DEMENTI
Mit ihrem ersten offiziellen Album „Zweigefühl“ veröffentlichten DEMENTI gerade eine Scheibe, die sich in keine der üblichen Schubladen stecken lässt. Musikalisch decken sie ein ziemlich breites Spektrum ab, weswegen es auch sehr schwierig ist, die richtige Erklärung dafür zu finden. Soviel kann man aber sagen, dass die Songs alle sehr atmosphärisch und teilweise auch düster klingen, aber auf der anderen Seite auch ziemlich tanzbar sind. Um genau diese Punkte aufzudecken, hatte ich Gelegenheit mit Sänger und Gitarrist Nico Amarell die unklaren Punkte zu erörtern.
DEMENTI haben eigentlich schon eine ziemlich bewegte Vergangenheit, denn sie haben schon dreimal beim „Battle Of The Bands“ mitgemacht. Beim ersten Auftritt belegten sie den 11. Platz, beim zweiten, den 3. und im letzten Jahr seid ihr als Sieger hervorgegangen. Das war ja eine immense Steigerung.
– Das kann man wirklich sagen, vor allem wegen der Tatsache, dass beim letzten Mal wirklich fast ausschließlich Elektrobands vertreten waren. Wir haben uns eigentlich keine Chancen ausgerechnet, weil elektronische Musik im Moment sehr angesagt ist. Wir waren die einzige Gitarrenband, die es dann auch noch geschafft hat, zu gewinnen.
Ist es vielleicht auch ein wenig darauf zurückzuführen, dass ihr mehr Live-Erfahrungen im Vorprogramm von UMBRA ET IMAGO sammeln konntet?
– Ich denke, dass uns diese Tour sehr geholfen hat, denn es war während der Tour, auf der wir in 13 verschiedenen Städten gespielt haben, eine sehr große Resonanz gehabt haben. Hinzu kam auch noch, dass wir durch die Auftritte wesentlich professioneller wurden. Es ist eben ganz anders, wenn man jeden Monat nur ein Konzert spielt, so wie es früher bei uns gewesen ist.
Euer Bandname DEMENTI spiegelt sich ja auch in euren Texten wider. Was stand eigentlich zuerst, der Name oder das textliche Konzept?
– Es war am Anfang so, wie bei jeder Band, das wir einen Namen für uns gesucht haben. Wir wussten bezüglich des textlichen Konzepts schon genau, wo wir hinwollten. Dadurch hat es sich denn ergeben, dass DEMENTI, vom Klang und von der Aussage her, der passende Name für uns ist.
Er ist ja auch ein sehr gut, ins Gedächtnis gehender Name. Wir haben ja schon das textliche Konzept angesprochen. Worauf legt ihr eigentlich beim Songwriting den meisten Wert, denn ihr habt ja vom Sound her gesehen eine ziemlich große Bandbreite?
– Uns ist es sehr wichtig, dass ein Gefühl, welches der Song beinhaltet sehr gut übermittelt wird. Uns ist es auch egal, ob ein Stück, wie z.B. bei „Maskerade“, der ein wenig in die NU-Metal-Richtung tendiert oder ob es elektronisch und melancholisch ist. Da legen wir uns nicht fest. Wir haben auch kein Problem damit, bei einer Ballade ein Cello oder Klavier einzusetzen. Dabei müssen denn auch die Gitarren nicht so fett klingen. Die Hauptsache ist, es muss zum Gefühl passen. Wir müssen uns ja nicht beweisen, dass wir die härteste oder lauteste Band sind.
Mir hat das Album auch gut gefallen, weil die Abwechslung ziemlich die Oberhand bei den Songs hat. Euer Album trägt den Namen „Zweigefühl“. Warum habt ihr euch für diesen Titel entschieden, ganz im Gegensatz zu anderen Bands, die meistens immer einen Songtitel zum Albumtitel machen.
– Der Grund dafür ist der, dass es bei den meisten Songs immer um zwei Personen handelt, die im Zwiespalt leben. Daraus entwickeln sich natürlich Gefühle, welche untereinander geklärt werden müssen. Uns ist es eigentlich erst im Nachhinein aufgefallen, dass dies das Hauptthema ist. Deswegen wollten wir auch den richtigen Namen dafür als Albumtitel haben. Wir haben uns bewusst nicht für einen Song entschieden, denn sonst wäre wieder alles an diesen einen Song festgemacht worden. Wichtiger war es uns, diese Thematik in den Vordergrund zu stellen.
