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ERIK NORLANDER

ERIK NORLANDER, wer kennt ihn nicht. Er ist ein Allround-Musiker – sein Terrain ist Progressive Rock. Sowohl mit seiner Band „Rocket Scientists“, als auch unter ERIK NORLANDER hat er Erfolg. Jetzt ist – brandneu – seine neueste Scheibe „Into The Sunset“ herausgekommen. Ich hatte das Glück, mit Erik über sein aktuelles Werk reden zu können.

 

Wann hast du mit der Musik begonnen?

– Als ich acht Jahre alt war, fing ich an Piano zu lernen. Einige Jahre später bekam ich zu Weihnachten eine kleine Akustik-Gitarre – und ich begann Gitarre zu lernen. Später studierte ich dann Piano u.a. aber auch Klarinette und Saxophon.

Dein Album „Into The Sunset“, ist das ein Projekt-Album?

– Ja, es ist ein Projekt, eigentlich eher ein Solo-Projekt. Ich hatte in der letzten Zeit sehr viel zu tun – einerseits mit dem Album von Lana Lane und andererseits mit meiner Band „Rocket Scientists“. Jedes meiner anderen Projekte hat einen speziellen Sound. Mit meinem Solo-Projekt wollte ich einen anderen Musik-Stil produzieren. Zum Beispiel die Möglichkeit nutzen andere Sänger einzusetzen und generell eine andere Art von Musik zu machen.

Auf deinem neuen Album „Into The Sunset“ hat auch Arjen Lucassen von „Ayreon“ mitgemacht.

– Ja, wir beide haben eine sehr gute Beziehung zueinander. Vor einigen Jahren hat mich ein Freund aus Deutschland mit der Musik von „Ayreon“ bekannt gemacht Ich mochte diesen Musikstil auf Anhieb und 1999 fragte Arjen Lucassen mich über Internet, ob ich Interesse hätte bei seinem neuesten Projekt mitzuwirken. Ich hatte sehr großes Interesse. Er fragte mich, ob er etwas für mich tun könnte. So kam es dann zustande, dass er bei „Into The Sunset“ mit von der Partie war. Ich glaube, dass unsere Zusammenarbeit bei „Into The Sunset“ sehr kreativ war. Wir haben keine Pläne in diesem Jahr, aber ich denke 2001werden wir wieder etwas zusammen machen.

Du hast bei „Ayreon“ sowohl bei „The Dream Sequenzer“ als auch bei „Flight Of The Migrator“ mitgewirkt.

– Ja, Arjen und ich haben in der Musikrichtung einen ähnlichen Geschmack. Er mag die Hammondorgel sehr, so dass ich viele der Hammond-Parts spielte. Mein Lieblingsstück ist das Solo von dem Song „Journey On The Waves Of Time“.

Wie ist das, wenn du Hammondorgel spielst? Lässt du dich ausschließlich inspirieren?

– Das ist von Stück zu Stück verschieden. Manchmal wird der Song sozusagen um die Hammondorgel herumgebaut – z.B. bei „Rome Is Burning“. Ich habe diesen Song auf Hammondorgel geschrieben und ich habe dann natürlich auch dieses Instrument eingesetzt. Andere Songs, wie z.B. „Into The Sunset“ benötigen sehr viel unterschiedlichen Sound wie Synthesizer, Melodie, Piano usw.. Manchmal baue ich einen Song um ein bestimmtes Instrument herum und manchmal setze ich die Instrumente orchestral ein. Mit von der Partie war auch eine Cellist.  Cameron Stone ist ein sehr guter Cellist und er hat einige Gitarren-Parts gedoppelt. „Sunset Prelude“ ist aggressiv und zuerst denkst du, es ist nur eine Gitarre, aber bei genauerem Hinhören kannst du das Cello erkennen. In dem Song „Dreamcurrents“ spielt das Cello die Solo-Melodie und auch die improvisierten Solos. In „Dreamcurrents“ wurde keine Gitarre eingesetzt.

Du hast einige Sänger/innen auf deiner neuesten Scheibe, so wie Edward Reekers und Robert Soeterboek von Ayreon, Lana Lane und Glenn Hughes von Deep Purple.

