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THE CASCADES

Beim ersten Anhören hatte ich den Eindruck, dass das neue Album „Dead Of Dawn“ von THE CASCADES vom Sound her total anders ausgefallen ist, als die drei Vorgängeralben, auf denen sie Gothic-Metal vom Feinsten boten. Der erste Anschein täuschte aber ganz gewaltig, denn nach mehreren Durchläufen entfaltete sich der Charme der Platte, die sowohl Parallelen zu den anderen Alben aufweisen, als auch eine enorme Weiterentwicklung von THE CASCADES attestiert. Zufällig weilten wir zur gleichen Zeit in Berlin und hatte somit die komplette Band für meine Fragen zur Verfügung. Die Vier, Sänger M. W. Wild, Gitarrist Maxe Raith, Bassist André Hager und Drummer Mario Ulrich konnten mir auch sehr viel an Information mit auf den Weg geben.

Die Überraschung war richtig groß, denn mit einem solch rockigen Album hätte ich jedenfalls nicht gerechnet. Kommt das vielleicht ein wenig daher, dass André (zweite Album) und Mario (erste Album) neu in der Band sind?

W. Wild: Daran liegt es sicher nicht, aber wir haben einerseits einen neuen Produzenten für das Album gehabt und zudem wollten wir schon länger die Gitarrenseite ein wenig mehr betonen. So ist es eben geschehen, dass es rockiger und härter geworden ist. Wir wollten uns auch ein wenig von dieser „Düsterschiene“ entfernen.

Was mir sofort aufgefallen ist, ihr habt diesen Sister of Mercy-Touch, der euch nachgesagt wurde, ganz abgelegt. Das ist eine Sache, die mir sehr gut gefällt, denn somit konntet ihr euren eigenen Stil kreieren.

Maxe: Das wurde auch langsam Zeit, dass wir diesen Touch ablegen. Bei uns ist es immer so, dass die Musik mehr aus dem Bauch heraus komponiert wird und wir wissen genau, wie ein Album klingen soll. Jetzt ist es so geworden und wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Euer neue Produzent, Dirk Burke, ist ja auch für Bands wie Knorkator verantwortlich. Hat er euch viele neue Wege eröffnet?

André: Er hat die Sache völlig anders abgepackt. Er hat uns als Musiker einen gewissen Freiraum gelassen und nur in passenden Momenten seine eigenen Akzente gesetzt. Das fand ich persönlich ziemlich gut und das Arbeiten mit ihm war hervorragend.

Welche Akzente?

André: Da wäre der Song „Wie auch immer“, da kam die Idee von ihm, zu diesem Stück einen deutschen Text zu schreiben. Eigentlich war der Text schon in Englisch fertig, aber nachdem wir ihn denn aufgenommen hatten, waren wir richtig zufrieden und erkannten den Unterschied.

Auf dem Album sind ja zwei Songs in deutscher Sprache („Engelland“ zur Hälfte in Deutsch). Bereitet es dir keine Schwierigkeiten in Deutsch Texte zu schreiben?

W. Wild: Eigentlich nicht, denn das ist nun mal meine Muttersprache. Ich habe früher schon sehr viel in Deutsch gesungen und warum sollte man nicht ab und zu einen deutschen Text mit einfließen lassen. Ich denke die Mischung macht´s.

Wir sprachen eben von dem Gothic-Touch, der ja hauptsächlich auf deine Stimme zurückzuführen ist. Mir ist aber aufgefallen, dass du deine Stimme dieses Mal wesentlich differenzierter eingesetzt hast.

W. Wild: Ich bin dieses Mal auch wesentlich konzentrierter an die Aufnahmen herangegangen wie bei den Vorgängeralben. Es lag aber auch am Studio, welches professioneller war, als die Studios, in denen wir bis jetzt unsere Alben aufgenommen haben. Dann kommt auch wieder Dirk Burke ins Spiel, der mich richtig gefordert hat. Vor allem bei den deutschen Songs bin ich richtig ins Schwitzen gekommen.

