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DUMPER

Vor kurzem flatterte mir das Debut der schwedischen band DUMPER ins Haus. Nach dem ersten Anhören musste ich erst einmal eine kleine Pause einlegen, denn einen solch innovativen Sound hatte ich den Schweden nicht zugetraut. Dieser besagte Sound setzt sich zusammen aus Punkanleihen, gekonnt gemischt mit traditionellem Hardrock und Metal und gewürzt wurde dieses Ganze auch noch mit einem Schuss Gothik. Eine wahrhaft originelle, aber zündende Mischung. Dies war allein schon Grund genug für mich ein wenig mehr von der Band zu erfahren. Dies geschah dann auch mit Hilfe von Peter Arvidson, der die Vocals, die Keyboards, den Bass und die Gitarren bei den Aufnahmen zusteuerte.

Wie schon erwähnt ist der Sound sehr vielfältig angelegt. Kommt dies daher, dass die Bamdmitglieder aus den verschiedensten musikalischen Richtungen kommen?

– Zum großen Teil ist dies wirklich der Fall, denn die Richtungen sind wirklich sehr unterschiedlich. Ich komme mehr aus der traditionellen Metal-Schiene, obwohl ich auch gerne Musik von The Prodigy höre. Zudem bin ich auch noch mit der elektronischen Musik stark verwurzelt. Unser Drummer Jörgen ist mehr dem Heavy Metal zugetan und Eric unser Gitarrist Eric kommt aus der Punkszene, deswegen auch die Punkroots, die in unseren Songs vorhanden sind. Man hat mich einmal gefragt, wie ich denn unseren Stil beschreiben würde. Nach kurzem Überlegen sagte ich spontan: „Ich würde unseren Sound am besten so beschreiben, dass die Sex Pistols und Depeche Mode zusammen ein Baby haben“.

Das ist ja mal eine tolle Beschreibung für einen Sound. Auf so etwas wäre ich gar nicht gekommen, aber eigentlich ist diese Bezeichnung zutreffend für den Sound.

– Diese Kombination aus alternativem Sound, gemischt mit Punk und Rock ist meiner Meinung nach durch diese Beschreibung sehr gut erklärt.

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Gehen wir doch kurz auf die Bandgeschichte ein. Wann fand denn eure Gründung statt und warum habt ihr euch für den Namen DUMPER entschieden?

– Uns gibt es seit zwei Jahren. Als wir die Band zusammengestellt hatten, suchten wir nach einem Namen, der vielleicht ein wenig unsere Musik beschreiben konnte und der auch nicht zu schwierig ist im Gedächtnis zu bleiben. Wir entschieden uns den für DUMPER, denn er ist ziemlich simpel und hat noch einen gewissen Groove im Namen. Trotz allem hat er keine spezielle Bedeutung, er ist halt nur ein Bandname.

Was habt ihr denn vor DUMPER gemacht?

– Jörgen und ich haben von 1996 bis 1999 in einer Band zusammen gespielt. Wir haben uns in dieser Zeit so über gewisse Klischees geärgert, dass wir dann die Band DUMPER gegründet haben. Heute schimpft sich alles als Rockband, obwohl es nicht alle sind. Wir wollten mit unserer Musik beweisen, dass es wirklich noch hart arbeitenden Rockbands gibt. Sieh dir doch nur die Charts an. Fast keine Rockband schafft den Sprung in diese. Irgendwie wird der Rock regelrecht totgeschrieben. Das wollen wir einfach nicht zulassen. Ich meine aber, dass sich die Szene mittlerweile ein wenig gewandelt hat, denn die Musikindustrie ist im Moment auch wegen der Trends ziemlich ratlos. Dies ist eine gute Zeit für uns und andere Bands mit dem Rock wieder nach oben zu kommen.

Wollen wir hoffen, dass Peter nur zu einem kleinen Teil Recht hat, denn das wäre ja wieder toll, wenn handgemachte Musik den Vorzug bekäme.

– Das ist ja das Problem, denn auch wir haben eine Menge Demos aufgenommen und diese verschickt. Das ist wirklich harte Arbeit und wir denken auch, dass diese Musik endlich wieder aus dem Underground aufsteigen sollte, denn sie und vor allem auch die anderen Bands haben es wirklich verdient. Wichtig ist auch, dass dies die Plattenfirmen auch zu würdigen wissen, denn die schnelle Mark ist trotz allem immer noch für die Plattenindustrie zu machen.

Wichtig ist demzufolge natürlich, dass die Plattenfirma auch total hinter einer Band steht.

– Wir sind in der glücklichen Lage ein solches Plattenlabel gefunden zu haben. Es stärkt eine Newcomerband und das ist sehr wichtig.

Jetzt aber wieder zurück zum Album. Als ich die Titel der Songs, wie z. B. ´Radiosctive´, ´Pick A Poison´ oder ´United States Of Plastic´ las, war mein erster Gedanke, dass die Texte sehr kritisch sind. Ist dies richtig?

– Ich mag es Texte zu schreiben, die mit einem großen Fragezeichen versehen sind. Man sollte über so einiges nachdenken. Den ersten Song, den ich für dieses Album schrieb, war ´United States Of Plastic´. Er bezieht sich aber nicht, wie man eigentlich annimmt auf die Vereinigten Staaten, sondern man kann ihn auch sehr gut auf die ganze Musikindustrie transferieren, die im Grunde auch sehr plastisch ist. Die Texte sind teils sehr sarkastisch ausgefallen. Wenn man sich die News im Fernseher anschaut, kommt man immer mehr ins Grübeln und über genau solche Sachen versuche ich dann auch zu schreiben. Ich verpacke diese Dinge aber meistens so, dass man sie auch auf andere Sachen beziehen kann. Trotz allem sind meine Texte sehr kritisch.

Mit ´Making A Monster´ wurde auch die dunkle Seite angesprochen und der Titel klingt fast wie ein Filmtitel.

– Das sind deine Gedanken. Nicht schlecht. Die Idee zu einem solchen Song kam mir durch Bilder von Frankenstein. Ich mag solche Sachen sehr gerne und ich hoffe dass dies wirklich mal ein Film werden könnte. Gute Idee!

Auch der Song ´Original Devil´ klingt sehr düster.

– Der Titel bezieht sich eigentlich auf Menschen wie du und ich, denn in jedem steckt ein Teufel. Dies kann man schon in der Bibel nachlesen. Nehme nur die Geschehnisse aus dem Garten Eden. Durch das Lesen der Bibel wurde ich in meiner Meinung bestärkt, dass in jedem Mensch ein Teufel steckt. Im Grunde ist dies alles ziemlich unnütz, denn wir sollten doch in der kurzen Zeit, wo wir auf dieser Welt leben, Spaß haben und uns nicht gegenseitig das Leben schwer machen.

Gutes Statement, aber dies wird wohl nicht bei allen auf offenen Ohren stoßen. Gehen wir doch jetzt wieder zurück zur Band. Euer Album wurde ja schon etwas früher in Schweden veröffentlicht. Habt ihr dort denn schon Gigs bestritten?

– Nein, denn wir hatten ein großes Problem, wir hatten keinen Bassisten. Mittlerweile haben wir einen gefunden und hoffen nun auf Gigs hier in Schweden, denn Liveauftritte sind nun mal die beste Promotion.

Dann hoffen wir jetzt, dass uns DUMPER auch in der nächsten Zeit einmal mit ihren Künsten beehren, denn gespannt bin ich auf eine Livepräsenz dieses Materials in jedem Fall.

Story: Gisela

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