WARRIOR
WARRIOR gibt’s es die Band überhaupt noch? Diese Frage kann ich nur mit ja beantworten. Nachdem sie im Jahr 1985 von Joe Floyd gegründet wurden, hatten sie mit ihrem ersten Album „Fighting For The Earth“ mehr als nur achtbare Erfolge zu verzeichnen. Nach Unstimmigkeiten mit dem Label, lösten sie sich kurzerhand wieder auf. 1993 war es dann wieder soweit, mit „Ancient Fury“ gab es wieder ein Lebenszeichen, bei dem es dann auch blieb. Im Jahre 2001 wollten sie es dann noch einmal wissen und mit Rob Rock (Axel Rudi Pell, Impelliteri) am Mikro, schlug das Album auch ein, wie eine Bombe. Danach wurden von Joe Floyd wieder neue Songs geschrieben und als der Studiotermin feststand, war Rob Rock leider verhindert. Durch einen Zufall hatte das Labe die zündende Idee Marc Storace zu fragen, ob er die Gesangparts nicht übernehmen wollte und er wollte. Mit Marc zusammen konnte ich dann auch die Frage, welche mir als wichtig erschienen, erörtern
Es ist ja doch recht ungewohnt für jemanden, Marc Storace einen solchen Sound singen zu hören. Es ist doch normalerweise auch nicht deine Richtung.
– Das ist wirklich nicht meine Richtung, aber es war eine unbenutzte Möglichkeit gewesen. Die Veranlagung ist in jedem Fall da.
Hat es dich denn gereizt ein solches Album zu machen?
– In jedem Fall, denn diese Musik ist so energetisch oder besser gesagt gnadenlos. Da ich aus der traditionellen Richtung des Hardrocks komme, war es ein Experiment für mich. Es hat mich aber richtig bewegt, denn am Anfang war ich doch sehr skeptisch. Ich dachte, dass der Sound doch zu düster und brutal für mich wäre. Wichtig war aber in jedem Fall, was würde man von mir erwarten und wie weit muss ich mich von meiner normalen Gesangsperformance entfernen.
Trotz allem ist die Stimme unverkennbar, aber dieses Mal ist sie in Killersongs verpackt.
– Aha ich sehe es gefällt dir.
Ja natürlich! Sorry das hatte ich noch gar nicht erwähnt. Das hole ich hiermit nach. Für gute Musik bin ich immer zu haben. Besonders gefiel mir die Variabilität deiner Stimme.
– Wenn man mich gut genug kennt und meine Karriere ein wenig verfolgt hat, muss man feststellen, dass ich mit meiner Stimme sehr flexibel bin. Ich bin nebenbei ja auch aufgewachsen mit Soul, Rock´n Roll, Hardrock und Progressiv-Rock und das alles kann ich je nach Bedarf auch für meine Stimme abrufen. Ich kann somit mit verschiedenen Pedalen Gas geben.
Ich glaube auch, dass dies das Interessante am Musikerdasein ist.
– Genau, als Musiker ist dies toll, wenn man darf, wie man gerne möchte.
Gute Bezeichnung, wenn man darf. Wie kam denn die Zusammenarbeit mit Joe Floyd und WARRIOR zustande?
– Da muss ein wenig ausholen. Als wir mit KROKUS in den 80iger Jahren des Öfteren in Los Angeles weilten, wohnten Joe und wir meistens in demselben Hotel. Da haben wir dann auch öfters gefachsimpelt. Dann Jahre später, das war etwa 1991 habe ich in der Schweiz Christoph Berger kennen gelernt. Er war zu dieser Zeit für das Label Reality Entertainment in der Schweiz und auch für Europa verantwortlich. Dia andere Hälfte von Reality Entertainment war Warren Croyle, der gleichzeitig auch Produzent ist. Mit Christoph stand ich zur damaligen Zeit wegen meines Soloalbums „Blue“ in Kontakt. Da war aber auch schon wieder Schluss mit dem Kontakt und ich habe wieder andere Sachen gemacht und Christoph hat in der Zwischenzeit in Amerika CMC gegründet, bei dem ja auch unter anderem auch Deep Purple unter Vertrag standen. Ich habe aber nie gewusst, dass Christoph dahinter stand. Jetzt sollte ich doch mal zu deiner Frage kommen. Bei mir ist das immer so eine Sache ich antworte lieber mit einer Geschichte.
