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LETZTE INSTANZ

Die LETZTE INSTANZ ist endlich zurück! Das auch noch mit dem besten Album ihrer gesamten Karriere. Das war mir schon seit dem ersten Anhören im Hagener Woodhouse Studio bewusst, denn so druckvoll habe ich sie noch nie gehört. Auch der neue Sänger Holly überzeugt durch emotionsvollen Gesang, der regelrecht unter die Haut geht. Mit ihm zusammen konnte ich mich dann auch über das Album und anderen Dingen unterhalten.

Viele dachten ja, dass nach dem Ausstieg von drei Musikern das Ende von der Band gekommen war. Ein Glück für uns, dass sich die Band nicht aufgegeben hat und uns mit diesem Album erfreut. Das Album heißt schlicht „ins Licht“. Wollt ihr euch mit diesem Titel bildlich wieder ins Licht zurückbringen?

– Ja, das ist genau der Metapher, den wir damit gemeint haben. Wir wollten uns durch den langen Gang und Tunnel wieder ins Licht zurückführen. Nach dem Weggang von drei Musikern haben wir zwei neue gefunden und alles passt wunderbar. Das war einerseits der Grund und auf der anderen Seite haben alle Stücke irgendwie mit Licht zu tun. Dies drückt sich aber auch in Schatten oder Dunkelheit aus und nicht zu vergessen auch die Wärme in Verbindung mit der Sonne.

Aber doch eher in eine positivere Seite.

– Nicht immer, aber denn mit einem Schuss Hoffnung.

Was mir schon beim ersten Anhören der Songs gefiel ist die Atmosphäre die durch die Härte der Songs in Verbindung mit deiner Stimme entstanden ist. Für mich ist es die härteste und gleichzeitig gefühlvollste Scheibe, welche die LETZTE INSTANZ aufgenommen hat.

– Das sehen wir eigentlich genauso und ich persönlich würde sie in die richtig Alternative Rock einstufen, denn ich denke, dass eine Bezeichnung wie Metal nicht so die richtige Bezeichnung wäre. In diese Richtung wird man ja schnell gestellt.

Das kann man so stehen lassen. Für die Recordings wart ihr ja im Woodhouse Studio. Das war ja schon ein Sprung nach oben. Hat die Professionalität des Produzenten Siggi Bemm euch weitergeholfen?

– Das war schon toll und vor allem die Arbeitsweise mit dem Splitting hätte man vorher bei der LETZTE INSTANZ nicht machen können. Ich hatte nämlich darauf bestanden mit meinem Produzenten Bodo, den ich persönlich sehr gut kenne, der vor allem weiß was aus meiner Stimme herauszuholen ohne irgendwelche Regler zu drehen, meinen Gesang in einem anderen Studio aufzunehmen. Er kennt mich sehr gut und wenn er sagt versetze dich gedanklich in den Song, dann mach ich das auch und nachher klingt er wesentlich emotionaler. Vielleicht hätte Siggi das auch gemacht, aber da ich ihn persönlich nicht kannte, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen und mein Bestes für das Album geben. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Zeit, denn dann wird man ja auch immer sicherer.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen, aber im Laufe der Zeit wird Holly immer vertrauter mit dem Songmaterial.

– Das denke ich auch, aber im Moment arbeite ich so lieber, zum Wohle der Songs. Es war auch alles sehr professionell, denn die Stücke wurden im Studio eingespielt und dann über Internet nach Hause geschickt und ich konnte dann meinen Part leisten. Die Songs waren immer schneller zu Hause als die Band.

Dann hattet ihr in zweifacher Hinsicht die optimale Betreuung.

– In jedem Fall, denn Bodo hat sich nicht nur um meinen Gesang gekümmert, sondern hat auch noch die Streicher arrangiert. Siggi hat sehr viel Hilfestellung in Bezug auf die Basics geleistet. Es war ein richtig professionelles arbeiten.

Die Texte stammen ja alle aus deiner Feder.

– Ja bis auf eine Ausnahme, denn beim Stück „Tanz“ hat meine Stift Holly D.´s Stift zum Tanz gebeten.

