CROWN OF THORNS
Workoholic Jean Beauvoir veröffentlichte vor kurzem mit seiner Band CROWN OF THORNS das mittlerweile fünfte Album, welches den Namen ´Karma´ trägt. Charismatisch ist es in jedem Fall, denn allein schon Jean´s Stimme verleiht den Songs das besondere Etwas. Auch sonst gibt es noch einige Überraschungen auf ´Karma´. Welche, das erzählte mir Jean persönlich am Telefon.
Ich bin schon seit längerer Zeit ein Fan der Musik von CROWN OF THORNS, denn mit ihren mitreißenden Melodien und ihren kraftstrotzenden Songs weiß die Band schon seit längerer Zeit zu überzeugen. Ist CROWN OF THORNS deine große Liebe?
– Das kann man guten Gewissens sagen, denn für mich ist es immer eine große Freude, zusammen mit der Band zu spielen und auch Songs zu schreiben.
Jean Beauvoir hat in der Vergangenheit schon sehr viele Dinge gemacht. So hat er die PLASMATICS gegründet und dem Punk gefrönt. Zusätzlich ist er in einer Menge an Projekten beteiligt (E-Pact oder ähnliches) und Mit CROWN OF THORNS bietet Jean uns melodischen Hardrock. Dein Spektrum ist ja doch ziemlich breit gefächert. Gibt es irgendeine Richtung, die du bevorzugst?
– Das könnte ich eigentlich nicht sagen, denn ich bin sehr vielseitig interessiert. Die Sache mit den PLASMATICS hat mir sehr viel Freude bereitet, weil auch der Sound sehr lustig und nicht zu kompliziert war. Ich bin ein Mensch, der sich nicht an irgendwelchen Richtungen hält, denn dafür liebe ich einfach nur die Musik. Ich mache mir auch keine Gedanken, wenn ich in einer Band involviert bin, denn die Musik, die dabei entsteht ist meistens immer sehr spontan. Das Projekt E-PACT wurde für ein Spiel von Microsoft gestartet. Es ist natürlich etwas ganz anderes, aber auch das hat mir sehr viel Spaß bereitet.
Ich höre schon heraus, dass du sehr offen bist für alle Richtungen in der Musik.
– Das auf jeden Fall, denn ich mag auch Hip Hop und Rap, die mich vor allem von den Grooves her faszinieren. Trotz allem bin ich doch stärker mit dem Hardrock verbunden, denn ich mag die heavy Gitarrenklänge. Das Wichtigste aber sind gute Melodien. Ohne gute Melodielinien geht bei mir überhaupt nichts.
Das neue Album heißt ´Karma´. Hat dieser Titel eine spezielle Bedeutung.
– Eigentlich war dies nicht beabsichtigt, aber im Nachhinein kann ich dazu sagen, dass die Songs alle mit guten Gefühlen geschrieben wurden. Zudem sind die Songs alle sehr natürlich gehalten, welches einem Karma natürlich zugute kommt. Das ist auch ein Hauptbestandteil dieses Konzeptes, denn wenn man sich beim Songwriting gut fühlt, strahlen Songs dieses auch aus. Ich habe einige Titel für das Album aufgeschrieben, aber im Endeffekt habe ich mich für ´Karma´ entschieden, denn dieses strahlt das Album auch wirklich aus.
Es ist auch immer gut, wenn man als Titel nicht einen Songtitel verwendet, somit kann man jeden Song mit dem Titel in Verbindung bringen. Auf ´Shed No Tears´ singst du ein Duett mit DORO. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
– Ich kenne DORO schon seit fast 10 Jahren. Wir haben uns auch sehr lange über unsere gemeinsamen Freunde, wie Gene Simmons und Paul Stanley von KISS unterhalten. Wir kamen auch zum Entschluss irgendetwas einmal zusammen zu machen. So kam es dann dazu, dass ich zusammen mit DORO für ihre neue Scheibe ´Fight´ einige Songs zusammen schrieben. Im Gegenzug fragte ich sie, ob sie nicht Lust hätte zusammen mit mir einen Song zu singen, der dann auf ´Karma´ gelangen sollte. Sie sagte sofort zu und so ist die Zusammenarbeit entstanden. Wir haben die Vocals auch live zusammen in Bochum eingesungen. Doro mochte die Ballade von Anfang an. Ich habe auch eine sehr hohe Meinung von Doro, denn sie ist eine sehr hart arbeitende Sängerin.
Du sprachst gerade davon, dass ihr den Song in Bochum aufgenommen habt. Wurde das ganze Album dort recordet?
– Nein, ein Teil wurde in Los Angeles aufgenommen und der Rest in Berlin, aber abgemischt wurde ´Karma´ in Bochum.
Wenn ich nun die Texte vergleiche, zwischen den ersten Alben und jetzt ´Karma´ konnte ich sehr leicht feststellen, dass die Texte viel mehr Tiefgang besitzen.
(Jean lacht) – Ehrlich, das ist gut. Obwohl wir immer noch Songs schreiben, die sehr viel mit Freude zu tun haben, denn die Leute sollen doch, wenn sie sich die Platte anhören oder uns auf einem Konzert sehen eine gute Zeit verleben. Es gibt doch genug Probleme in der heutigen Zeit und genau diese, sollen sie für eine kurze Zeit vergessen. Ich hoffe jetzt aber nicht, dass die Texte zu ernst für dich sind.
Nein, zu ernst sind sie auf keinen Fall, denn man sollte doch immer noch ein wenig realistisch bleiben.
– Wichtig ist für mich auch, dass die Texte nachvollziehbar sind und ich glaube das ist mir auch gut gelungen.
Auf jeden Fall. Wie sieht es denn mit dem kompletten Songwriting aus. Bewältigst du dieses alleine?
– Nicht alles, denn es ist immer schön, wenn eine Band das Songwriting zusammen macht. Dies ist aber nicht so einfach, denn meine Band wohnt in Amerika und ich bin fast die ganze Zeit in Europa. Deswegen schreibe ich auch fast die ganzen Songs alleine, obwohl die anderen Musiker (Tony Thompson, Mikki Free und Neuzugang Michael Paige) immer das Recht haben, Änderungen vorzunehmen. Wenn dies nicht geschehen würde, wäre CROWN OF THORNS keine Band, sondern nur ein Projekt. Bei uns werden die Demos immer hin und her geschickt.
Vom letzten Album ´Destiny Unknown´ wurde ein Song für den Film ´The Guilty´ mit Bill Pullman ausgewählt. Wie kam es denn dazu?
– Ich habe den Produzenten des Films auf einer Party kennen gelernt. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte mir, dass er noch Songs für seinen Film suchen würde. Ich machte ihm dann den Vorschlag, ihm einige Songs vorzustellen. Er war auch so begeistert, sodass er auch sofort fündig wurde.
Wenn ich dich so über deine Arbeit reden höre, muss ich feststellen, dass du ein richtiger Workoholic bist.
– Das ist vollkommen richtig.
Welche Sachen machst du denn in der nächsten Zeit ins Auge gefasst?
– Wir hoffen, dass unser Album jetzt gut promotet wird und wenn alles gut geht, wollen wir im Oktober eine Tour starten. Geplant sind Auftritte in England, Schweiz und natürlich Deutschland. Außerdem möchte ich im Herbst noch ein Soloalbum aufnehmen. Es gibt also viel zu tun.
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen, aber wer kennt es nicht, wenn einem eine Sache Spaß macht, ist es egal wie viel man arbeitet. In diesem Sinne, freuen wir uns auf eine Tour von CROWN OF THORNS im Herbst.
Story: Gisela
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