News Ticker

REB BEACH

Endlich veröffentlicht REB BEACH sein erstes Soloalbum, welches schlicht „Maquerade“ betitelt ist. Er hatte ja schon einmal eine Soloveröffentlichung unter dem Namen REB BEACH PROJECT geplant, aber leider wurde diese nie auf CD gebannt. Anlässlich seines Releases, hatte ich die Möglichkeit Reb ein wenig auszufragen über sein Soloalbum und auch ein klein wenig über die vielleicht bevorstehende Reunion von WINGER. Lest doch selber nach, was er alles zu berichten hatte.

Warum hast du eigentlich ein Soloalbum veröffentlicht?

– Es war schon immer mein Wunsch gewesen ein eigenes Album aufzunehmen. Schon mit 18 Jahren, als ich damals mit Tico Torres, von BON JOVI, jamte, war der Wunsch nach einem Soloalbum vorhanden. Nur war meine Stimme zur damaligen Zeit nicht besonders gut und ich habe diesen Plan wieder verworfen. So „endete“ ich schließlich als Gitarrist bei WINGER.

Als ich mir das Album anhörte, fielen mir die unterschiedlichsten musikalischen Richtungen des Rocks auf. Unter anderem werden dem Hörer mit ´Dark Place´ Heavy Rock und mit ´Better Shades Of Grey´ ein Alternativ  beeinflusster Song präsentiert. Bist du ein Fan von den unterschiedlichsten Richtungen, die es im Rockbereich gibt?

– Ich mag die unterschiedlichsten Richtungen im Rock-Genre. Ich schreibe auch Country-Songs. Zudem wollte ich das Album auch sehr abwechslungsreich und lebendig gestalten. Für mich sind Alben auch ziemlich langweilig, die nur nach einer Richtung ausgelegt sind. Ich habe jetzt auch schon von den verschiedensten Stellen gehört, dass ´Masquerade´ sehr modern ausgefallen ist. Das liegt mit Sicherheit daran, dass die Alben von WINGER und DOKKEN, woran ich mit beteiligt war immer überproduziert waren. So wurden einige Spuren, bei den Recordings, mit Gitarren belegt. Darauf habe ich vollkommen verzichtet, denn ich wollte ein ehrliches Album haben.

Das ist Reb auch gelungen, denn ´Masquerade´ ist ein sehr lebendiges Album geworden. Das mag auch zum Teil an der wandlungsreichen Stimme liegen. Du hast ja regelrecht mit deiner Stimme gespielt.

– Das ist richtig und ich habe auch einige Übung darin. Zusammen mit meinem Bruder habe ich damals immer solche Spielchen gespielt, bei dem man die Stimme einfach verstellt. Daran habe ich mich bei den Recordings wieder erinnert und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

War es denn wichtig für dich die Songs selber zu singen?

– Das auf jeden Fall, denn ich habe sehr viele schlechte Erfahrungen mit Sängern gemacht. Wenn man mit einem Sänger arbeitet, will er immer seinen persönlichen Touch mit in die Songs einbringen. Dann ist es aber nicht mehr mein Album, denn dies würde es nicht mehr zu meinem Soloalbum machen. Das war aber das Ziel, was ich mir gesetzt habe. Es ist auch sehr viel einfacher, denn man kann wirklich die Songs so gestalten, wie man sie eigentlich schon immer im Kopf hatte. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit dem Album.

Und es war mit Sicherheit eine neue Erfahrung für dich.

– Oh Gott, es war die härteste Arbeit, die ich jemals in meiner musikalischen Karriere gemacht habe. Ich war es ja nicht gewohnt ein Soloalbum aufzunehmen. Ich war sozusagen vollkommen nackt gewesen. Auf was man alles achten musste, das war schon der reine Wahnsinn.

Ist es denn jetzt für dich wichtiger, deine Solokarriere voranzutreiben, oder weiter als Gitarrist in einer Band zu spielen?

