ELEGY
Am 18. September wurde das 6. Album ´Forbidden Fruits´ der holländischen Hopefulls ELEGY veröffentlicht. Mit diesem Album haben sie noch einen weiteren Schritt nach vorne getan. Obwohl sich so einiges bei der Band getan hat, sind sie ihrem musikalischen Stil treu geblieben. Die Änderungen betreffen das Line-up der Band, denn leider verließen Bandkopf und Gitarrist Henk van der Laars und Keyboarder Chris Allister die Band. Als Neuzugang konnte man keinen geringeren als Patrick Rondat, der früher bei Jean Michel Jarre im Dienste stand, für die Band gewinnen. So jetzt aber genug der Vorrede und lassen wir Ian Parry und ganz kurz Patrick Rondat zu Wort kommen.
Das Album ´Forbidden Fruits´ ist wesentlich powervoller und straighter ausgefallen als die anderen Veröffentlichungen. Ist die auf Patrick zurückzuführen, denn er hat ja auch einen Anteil am Songwriting?
– Einen großen Anteil für die Power auf dem Album müssen wir wirklich Patrick zuschreiben. Er spielt auf so großartiger Weise Gitarre und benötigt für sein Spielen noch nicht einmal Effekte. Es kommt daher viel natürlicher rüber. Ohne Effekte wird ein Album auch viel direkter, so das der Sound optimal zum Heavy Metal passt. Er verleiht, durch seine schärfere Spielweise, dem Sound von ELEGY neue Impulse. Schwierig war es natürlich auch für ihn die Songs, die Henk schon geschrieben hatte, so zu interpretieren wie sie sein sollten. Ich glaube aber, dass ist ihm sehr gut geglückt, denn die Songs beinhalten die nötige Power und die Seele von ELEGY. Mit ´Forbidden Fruits´ sind wir definitiv zu den Wurzeln von ELEGY zurückgekehrt.
Für die nächste Frage stand mir Patrick selber zur Verfügung, denn mittlerweile hat er sein anderes Interview beendet. Mit ihm haben sich ELEGY einen Gitarristen in die Band geholt, der zuvor bei Jean Michel Jarre eine ganz andere Richtung spielte. Welche Richtung liegt dir eigentlich mehr?
– Ich stieg 1993 bei Jean Michel Jarre ein und es war zu Anfang mehr ein Experiment für mich. Bevor ich bei Jean einstieg habe ich in einer Metalband gespielt und ich tendiere auch mehr zu dieser Richtung. Die Zeit bei Jean Michel Jarre waren aber sehr lehrreich für mich, da seine Richtung ja mehr auf die elektronische Seite ausgerichtet ist.
Man hört es aus dem Material heraus, das Patrick ein begnadeter Metal-Gitarrist ist.
– Ich mag auch sämtliche Richtungen des Metals. Das fängt an bei extremen Metal bis hin zu Progressive Metal. Für mich persönlich ist sehr wichtig, dass der Metal immer direkt und ohne jegliche Effekte gespielt werden sollte. Darauf lege ich sehr viel Wert.
Das mit den Effekten ist ja auch sehr wichtig, wenn ihr die Songs live auf der Bühne performen wollt.
– Das haben wir auch gemerkt, als wir vor kurzem die Songs live gespielt haben. Sie klangen wie auf dem Album. Wir wollen, dass die Fans keinen Müll kaufen und deswegen ist es uns wichtig ohne die ganzen Effekte auszukommen.
Zurück zu Ian Parry. Er schrieb natürlich die Texte zu den Songs und so konnte ich mich nicht zurückhalten und wollte wissen, was es mit den ´Verbotenen Früchten´ auf sich hat und in welcher Beziehung steht der Titel zu den anderen Songs?
– Dazu muss ich vorweg sagen, dass Martin Helmantel (Bass), der schon von Anfang an dabei ist, und ich uns ein wenig Gedanken über die Geschichte von ELEGY gemacht haben. ELEGY hatte bis vor den Recordings 6 CD´s, darunter die Akustik-Mini-CD ´Primal Instinct´, veröffentlicht. Diese wollten wir miteinander verbinden. Wir spielten dann mit unseren Ideen und im Endeffekt kamen wir zu der Erkenntnis, dass der Titel vom neuen Album ´Forbidden Fruits´ sein sollte. Der Titel hat genügend Power, hat einen mystischen Touch und es gab mir für die Lyrics im Grunde freie Hand. Man kann zu solchem Titel über Sex, Liebe, Drogen oder Geld schreiben. Ich konnte somit kleine abgeschlossene Storys über ´verbotene Früchte´ schreiben. Wir haben dies ja schon bei unserem letzten Album ´Manifestation Of Fear´ ausprobiert. Dies war ein ganzes Konzeptalbum. Nur mit dem einen Unterschied, dass die Texte von jedem Song, auf unserem jetzigen Album, nichts Zusammenhängendes haben. Es sind eben ´Forbidden Fruits´. Der Titel soll aber jetzt nicht nur für das Negative stehen, denn auch das Positive ist damit gemeint.
