gedacht, dass wir es ein wenig anders machen. Wenn jetzt ein eigener Tanz entwickelt wird läuft es so, dass ich eine Melodie im Kopf habe und mit dieser dann zu Brandan (Der Heilige St. Brandanarius, ehemals Corvus Corax, Tanzwut), mit dem ich diese Iden dann weiter bearbeite. Das geht dann so lange, bis wir beide sagen, jetzt ist es gut. Diesen Zeitpunkt fühlt man aber in den meisten Fällen. Das kann sich aber trotz allem noch weiter entwickeln, nämlich wenn wir diese Ideen der Band vorstellen. Sie können dann auch noch ihre Ideen hinzufügen. Das ist eigentlich der normale Prozess, wenn bei uns ein Lied entsteht.

Also seid ihr beide die Hauptsongwriter?

– Nein, das war jetzt nur ein Beispiel. Jeder von uns hat die Möglichkeit, seine Ideen mit einzubringen. Es gibt demzufolge natürlich auch Stücke von den anderen. Oftmals kommen die Trommler auch mit ihren eigenen Rhythmusideen. Das ist aber von Tanz zu Tanz verschieden.

Was mich fasziniert an eurer Musik ist die Dominanz der Rhythmusfraktion, der einen hervorstechenden Trommelteppich abliefert. Dieser strahlt die Energie pur aus.

– Das stimmt, denn bei uns ist die Konstellation, gegenüber anderen Mittelalterbands anders. Wir haben drei Trommler und drei Pfeifer. Wir legen jetzt aber nicht das Hauptaugenmerk auf den Krach den drei Trommler machen. Vielmehr ist es so, dass wir auf diese Weise die verschiedensten Variationen an Trommelagen bewerkstelligen können. Das ist eigentlich auch der Hauptgrund. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, an manchen Stellen weniger aber variantenreicher die Trommeln einzusetzen.

Also mehr auf den Punkt gebracht.

– Richtig denn mit dieser Arbeitsweise erhalten wir einen größeren Gesamtteppich. Es nag zwar viel aussehen und vielleicht müssen wir uns diesbezüglich noch intensiver damit befassen, aber eigentlich hat es sich jetzt schon herausgestellt, dass es gar nicht nötig ist. Es ist auch unser Wunsch so zu klingen. Ich denke auch, dass diese Trommelarbeit den Songs das gewisse Etwas verleiht.

Richtig, denn das macht euch, in eurem Genre wieder einzigartig.

– Da bin ich auch ganz stolz auf meine Trommelkollegen, denn sie leisten eine fantastische Arbeit.

Ihr fertigt eure Instrumente auch selber?

– Teilweise. Ich z.B. habe mir meine Sackpfeifen von einem bekannten Instrumentenmacher fertigen lassen. Die Instrumente benötigen aber sehr viel Pflege und ebenso wie wir uns als Musiker entwickeln, geschieht dies auch mit den Instrumenten, Man wird mit der Zeit zu einer Einheit. Wenn ich jetzt vielleicht die Sackpfeifen von Brandan oder Briantanus verwenden würde, könnte ich vielleicht höchstens ein Lied darauf spielen, denn die Instrumente entwickeln sich mit der Persönlichkeit eines jeden Musikers und sie sind genau auf die Körperlichkeit des einzelnen Musikers.

Also verschmelzen die Instrumente mit dem Musiker. Das ist ja auch sehr interessant und für mich auch ein neuer Aspekt. Dies konnten die Zuschauer i Sommer auch live erleben, denn CULTUS FEROX waren auf ausgedehnter Tour, quer durch Deutschland unterwegs. Wie waren denn die Resonanzen bei den Märkten, Ritterspielen und sonstigen Veranstaltungen?

– Für mich persönlich war es umwerfend gut, denn ich habe nicht mit einer solchen Resonanz gerechnet. Wir haben durchweg positive Kritiken bekommen. Dadurch haben wir jede Menge mehr an Fans dazu bekommen. Es war richtig fantastisch. Wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr, denn dann gibt es wieder eine Tour.

Darauf bin ich natürlich auch richtig gespannt. Wenn CULTUS FEROX die Tänze des Albums genauso druckvoll live präsentiert, werde ich begeistert sein. Aber meistens klingt es live noch wesentlich kraftvoller.

www.cultusferox.com

Story: Gisela

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