– Ja, es war großartig mit ihnen zu arbeiten. Ich habe Songs geschrieben, für die ich ganz spezielle Sänger brauchte. Glenn Hughes ist ein starker Rocksänger, der viel Power in sich hat. Wir haben schon miteinander gearbeitet und das war sehr ergiebig. Glenn singt ziemlich hoch. „Rome Is Burning“ ist der ideale Song für ihn. Die Stimme von Edward Reekers kannte ich natürlich von Ayreon. Ich glaube, er ist der einzige Sänger, der bei allen Ayreon-Alben mitgewirkt hat. Und Robert Soeterboek ist auch von Ayreon. Er ist ein völliger Gegensatz im Vergleich zu Edward und Glenn. Seine Stimme ist sehr hart und rockig und er singt nicht nur mit viel Gefühl, sondern auch mit viel Power. Er ist ein echter Kontrast zu den anderen. Robert und Edward sind sehr erfahren und arbeiten sehr professionell.

Zwischen der Gitarre, dem Keyboard und den verschiedenen Stimmen findet eine interessante Reibung statt.

– Nun, ich mag diesen Sound sehr. Ich wollte ein Album produzieren, bei dem die Möglichkeit bestand, verschiedene Stimmen einzusetzen. Es war mein Wunsch, neben meinen Keyboards nicht nur einen Sänger mitwirken zu lassen. Ich glaube, es wäre ihm gegenüber auch nicht sehr fair gewesen. Das Publikum hätte möglicherweise denken können, das es mein Solo-Album wäre. Wenn ich aber verschiedene Sänger einsetze, dann ist hat es eher den Anschein eines Projekt-Albums. Es entsteht einfach ein unterschiedlicher Sound, eine größere Vielfalt. Neben der Power und den harten, aggressiven Klängen von Glenn Hughes und Robert Soeterboek finden auch die sanften und ruhigen Songs von Edward Reekers und Lana Lane ihren Platz. Ich finde, dass das Album dadurch nicht nur an Dynamik gewonnen hat. Durch die Verschiedenheit der Sänger/innen entsteht eine interessante Spannung.

Mir kommt es mir so vor, als wenn die Gitarren und die Keyboards im Dialog stehen, als wenn ein Frage- und Antwort-Spiel ablaufen würde.

– Das war mein Ziel. Ich wollte ein Progressiv-Metal Album produzieren und habe mich zuvor sehr mit diesem Thema auseinander gesetzt. Dazu brauchte ich eine sehr starke Gitarre und ich war sehr froh, dass Arjen Lucassen zusagte. Arjen versteht viel von Progressiv-Musik, Heavy-Metal und Klassik-Rock. Ich wollte, dass ein Spiel  zwischen den Gitarren und Keyboards entsteht, indem ich jeweils einige Solos eingebaut habe. Dadurch entstand dieses Wechselspiel, ein Dialog.

Du produzierst selbst?

– Ja! Ich lebe in Kalifornien und habe in meinem Haus ein Studio. Das meiste produziere ich auch dort. Wenn ich allerdings mit europäischen Musikern arbeite, dann produziere ich in anderen Studios. Für „Into The Sunset“ habe ich vieles in Arjen Lucassens Studio, in Holland, eingespielt.

Auffällig sind die Farben des Cover von „Into The Sunset“ die überwiegend in den Farben gelb, rot und violett gehalten sind. Was willst du damit aussagen?

– Das Cover habe ich kreieren lassen. Die Farben sollen animieren und die Songs effektvoll repräsentieren. Z.B.  „Rome Is Burning“ ist sehr aggressiv. Deshalb wurde hier überwiegend rot und violett ausgewählt … es wird eine gewisse Unruhe ausgedrückt. Oder der Song „Lines In The Sand“ handelt von dem Zwiespalt eines Soldaten. Daher wurden die Farben gelb und rot eingesetzt, die seinen inneren Konflikt ausdrücken sollen.

Mich erinnern die Farben an den Sonnenuntergang bzw. -aufgang. Letzteres hast du in einigen deiner Songs als Thema. Du magst den Sonnenaufgang?

– Ich liebe ihn sehr. Ich denke, der Sonnenaufgang  verkörpert für die Menschen Emotionen, Wachstum und Entfaltung. Die Individuen verändern sich. Und das ist auch das Konzept von „Into The Sunset“. Ich liebe die Natur. Und der Sonnenaufgang ist ein Teil davon. Er inspiriert mich. Ich verbringe gerne einige Zeit am Strand, z.B. hier in Kalifornien oder auch anderswo. Der Strand, das Meer und die aufgehende Sonne beflügeln mich in meinen Ideen.

Erik Norlander hat bis Mitte 2001 noch viel vor u.a. eine Tour mit Lana Lane. Für 2002 plant er ein neues Solo-Album und dann ist da ja auch noch seine Band „Scientists“. Er erzählte mir noch, dass er ein großes Interesse daran hätte, eines Tages ein Album unter Mitwirkung eines Orchesters zu produzieren. Lassen wir uns überraschen.

Story: Gabi Peiter

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