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ADORNED BROOD

Auf ihrem vierten Album „Erdenkraft“  zeigen sich die Grevenbroicher ADORNED BROOD von einer Seite, die man ihnen vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Sie haben sich so dermaßen weiter entwickelt, dass ihr Black Metal, den sie noch auf ihrem Moonstorm Records Debut „Asgard“ nicht mehr so intensiv im Vordergrund steht. Vielmehr herrscht ein melodisches Gefüge aus, welches aber die Black Metalroots nicht verleugnet. Ebenso wurden die Vocals von Sängerin und Flötistin Ingeborg in den Vordergrund gehoben, sodass es wunderbare Gesangsduelle auf „Erdenkraft“ als Highlights anzusehen sind. Vor kurzem machte sie im Düsseldorfer Spektakulum halt, um auch die Düsseldorfer von ihren Künsten zu überzeugen. Kurz vor ihrem Auftritt hatte ich dann die Gelegenheit mit Sänger Frost und Gitarrist Andreas das nachfolgende Interview zu führen.

Wie schon angekündigt, ist „ Erdenkraft“ wesentlich melodischer ausgefallen. Wie kam es dazu?

Andreas: Im Grunde haben wir es fast immer so gehalten, dass wir alle Bandmitglieder ins Songwriting mit einbezogen haben. Da aber die musikalischen Richtungen innerhalb der Band sehr unterschiedlich sind, haben wir es uns dieses Mal zunutze gemacht, auch ein wenig damit zu arbeiten. Dadurch das Tim unser Drummer und ich in die Band gekommen sind, hat sich demzufolge noch einiges an Inputs mehr ergeben. Wir hatten aber von Anfang an geplant, ein wenig mit den Sounds zu spielen, um damit einen anderen und innovativeren Sound zu kreieren. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass wir noch softer werden.

Soft würde ich jetzt aber nicht direkt sagen, denn ich würde es als melodische ausdrücken, denn die Songs besitzen immer noch die nötige Aggressivität.

Frost: Das ist auch alles nicht von Anfang an geplant gewesen, sondern eher alles spontan beim Songwriting entstanden. Wir sind auch mit dem Ergebnis sehr zufrieden und ich denke, dass es mit Sicherheit so weiter gehen wird.

Was mir auch sehr gut gefällt ist der Wechselgesang zwischen Ingeborg und Frost. Das war ein Punkt, der mir außerordentlich gut auf „Erdenkraft“ gefallen hat.

Andreas: Darauf werden wir auch in Zukunft weiter verfeinern.

Im Vergleich zu den letzten Veröffentlichungen wurde aber Ingeborgs Stimme weiter in den Vordergrund geschoben.

Frost: Das war auch so gewollt. Wir wollten schon immer mehr mit Ingeborgs Stimme machen, aber die Songs von unserem letzten Album waren einfach nicht dazu ausgelegt. Durch die verstärkte Instrumentalisierung auf „Erdenkraft“ war es wesentlich leichter, Ingeborgs Stimme in die Songs zu intrigieren. Dadurch wurde das ganze Songmaterial wesentlich melodischer, obwohl die Flöten ein wenig in den Hintergrund gestellt wurden.

Auf dem Lied „Der Fluch“ habt ihr tatkräftige Unterstützung von SUBWAY TO SALLY-Musiker Bodenski, der den Text beisteuerte und Eric Hecht, der seine Stimme zur Verfügung stellte. Kam diese Zusammenarbeit durch die Auftritte zustande, welche ihr mit SUBWAY TO SALLY absolviert habt?

Andreas: Nein, aber wir waren uns, als wir das musikalische Grundgerüst stehen hatten, vollkommen klar, dass dies ein klassisches SUBWAY TO SALLY-Stück ist. Wir haben Eric dann diesen Song zugeschickt. Daraufhin hat er sich ein wenig zurückgezogen, denn es waren noch andere Projekte im Gespräch. Nach kurzer Zeit haben wir dann die Zusage von ihm erhalten. Der Song ist auch wirklich gut gelungen und kein anderer hätte diesem Song mehr Seele geben können.

