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ATHENA

ATHENA wurde 1991 als True Metal Band mit klassischen Einflüssen gegründet. Im Jahre 1995 wurde ihr Debutalbum ´Inside The Moon´ bei einem italienischem Label veröffentlicht. In der darauf folgenden Zeit entwickelte sich der Stil mehr in Richtung speedigem Powermetal. Das lag wohl daran, dass mit Fabio Lione (LABYRINTH, RHAPSODY) ein wahres Metal-Phänomen in die Band einstieg. Mit ihm veröffentlichten sie 1998 auch ihr zweites Album ´A New Religion´. Dann musste sich Fabio aber gegen ATHENA entscheiden, weil er mittlerweile mit VISION DIVINE noch eine Band hatte. Somit bekam Francesco Neretti, mit seinen herausragenden Vocals, die Chance, die er auch sehr gut nutzte. Zusammen mit Keyboarder Gabriele Guidi versuchte ich dann auch die Vergangenheit ein wenig zu bewältigen und einen kleinen Blick in die Zukunft zu werfen.

 

Ein interessanter stilistischer Wechsel war der, von dem doch sehr komplizierten progressiven Stil zum direkteren Power Metal. Warum habt ihr die Richtung in Verlauf der Zeit geändert?

– Das lag wohl am Line-up Wechsel. Die neuen Mitglieder, Bassist Fabio Doveri und Drummer Ross Lukather sind von ihrer Herkunft her sehr stark vorbelastet durch den Power Metal. Deswegen war es für uns wichtig auch diese Richtung mit einzubinden. Es zeigt aber auch, wie vielseitig ATHENA sein kann. Das ist ziemlich stark auf ´A New Religion´ zu hören. Mit diesem neuen Line-up waren wir endlich in der Lage die Musik zu machen, die wir immer schon wollten. Wir haben uns auch auf keine Kompromisse eingelassen.

Ich persönlich bin auch kein großer Fan der progressiven Rock- oder Metalmusik, denn manches Mal ist sie doch ziemlich kompliziert angelegt.

– Das ist persönlich auch meine Meinung, denn diese Musik ist mehr für Musiker gedacht, oder für Leute die sehen wollen, was ein Musiker alles aus seinem Instrument heraus holt. Ich mag dies nicht so gerne, denn ich bevorzuge die Musik, die Gefühle in mir freisetzt.

Das ist mir persönlich bei Konzerten schon selber aufgefallen, dass bei Progressiv-Bands nur Musiker in den ersten Reihen standen. Wenn man aber auf Konzert geht, will man doch Spaß an der Musik haben und für ein paar Stunden den Alltag hinter sich lassen.

– Das sehe ich auch so, denn in unsere Musik können wir alles verbinden, sei es Power, Mystik, oder einfach nur Gefühle die aus dem Bauch kommen. Es ist sehr schön, wenn man bei Konzerten sieht, wie die Band auf der Bühne mit den Zuschauern in gewisser Weise verschmelzen.

Das neue Album ´Twilight Of Day´ ist ein wunderbares Konzeptalbum geworden, welches in vergangenen Zeiten spielt.

– Ja und es steckt eine sehr komplexe Story dahinter. Willst du sie hören?

Ich wollte sie hören, aber es würde den Rahmen sprengen, wenn ich sie euch an dieser Stelle schildern würde, aber wenn man sich die Texte durchliest, kommt man selber hinter das Geheimnis dieses Königs und der Geschichte. Es ist eine sehr interessante Story, die auch auf dem Booklet seine Fortsetzung findet.

– Richtig, denn auf der Vorderseite sieht man den unsterblichen König, direkt daneben den bösen König und auf Rückseite ist der lebendige König abgebildet. Das sind die drei Seiten, die in dem König steckten.

Ein wirklich passendes Booklet zu einer Überdurchschnittlich guten Story und musikalischen Leistung. Die Songs sind alle brillant und durch den Wechsel von Midtempo- zu Uptemposongs, verknüpft mit mystisch angehauchten Balladen ein Leckerbissen.  Ist diese Vielfalt an Songs wichtig für euch als Band?

– Ja, denn dieses Konzept verlangte auch diese Vielfalt an Melodien. Die Gefühle innerhalb der Story mussten richtig musikalisch umgesetzt werden, denn viele Menschen, die unsere Musik hören, verstehen nicht alle Englisch. Aber durch diese Umsetzung ist es möglich, anhand der stimmungsvollen Songs, einen kleinen Einblick in die Story zu bekommen. Wenn es sich um den Krieg handelt, haben wir diesen mit sehr schnellen Rhythmen unterlegt. Beim ersten Song ´Twilight Of Day´ wurde die Sprache des Königs sehr episch unterlegt. Das die Gefühle, die in der Story enthalten sind, herüber kommen, lag uns sehr am Herzen.

Die Story ist ja im Mittelalter angesiedelt. Magst du diese Zeit?

– Ja, diese Zeit liebe ich regelrecht. Das war aber nicht der Hauptgrund für die Geschichte gewesen. Vielmehr kann man in solchen Geschichten das Gute und Böse, was in der heutigen Zeit passiert, sich selber zu erklären. Gut und böse hat es immer schon gegeben. Ich möchte auch nicht politisch in den Songs werden. Lieber umschreibe ich das Ganze in einer Geschichte aus dem Mittelalter oder irgend einer anderen Zeit.

Vor zwei Jahre verließ Fabio Lione die Band, was nicht so gut für die Band am Anfang war. Doch in Francesco Neretti fanden sie einen überaus herausragenden Sänger. Was hat er, bevor er zu ATHENA kam gemacht?

– Es ist seine erste professionelle Erfahrung die er bei ATHENA sammelt. Zuvor war er in einer Coverband als Sänger beschäftigt. Er liebt den Metal und das war der wichtigste Grund für uns. Für Fabio war es nicht mehr möglich vollwertig hinter ATHENA zu stehen. Er hatte auch andere Ideen im Kopf, die ich nicht mehr realisieren wollte. Ich suchte nach irgendeinem Kompromiss. Aber leider ist die Band in dieser Zeit auseinandergebrochen. Mit diesen Voraussetzungen haben wir uns zusammen gesetzt und am Ende haben wir zu Fabio gesagt, dass er machen kann was er will, aber wir wollen unser Ding durchziehen. So ist es denn passiert, dass Fabio die Band verließ und wir in Francesco einen überdurchschnittlich guten ´Ersatz´ bekamen. Wir sind jetzt sehr glücklich darüber, dass alles so gekommen ist, denn Kompromisse zu schließen ist auf Dauer der Tod von einer Band. Jetzt ist die Freundschaft innerhalb der Band eingekehrt und das hat sich auch auf das Album ausgewirkt.

Dem kann ich nur zustimmen, denn mit seinem facettenreichen Gesang, verleiht Francesco den Songs das gewisse etwas. Interessant ist auf der einen Seite auch der Name ATHENA. Klingt irgendwie wie ein Begriff aus der griechischen Mythologie.

– Das ist auch vollkommen richtig. Wir haben damals schon daran gedacht, dass der Bandname sich in irgendeiner Story mit einbauen lässt. Außerdem ist er nebenbei noch sehr leicht zu merken. Wir jedenfalls werden in diesem Stil weitermachen, denn die Konzeptalben geben uns sehr viel und es macht Spaß an solchen zu arbeiten.

Das kann ich mir gut vorstellen. Hoffentlich haben wir in der nächsten Zeit die Möglichkeit ATHENA mit ihrer Musik und ihrem Konzept einmal live bei uns zu begutachten.

Story: Gisela

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