Das macht mir gar nichts, denn ich bastele mir schon die Story nach deinen Antworten.
– Das ist gut, dann werde ich jetzt mal weiter machen. Er hatte auch einen guten Kontakt zu WARRIOR und als sie einen Sänger suchten, kam er auf die Idee mich zu kontaktieren. Er hat sich an mich erinnert und deswegen steht auch unter den Danksagungen im Booklet der CD der Satz: „Danke Christoph Berger, dass du dich an den Blue-Boy erinnert hast.“
Wie sah es denn mit dem Songwriting aus? Ist es von Joe alleine gemacht worden?
– Ich habe eine CD bekommen wo die Musik drauf war. Auf einer zweiten CD war dann Musik und Gesang, wenn man es so nennen konnte. Es waren Ideen, die zwei Oktaven tiefer lagen als meine Stimme. Texte waren auch nicht dabei, sondern nur ein einziges Gemurmel. Trotz allem habe ich gewusst worum es geht. Man kann auch auf diese Art wesentlich schneller arbeiten. Die Textideen bestanden aus zwei komplette Texte, die ich wunderschön fand und einige die noch bearbeitet werden musste. Schön war aber für mich, dass man aus diesen Textideen schon ersehen konnte, wie die Band denkt. Die Philosophie gefiel mir sehr gut, denn man konnte aus diesen Fragmenten schon sehr viel an Substanz ziehen. Es ging dabei um Themen, dass doch noch alles gut ist und man nicht so negativ sein sollte.
Trotz allem denke ich aber, dass jeder Hörer seine eigenen Vorstellungen in die Texte einbringen kann.
– Ich denke schon, denn ich persönlich suche auch immer nur das Gute in einem Text. Ich finde es auch sehr gut, wenn man seinen eigenen Schluss ziehen kann. Ich bin auch ein großer Gegner von Texten, die dem Hörer etwas auf diktieren. Es ist aber auch nicht einfach Texte zu schreiben, es ist eine richtige Kunst alles richtig zu verpacken.
Das kann ich mir gut vorstellen. Ich ziehe auch vor jeder Band den Hut und achte sie wegen ihres Könnens Songs zu schreiben und diese auch noch zu präsentieren. Für mich gibt es keine super schlechten Platten, denn das ist doch meistens nur Geschmacksache.
– Das ist auch bei WARRIOR jetzt so, denn wir haben nicht nur gute Kritiken bekommen. Es gab etwa 80% gute Kritiken. Bei den restlichen, na ja da denke ich wurden die Erwartungen einfach zu hoch angelegt. Man sollte doch aber auch berücksichtigen, dass hinter solchen Songs viel mehr, in Bezug auf WARRIOR, dahinter steckt. Jede Band geht doch ans eigene Limit.
Ich finde das Album toll. Es ist Metal, aber ein sehr zeitgerechter und moderner Metal.
– Der Meinung war ich auch, als ich die Stücke ohne Gesang gehört habe. Ich war total von dem modernen Drive begeistert. Einige Stücke sind richtig straight gespielt.
Mir gefallen Songs wie z.B. „Three An Eternal“.
– Das ist auch ein toller Song, der zwar doch traditionell ist und vielleicht auch ein wenig an Led Zeppelin erinnert, aber doch sehr modern wirkt. Für mich persönlich ist er etwas eigenartig, aber doch sehr frisch.
Ich habe eigentlich gedacht, nie mehr etwas von WARRIOR zu hören.
– Ich habe ehrlich gesagt gar nicht mehr an WARRIOR gedacht und es war eine richtige Überraschung für mich, dass man mich als Sänger haben wollte.
Ist es nun nicht schwierig für dich, da du ja doch bei KROKUS singst nun eine zweite Band am Start zu haben.
– Diese Frage habe ich mich auch gestellt, aber glücklicherweise ist Joe Floyd nicht der große Fan von Touren. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Das ist natürlich auch sehr gut für mich und für KROKUS. Das wäre für mich schon ein großer Konflikt gewesen. Trotzdem würde ich schon gerne einige Festivaldates zusammen mit WARRIOR wahrnehmen. Dann müsste die Promotion aber sehr gut sein, damit es sich auch lohnen würde.
Das wäre doch eine tolle Sache, denn auch ich würde die Band gerne live sehen und vor allem Marc live die Songs singen hören. Vielleicht tut sich noch etwas im Sommer bei uns in Deutschland.
Story: Gisela
Kommentar hinterlassen