Ein Stück, welches mir auch sehr gut gefällt ist „Hell, Flight, 711“, welches sich durch klare Backingvocals auszeichnet. Wer hat die denn eingesungen?

W. Wild: Die habe ich selber eingesungen.

Das hätte ich nie erraten.

W. Wild: Das kann ich mir vorstellen. Die sind aber schon bei der Vorproduktion in unserem eigenen Studio entstanden. Ich wollte mal zeigen, dass ich auch hoch oder anders singen kann.

Maxe: Viel hat auch die Umgebung des Studios dazu beigetragen. Wir waren so angetan von dem Studio, denn es ist einfach cool und eine solche Professionalität hat uns sehr beeindruckt. Wir hatten auch vor der Produktion einige Vorabtapes an Produzenten verschickt und Dirk Burke meinte sofort, dass er auf eine solche Mucke, wie wir sie machen mal wieder richtig Lust hätte.

Mario ist ja nun ganz neu in der Band und ich habe auch gelesen, dass er fleißig am Songwriting mitgebastelt hat. Ist das richtig?

Mario: Maxe hat mir die Vorproduktion in die Hand gedrückt und meinte ich sollte mir das mal anhören. Ich bin dann in den Proberaum gegangen und habe mir dann so einige Sachen ausgedacht. Mir fiel sofort auf, dass es richtig schmutziger Rock´n Roll ist und da ich diese Richtung am liebsten mag, kamen mir auch sehr viele Ideen. Als wir dann im Studio habe ich dann auch gefragt, ob ich nicht fest einsteigen kann, denn es hat mir richtig Spaß gemacht solche Songs zu spielen.

Maxe: Wir sind auch sehr glücklich darüber, denn es ist ja auch bekannt, dass Mario in einer anderen Band spielt. Wir haben uns zuerst gar nicht getraut ihn zu fragen, aber nachdem er selbst von sich aus fragte, konnten wir nicht mehr nein sagen. Er war zu Anfang nur eingeplant das Album mit einzuspielen und uns auf den Gigs auszuhelfen. Aber mit der jetzigen Situation sind wir natürlich wesentlich glücklicher.

Man merkt auch sofort, dass die Rhythmusfraktion wesentlich mehr in den Vordergrund gestellt wurde, vor allem die Drumpassagen.

Mario: Das ist ja auch ein tragendes Element, denn sie sind ja auch für den Rhythmus verantwortlich. Ich persönlich höre so etwas immer heraus und lege auch sehr viel Wert darauf. Ich finde es teilweise auch noch zu leise.

Maxe: Und ich finde die Gitarren zu leise.

André: Dadurch das Mario neu in die Band gekommen ist, kam auch richtig frischer Wind in die Sache. Hinzu kommt auch noch, dass die Drums wesentlich abwechslungsreicher geworden sind.

Welche Reaktionen habt ihr denn von der Presse bisher erhalten?

Maxe: Die Resonanzen sind ebenso wie bei den drei Vorgängeralben hervorragend ausgefallen. Jetzt kommt es nur darauf an, wie die Scheibe beim Publikum ankommt. Aber wenn man uns schon mal bei einem Konzert gesehen hat, weiß man sowieso, dass unsere Konzerte immer rockiger waren als die Songs auf dem Album. Jetzt haben wir den Unterschied nicht mehr, denn wir klingen auf CD genauso rockig wie bei den Liveauftritten.

Dann steht ja einer Tour nichts mehr im Wege.

Maxe: Das wird auch ab Ende März der Fall sein. Nach unserem legendären Aufwärmgig in Regensburg geht es sofort nach Wien als Support für Zeraphine und danach gibt es erst mal eine Record Release Party in Straubing. Im Anschluss daran sind dann noch einige Gigs fest und es sollen noch einige dazukommen. Ebenso muss man schon an die Sommermonate denken, denn Open Airs sind auch immer sehr wichtig.

Dann warten wir doch auf die Konzerte, denn lang ist es nicht mehr hin. Die Live-Konzerte von THE CASCADES sind immer ein Besuch wert.

Story: Gisela

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