„Zweigefühl“ ist ja das erste offizielle Album von euch, obwohl ihr ja 1998 schon ein Album in Eigenregie herausgebracht habt. Warum hat es denn so lange gedauert, bis endlich dieses Album auf den Markt kam?
– Das lag eigentlich hauptsächlich in dem langen Werdegang, den wir hatten. Wir haben uns soundmäßig im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt. Nach dem, in Eigenregie aufgenommenen Album, haben wir noch, im Studio vom Gitarristen von Herbert Grönemeyer, zusammen mit einem Produzenten eine Maxi-CD aufgenommen, Aber das war im Endeffekt nicht das, was wir erwartet hatten, denn der Produzent wollte etwas aus uns machen, was wir nicht mit uns vereinbaren konnten. Durch diese Erfahrung haben wir uns dann zu Hause ein eigenes kleines Studio gebaut und uns wurde im Laufe der Zeit immer klarer, was für uns wichtig ist. Wir nahmen dann selber auf und das wurden richtig gute Produktionen. Das haben wir dann auch, zur Bewerbung an „Battle Of The Bands“ geschickt. Wir hatten durch dieses Festival dann mit „Der erste Tanz“, der ja schon auf unserem Demo vertreten war, einen richtig kleinen Clubhit. Dieses Stück wurde dann auch auf einem Sonic Seducer-Sampler abgedruckt und deswegen haben wir schon einen kleinen Bekanntheitsgrad erreicht. Dadurch, dass wir schon eine sehr gute Produktion hatten, wurde die Aufmerksamkeit, auch von den Labels, auf uns gelenkt. Beim letzten „Battle Of The Band“ hat unser jetziges Label eine Band gesucht und sie haben uns dann gewählt. Wir haben uns in den vergangenen Jahren schon des Öfteren bei Labels beworben und wir haben auch einen Stapel an Absagen bei uns liegen.
Gut das sich DEMENTI davon nicht haben beirren lassen und trotz allem weiter gemacht haben. Du sprachst ja eben von der Vielschichtigkeit. Liegen denn die Interessen der einzelnen Musiker auch so weit auseinander?
– Jeder bei uns in der Band hat einen anderen Musikgeschmack. Wir hören auch gerne Peter Gabriel oder Phil Collins. Wir sind auch nicht in der Gothic-Rockschiene verankert, obwohl man uns dort gerne hineinpacken möchte. Es ist für uns auch sehr wichtig, dass wir die unterschiedlichsten Richtungen hören. So ist es auch, dass wir manches Mal die Richtungen der anderen gar nicht mögen, aber das Wichtigste ist, dass wir immer einen Mittelweg finden, um jeden in der Band zufrieden zu stellen.
Wichtig ist doch, dass eine Band mit dem Resultat zufrieden ist. Man soll sich auch gar nicht so festlegen, denn es gibt eigentlich nur „gute“ oder „schlechte“ Songs. Jetzt habt ihr ja ein gutes Album im Gepäck. Werdet ihr denn jetzt dieses Material auch live vorstellen?
– Das wollen wir auf jeden Fall. Wir haben jetzt auch einen Bookingvertrag für Konzerte mit unserem Label und hoffen, dass es jetzt besser werden wird, als bei uns. Wir haben bis jetzt die Konzerte selber gebucht und organisiert haben. Da wir ja auch noch arbeiten, lagen die Konzerte meistens am Wochenende. Jetzt sieht es aber so aus, dass im Herbst eine Tour gestartet werden soll und dann werden wir uns für diese Zeit Urlaub nehmen.
Das ist ja auch wesentlich effektiver, eine komplette Tour zu machen. Aber es ist ja auch nicht so einfach, seine Arbeit mit der Zeit, welche man für eine Band noch benötigt zu vereinbaren. Dann hoffen wir jetzt, dass DEMENTI auch bald in eurer Nähe spielen werden.
Story: Gisela
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