UNHEILIG
Willkommen in meinem Leben
“Zelluloid” heisst das neuste Meisterwerk von UNHEILIG und erfüllt alle Erwartungen an ein perfektes Album..Zusammen mit Terminal Choice und dem neuen Album Gepäck gibt sich der Graf die Ehre auf deutschen Bühnen. Das war Grund genug sich auf den Weg nach Essen zu machen, um sich dort mit den Grafen zu treffen und ihm ein wenig auf den Zahn zu fühlen
Kannst du uns ein wenig über die Entstehung von „Zelluloid“ erzählen?
– Nachdem ich die „Schutzengel“ EP fertig produziert hatte, habe ich erst mal einen Monat gar nichts gemacht und habe dann angefangen neue Songs zu schreiben. Dann hatte ich immer mehr gemerkt das sich die neuen Songs mit meiner Vergangenheit beschäftigen und das war Grund genug noch ein wenig tiefer in meinem Leben zu graben. Man sagt ja auch immer, wenn man stirbt läuft das Leben noch einmal als Film an einem vorbei. Mir kam dann die Idee ein Album auf dieser Basis zu produzieren und so kam der Grundgedanke zu „Zelluloid“ zustande.
Du leitest ja im Intro das Album mit dem Satz „Willkommen in meinem Leben ein“. Bestehen wirklich alle Songs aus Erfahrungen aus deinem Leben?
– Ja!! Ich habe für das Intro irgendeinen Satz gesucht der alle Songs auf den Punkt bringt. Jeder Song beruft sich auf eine Situation die ich selber erlebt habe. Ich bin auch kein Mensch der nur in der Vergangenheit lebt aber ich versuche auch daraus zu lernen und immer das positive daraus zu ziehen. „ Zelluloid“ ist von vorne bis hinten mit Passagen aus meinem Leben gefüllt.
Würdest du den jetzt „Zelluloid“ eher als Konzept-Album beschreiben oder ist es mehr die Verarbeitung persönlicher Gefühle?
– Verarbeitung persönlicher Gefühle! auf jeden Fall. Konzept-Album klingt immer so kalt und nach einem Muster. Wichtig für mich ist es bei diesem Album, dass der Hörer auch merkt dass ich das alles erlebt habe. Das ist natürlich auch so eine Art Seelenstriptease und man muss da auch irgendeinen Mittelweg finden, dass es nicht zu extrem wirkt. Das Album ist sehr persönlich und ich glaube dass sich auch so einige andere darin wieder finden werden.
Wie bist du denn damals zur Musik gekommen und wie ist alles angefangen?
– Ich habe mit 12 Jahren angefangen Orgel zu lernen und habe mich nach 2 Jahren von meinem Orgellehrer getrennt, weil es mir richtig auf den Sack ging, immer nur Stücke nachzuspielen. Ich habe mir dann mein erstes Keyboard gekauft und daraus ist mittlerweile ein ganzes Studio geworden. Ich habe damals schon angefangen Songs zu schreiben wobei mich die Filmmusik dabei am meisten beeinflusst hat.
Könntest du dir denn auch mal vorstellen Filmmusik zu machen?
– Ja klar! sehr gerne! das ist ein Kindheitstraum von mir und wäre eine große Herausforderung für mich.
Ich finde du hast dir mit „Zelluloid“ selbst die Messlatte sehr hoch gelegt. Wie willst du dieses Album demnächst noch toppen?
– OH erst einmal vielen Dank! Ich versuche natürlich immer oben noch einen drauf zu setzen aber glaube, dass ich auch schon an einem bestimmten Level angekommen bin. Ich versuche gar nicht darüber nach zu denken, wie man es besser machen kann, sonder ich mach einfach und man wird sehen. Vom Sound her bin ungefähr da, wo ich auch hin wollte. Man muss ja auch nicht immer alles toppen sondern vielleicht einfach konstant seinen Level halten. Zu verbessern gibt es immer etwas.