Woher nimmst du deine Inspirationen für die Texte?

– Es sind Geschichten die ich erzähle. Das kann sich aber im Lauf der der nächsten Alben ändern, denn ich weiß heute noch nicht, was es alles für Inspirationsquellen gibt. Beim jetzigen Alben sind es unter anderem, persönliche Geschichten. Eine andere Quelle ist ein Irish Pub, wo ich ab und zu mal arbeite. Da hast du die Klischees, dass du spät in der Nacht die Theke sauber machst und dir gegenüber sitzt jemand, der dir seine Geschichte erzählt. Manches Mal ist man ein regelrechter Psychiater.

Bewegende Geschichten bleiben ja auch im Gedächtnis haften und man nimmt sie im Anschluss daran mit nach Hause.

– Durch das Aufschreiben der Geschichte ist diese Verarbeitung gewährleistet. Bei meinen eigenen Geschichten ist es so, dass es ein öffnen eines Ventils bewirkt. Andere machen Kampfsport und ich schreibe eben Songtexte.

Das finde ich auch wesentlich besser. Das Lied „Sandmann“ hast du ja deiner 5-jährigenTochter gewidmet. Wenn ich mir das Lied anhöre bekomme ich regelmäßig Gänsehaut.

– Meine Tochter auch. Sie sitzt auch gerade neben mir und singt wieder unsere Songs nach. Das ist schon ein tolles Gefühl. Sie war jetzt auf der Weihnachtstour zusammen mit meinem Vater beim Konzert in Hamburg. Sie saß dann auf seinen Schultern und als ich sie sah, war ich richtig sprachlos. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich habe schon eine coole Tochter.

Das kann ich mir gut vorstellen und wenn die eigene Tochter die Songs nachsingt müssen sie doch sehr viel Gefühl besitzen. Ein anderer Song der unter die Haut geht ist „Stimmlein“, bei dem ihr mit Eric Fish (Subway To Sally), Thomas Lindner (Schandmaul) und Sven Friedrich (Zeraphine) auf tolle Sänger zurückgegriffen habt, die dem Song was Besonderes verleihen. Sven und Eric wohnen ja ziemlich in eurer Nähe, aber Thomas lebt ja in München. Wie seid ihr denn an ihm gekommen?

– Wir haben im Sommer ein Festival zusammen mit Schandmaul gespielt. Bei dieser Gelegenheit habe ich Thomas angesprochen und er war einverstanden. Ich habe auch sehr darauf geachtet, dass nicht alle gleich klingen, sondern jeder seine eigene Stimme zur Geltung bringt.

Genau das ist mir sofort aufgefallen, denn als ich den Song das erste Mal gehört habe kamen mir sofort Subway to Sally, Zeraphine und Schandmaul in den Sinn. Man hört den eigenen Sound der jeweiligen Bands richtig heraus. Das ist ja auch im Gegensatz zu anderen Bands anders bei euch, denn sie haben alle ihre eigenen Strophen und singen nicht nur als Background.

– Das war uns auch von Anfang an klar. Wir wollten alle auf eine Stufe stellen und jeder sollte seinen Part erhalten. Wir sind alle Sänger zwar in unterschiedlichen Bands aber trotzdem können wir doch etwas zusammen machen.

Und das Schönste ist, es kommt kein Neid auf.

– Dieses Konkurrenzdenken liegt mir überhaupt nicht. Wenn mich eine Schülerband fragt, ob ich bei ihnen als Gast mitsinge, mache ich das. Ich will dann auch kein Geld dafür, wenn es ein Bier gibt, bin ich schon mehr als glücklich. Hauptsache ist, ich mache den jungen Leuten eine Freude.

Apropos Freude, bald geht es ja endlich mit der Tour los.

– Ja und die geht jetzt schon von Anfang März bis Ende April. Dann wird es zu den Festivals gehen. Du siehst es gibt viel zu tun.

Dann packen wir es an. Wir freuen uns alle schon auf die Energiegeladenen Shows und mit einem solch überragenden Album im Gepäck kann doch gar nichts mehr schief gehen.

www.letzte-instanz.de

Story: Gisela

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