Was ist eigentlich beim Songwriting das Wichtigste für euch?

Frost: Früher ist es so gewesen, dass jeder mit Ideen ankam und daraus wurden dann die Songs geschrieben. Das hat sich aber mit der Zeit als sehr schwierig herausgestellt und somit sind wir dazu übergegangen, dass sich ein Bandmitglied zu Hause mit der Sache auseinandersetzt. Hinzu kommt noch die Ausarbeitung einer Linie und wenn dieses Grundgerüst fertig gestellt ist, kommen dann die anderen Musiker wieder ins Spiel. Meistens ist es so, dass die Vorproduktion schon fast abgeschlossen ist und nur noch die Flötenpassagen, der Gesang und Schlagzeug mit eingebracht werden müssen. Hinzu kommen dann auch noch die Arrangements. Mit dieser Verfahrensweise ist es um ein Wesentlicheres leichter für uns Songs zu erschaffen, die bei der gesamten band Zustimmung finden. Meist ist es Andreas, der die Songs ausarbeitet.

Man lernt ja auch von Album zu Album immer mehr dazu.

Andreas: Das sollte man auf jeden Fall.

Frost: Ein anderer Grund dafür, dass unsere Songs so unterschiedlich ausfallen, sind die Stimmungen, die in uns selber stecken. Es ist doch so, dass wir uns auch nicht vor anderen Musikstilen und Stimmungen verschließen und somit kommt es denn dazu, das auch emotional verschiedene Stimmungen auf den Alben in den Vordergrund treten.

Haben wir ein Glück, dass ADORNED BROOD nicht in Finnland wohnen, denn sonst würde die Depressivität wohl überwiegen.

Andreas: Zum Glück kommen wir nicht aus Finnland, denn in einem Land, wo es immer dunkel ist, könnte ich gar nicht leben.

Ihr habt ja schon mit den verschiedensten Bands, wie z.B. KREATOR, DIE APOKALYPTISCHEN REITER, NIGHT IN GALES gespielt. Welche Erfahrungen habt ihr denn diesbezüglich gemacht??

Frost: Eigentlich waren sie alle sehr nett und haben uns sehr gut behandelt. Ich nehme jetzt nur das Beispiel APOKALYPTICA. Da sind wir hingefahren und haben gedacht, dass wir in ein solches Konzert überhaupt nicht passen würden. Wir sind da mit einem solch schlechten Gefühl hingefahren, weil wir dachten, dass Publikum würde uns nicht akzeptieren.

Aber dieses Publikum ist doch ein offenes.

Frost: Das genau wussten wir aber vorab nicht. Zugetragen hat sich diese Begebenheit auf dem Feuertanz-Festival wo auch noch DEINE LAKAIEN spielten. Wir sind jedenfalls so gut vom Publikum aufgenommen worden, dass wir uns echt gewundert haben. Aber es hat riesigen Spaß gemacht und wir haben während des Konzertes einen Adrenalinstoss nach dem anderen bekommen. So etwas haben wir jedenfalls noch nie erlebt und ich glaube, das ist etwas, was uns noch lange im Gedächtnis bleibt.

Ich habe gelesen, dass ihr drei Monate Urlaub macht.

Andreas: Wir werden nicht fahren, aber unser Drummer Tim wird sich für drei Monate nach Australien begeben. Die restliche Band wird in dieser Zeit an neuen Songs arbeiten, denn es heißt, das neue Album vorzubereiten.

Na dann kann ich der Band trotzdem eine geruhsame Zeit, nach den ganzen Festivals wünschen, aber wie wir gehört haben, werden es bald wieder neue Songs zu hören geben. Wer mehr von der Band wissen will, sollte sich doch einmal auf der Homepage umsehen, welche ihr unter www.adornedbrood.de  erreicht.

Story: Gisela

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