– Nein, denn ich bin kein Frontmann. Ich war es schon bei meinem REB BEACH PROJECT nicht und werde es auch nie sein. Ich bin auch nicht der Mensch, der auf das Publikum zugehen kann. Das liegt mir einfach nicht. Ich spiele lieber Gitarre und überlasse diesen Job jemand anderem. Wenn ich aber Gitarre spiele, gehe ich vollkommen aus mir heraus. Das ist auch der Grund dafür, dass ich mehr ein Bandmensch bin. Trotz allem hat es mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Album zu machen und ich verspreche hier mit, dass das nächste Album besser wird.

Noch besser! Dann muss Reb sich aber richtig anstrengen, denn ´Masquerade´ ist schon richtig toll geworden. Jetzt aber zu einem anderen Thema. Als ich im letzten Jahr mit Kip Winger ein Interview führte, erzählte er mir von einer Reunion von WINGER. Wie sieht es denn damit aus?

– Es sieht sehr gut aus, denn wir haben schon ein Album in Amerika veröffentlicht. Seit letztem Jahr gibt es ein Best-of – Album, welches richtig gut rüberkommt, denn die Songs wurden alle neu gemastert

Für mich war WINGER zur damaligen Zeit und kann mir das gar nicht so recht vorstellen.

– Das Album ist wirklich der Hammer. Damals als WINGER anfing, mussten die Alben richtig clean sein, denn nur mit einem überproduziertem Album hatte man die Chance den Durchbruch zu schaffen. Das ist zum Glück heute nicht mehr so und schade, dass du unser Video ´Pull´ nicht kennst, denn auch das ist wirklich einsame Spitze. Ich für meinen Teil hasse die Songs von damals, mit ihren glatten Produktionen, denn sie sind nicht ehrlich. Zur damaligen Zeit, konnte jede Band, mit Hilfe des Studios zu einer Ausnahmeband werden. Das ist zum Glück heute nicht mehr der Fall, denn die Musik ist ehrlicher geworden.

Ich kann mich noch genau an die Tour 1989 zusammen mit den SCORPION in Köln erinnern, als ich ziemlich beeindruckt von WINGER war.

– Das war meine erste Tour überhaupt. Ich war damals noch fast ein „Kind“. Ich erinnere mich und seitdem liebe ich Köln. Allein diese große Kirche (Reb meint den Kölner Dom. Anm. d. Verf.). Sie ist echt der Wahnsinn.

Reb Beach spielte noch bis 2001 bei DOKKEN. Warum hast du diese Band verlassen?

– Der Grund dafür war eigentlich die Arbeitsweise, die bei DOKKEN herrschte. Die Recordings zu ´Erase The State´ waren ein richtiger Alptraum für mich, denn eine Zusammenarbeit mit Don ist nicht gerade einfach. Ich War mit DOKKEN immer auf Tour, aber als es hieß, ein neues Album muss an den Start, habe ich aufgegeben. Hinzu kamen dann noch die Diskussionen mit dem Label. Dieses wollte nämlich unbedingt den Titeltrack als Single veröffentlichen, wo doch jeder weiß, dass ein solcher Song überhaupt keine Chance hat irgendwann einmal im Radio gespielt zu werden. Diese ganzen politischen Spielchen waren sehr aufreibend. Ich mag Don wirklich, aber die Zusammenarbeit bei den Aufnahmen und das was dann noch folgte, war wirklich katastrophal. Das war dann auch der Punkt für mich, bei DOKKEN auszusteigen.

Reb Beach hat ja nicht nur bei DOKKEN sondern war auch mit ALICE COOPER auf Tour. Was war denn dein bestes Erlebnis in deiner bisherigen Karriere?

– Für mich sind immer die zufrieden stellenden Gigs die besten Erlebnisse. Ich kann da jetzt auch keinen herausheben, denn das Gefühl ist jedes Mal anders. Für mich ist aber die beste Zeit auf Tour immer nach der Show. Man kann denn mit Freunden abhängen, die man nicht so oft sieht. Das sind immer ganz besondere Momente für mich.

Dann wollen wir hoffen, dass Reb demnächst auch bei uns wieder, entweder alleine oder vielleicht zusammen mit WINGER eine gute Zeit erlebt. Für mehr Informationen checkt seine Homepage unter:

www.rebbeach.com

Story: Gisela

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.