Deutschsprachige Bands sind ja in der letzten Zeit extrem angesagt, auch im Ausland. Wie kannst du dir diese Entwicklung erklären?
– Ich glaube dass viele das Englische einfach nicht mehr hören können. Es wird ja auch von vorne bis hinten rumgedudelt, gerade diesen ganzen Plastik Popsongs sind alle in Englisch und klingen gleich. Wenn einer in Deutsch singt, klingt es immer persönlicher weil es ja auch die Muttersprache des Zuhörers ist. Woran es jetzt liegt weiß ich auch nicht, vielleicht ist es auch so eine Art Zeitgeist. OOMPH! haben ja jetzt auch diesen Riesenhit mit einem deutschen Titel und ich freue mich wirklich für diese Band, dass sie jetzt diesen Erfolg haben.
OOMPH! haben ja jetzt auch, durch ihren Erfolg, Tore für andere Bands geöffnet.
– Ja finde ich auch! Vielleicht werden dann auch endlich mal wieder alle Vorurteilskisten geschlossen, besonders in der schwarzen Szene. Ich freue mich für OOMPH! und find das gut.
Haben die Fans auch diesmal wieder die Möglichkeit im Internet zu entscheiden, welche Single als nächstes ausgekoppelt wird?
– Ja! das haben wir damals beim „2.Gebot“ schon so gemacht und ich kann das einfach nicht entscheiden. Ich brauche mir die Platte auch nicht zu kaufen und gebe dafür auch kein Geld aus. Die Leute, die dafür Geld ausgeben wollen, sollen auch entscheiden welche ausgekoppelt werden soll. Schließlich mache ich ja die Musik für die Fans und möchte sie auch gerne mit einbeziehen.
Was ist für dich an einem Song besonders wichtig? und worauf achtest du selber wenn du Musik hörst?
– Ich muss da definitiv was bei fühlen, es sollte was rüber kommen und der Song muss mich ansprechen und ja es ist sehr schwer zu beschreiben! Er muss mir zum Beispiel auch noch Spaß machen selbst wenn ich ihn schon 1000mal gehört habe.
Wie wirst du die neue CD live umsetzen?
– Ich habe die gleichen beiden Musiker dabei wie bei der „l´ame Immortelle“ Tour im letzten Jahr. Die ganze Bühne wird mit 12 großen Altar-Kerzen geschmückt und für mich ist es wichtig, dass eine bestimmte Stimmung entsteht und nicht durch überflüssiges Licht und Lärm überstrapaziert wird. Ja! und ich raste halt mal wieder aus und bin halb am sterben auf der Bühne.
UNHEILIG besteht aber nur noch aus einer Person?
– Ich mache mittlerweile alles allein! Ich habe immer eine Idee im Kopf gehabt, die nie vollständig umgesetzt werden konnte. Jetzt wo ich alleine arbeite kann ich so arbeiten wie ich es möchte und bin von keinem abhängig. Ich kann natürlich auch von keinem erwarten, dass er mir Tag und Nacht zur Verfügung steht. Ich brauche auch eine gewisse Zeit und Freiheit und jeder Musiker und Produzent versucht ja immer seinen Stil mit darauf zu drücken. Wenn ich da mit einig war, war es ok, aber bei „Zelluloid“ merkte ich, dass es so wesentlich besser ist, alles alleine zu machen. Die Gefahr darin besteht natürlich, dass man keinen Überblick mehr hat. Ich glaube aber, dass ich das ganz gut gemeistert habe. Die nötige Unterstützung habe ich auch von Seiten der Plattenfirma und Management bekommen, die auch mal Kritik geäußert und die Songs auch mal aus einer anderen Sicht gesehen haben.
Ich bedanke mich für dieses nette Interview und wünsche dir viel Erfolg mit „Zelluloid“
– Ich habe zu danken!
Story: Bocky und Doreen
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