Erzähl mir doch ein wenig zum Song ´til Eternity´. Das ist zwar ein Liebeslied, aber keine Ballade. Bei diesem Lied merkt man, allein durch den Sound, wie die Liebenden durch die Jahrhunderte reisen.
– Das ist genau das, was wir mit dem Sound erreichen wollten. Es ist so mystisch, denn zwei Menschen, die sich lieben, glauben an die Wiedergeburt. Es geschieht auch wirklich und sie reisen somit durch die Jahrhunderte, weil sie sich so über alle Maße lieben. Der Song wird durch den atmosphärischen Sound zu etwas ganz besonderem.
Die Keyboardpassagen auf ´Forbidden Fruits´ wurden sehr gekonnt eingesetzt. Diese wurden, weil Chris Allister leider ausschied von Günter Werno (Vandenplas) eingespielt.
– Den Job, den Günter gemacht hat, ist wirklich phantastisch. Wir haben vorher nicht mit einer solchen Aufnahme gerechnet, denn es musste ja alles sehr schnell gehen. Wir mussten uns, aufgrund des Line-upwechsels, zuerst aufeinander einstellen. Dann kam auch noch hinzu, dass Tommy Newton, bei dem wir eigentlich wieder aufnehmen wollten, zurzeit nicht zur Verfügung stand. Wir haben jedenfalls ziemlich stark unter Druck gestanden und wir mussten alles ziemlich schnell im Kasten haben. Dafür hat Günter Werno einen fabelhaften Job hingelegt und wir sind jetzt im Endeffekt stolz auf das Album. Ich möchte fast sagen, dass ich noch nie so zufrieden war wie bei dieser CD.
Obwohl die Keyboardpassagen sind viel dezenter eingesetzt worden als auf euren vorangegangenen Alben.
– Ja, das Album ist mehr gitarrenlastig. Das wollten wir auch so haben. Nimm zum Beispiel ´Masquerade´ dort sind die Keyboards total im Hintergrund, aber sie verbreiten ein mystisches Feeling. Bei ´Icehouse´ ist dies wieder ganz anders, denn der Song fängt mit Heavy Keyboards an. Wir haben dieses Mal versucht mit den Keyboards zu spielen um sie je nach Stimmung in die Songs zu intrigieren. ´Forbidden Fruits´ ist ein Album geworden, welches mit wunderbaren Melodien und harten Gitarrenriffs gemischt wurde und ELEGY somit zu ihren Wurzeln zurückgebracht haben.
Ich mag auch diese straighteren Song lieber. Ich glaube, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe. Ich glaube auch, dass dies ein wenig der Lauf der Zeit ist.
– Das sehe ich auch so, denn die Leute mögen nicht mehr so sehr die komplizierten Songs. Das heißt aber jetzt nicht, dass wir Kompromisse machen, aber uns liegt dieser Sound auch eher als die Musik mit den extremen progressiven Parts. Das ist es, was ELEGY in Zukunft ausmachen soll.
Günter Werno hat ja schon auf andere CD´s von dir mitgewirkt.
– Richtig, so war er auch beim CONSORTIUM PROJECT vertreten und ich habe ihn mit KAMELOT in Verbindung gebracht und somit konnte er die Tour im Frühjahr mit KAMELOT absolvieren. Er ist einfach ein genialer Musiker, dem man nur einen Ton vorgeben muss und er macht sofort eine Melodie daraus.
Ihr seid ja auch jetzt sehr europäisch geworden.
– Das ist vollkommen korrekt. Deutscher Keyboardplayer, französischer Gitarrist, englischer Sänger und je einen holländischen Drummer und Bassisten. Das nenne ich eine totale europäische Vereinigung. Vielleicht steigen jetzt unsere Chancen in Frankreich auch ein wenig.
Das hoffe ich doch auch. Wie mir Ian noch mitteilte, wollen ELEGY Anfang nächsten Jahres zu einer Tour bei uns vorbeischauen. Ich werde euch rechtzeitig informieren.
Story: Gisela
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