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KROKUS

KROKUS are Back!!!

Mit einem neuen Album meldeten sich KROKUS im Frühjahr eindrucksvoll zurück. Mit Marc Storace am Mikro zeigen sie es den Jüngeren auf ganzer Linie. Ich konnte selber schon einmal vor drei Jahren einen Eindruck von ihrer Liveenergie, welche sie mehr denn je besitzen, überzeugen. Beim Bang Your Head in Balingen stellten sie damals viele Bands in den Schatten. So auch auf ihrer kürzlich zu Ende gegangenen Europatour, mit SHAKRA als Support. Das war schon eine tolle Show, die von beiden Bands geboten wurde. Bei ihrem letzten Auftritt in der Bochumer Matrix, hatte ich dann noch die Gelegenheit, mich ein wenig mit Gitarrist Fernando von Arb zu unterhalten.

Wie schon erwähnt, absolvierten KROKUS vor gut drei Jahren schon einige Shows. Danach war aber wieder Funkstille. Wie ist es denn jetzt dazu gekommen, dass ihr Krokus wieder ins Leben gerufen habt?

– Die Idee stammt eigentlich schon aus dem Jahre 1994 und ist nicht neu. Da nicht alle Leute zur Verfügung standen, dauerte alles ein wenig länger und lief sozusagen über Umwege. Zwischenzeitlich hatte ich aber auch die Nase voll und habe ganz andere Sachen gemacht. Dann hatte ich von diesen Bluesgeschichten genug gehabt und habe wieder einen Versuch gestartet, KROKUS ins Leben zu rufen. In dieser Besetzung sind wir jetzt seit anderthalb Jahren.

Wie kam denn der Kontakt zu Marc Storace zustande?

– Ich war mir nicht sicher zur damaligen Zeit, ob Marc wieder mitmachen wollte. Ich hatte es zwar gehört, aber ich war nicht sicher. Wir haben aber dann einige Male telefoniert und dann habe ich aus seinen Worten herausgehört, dass er auch Interesse hatte. Nach dem ersten Gespräch dachte ich, dass wird sowieso nichts. Aber es stellte sich dann heraus, dass er wieder auf die Bühne und singen wollte. Obwohl er zur damaligen Zeit an einer Solokarriere bastelte, sagte er zu.

Ich wusste ja schon seit fast 10 Jahren, dass Fernando immer wieder versucht hat, die Band aufleben zu lassen. Nur gibt es heute einige garstige Bemerkungen darüber, dass man in einem solchen Alter doch nicht mehr auf die Bühne sollte. In meinen Augen aber, machen KROKUS vielen jüngeren Kollegen noch etwas vor. Wie steht ihr aber zu solchen Kritiken?

– Wir geben immer das Beste und wenn dieses Beste einmal nicht mehr reicht, dann gehe ich von der Bühne. Wenn die Leute sagen, dass die beiden „älteren Herren“ abtreten sollen, dann werden wir wieder Blues spielen.

Das solltet ihr aber doch noch lassen, denn nach der Show, letzte Woche in Andernach, kann ich solche Kommentare einfach nicht nachvollziehen.

– Solche Leute die dieser Meinung sind, haben uns mit Sicherheit nicht live spielen sehen. Alle Leute, mit denen wir nach den Shows gesprochen haben, fanden es toll. Ich persönlich gebe über solche Äußerungen nichts, denn ich merke es mit Sicherheit selber, wenn es nicht mehr geht und dann werde ich auch aufhören.

Das neue Album „Rock The Block“ beinhaltet Songs, welche „Back To The Roots“ von KROKUS gehen.

– Das war auch wichtig, denn wir wollten ein Album abliefern, was die Power der früheren Jahre beinhaltet. Es war wichtig, dass die Songs mit einem dreckigen Gesang und knalligen Riffs versehen werden und ich glaube das ist uns ganz gut gelungen.

Wieso heißt das Album „Rock The Block“?

– Um die Nachbarschaft zu wecken und um auf uns aufmerksam zu machen. Ganz einfach „Rock The Block“. Hinter dem Titel steht nichts, es ist einfach nur eine Aussage. Es geht doch eigentlich immer darum, die Nachbarschaft ein wenig aufzurütteln.

Was mir auch aufgefallen ist, dass zu euren Konzerten Väter oder Mütter mit ihren Kindern kommen. Habt ihr das auch schon bemerkt?

– Vor allem in der Schweiz ist uns dies stark aufgefallen. Dann passierte es auch, dass die Kinder zu uns kamen und nach Autogrammen fragten. Ich denke, wenn wir die Jugend nicht begeistern können, stimmt irgendetwas nicht. Aber auch hier in Deutschland ist uns das aufgefallen. Es kam auch öfters vor, dass ein Vater sein Kind für ein Autogramm geschickt hat und das war auch sehr lustig.

Da merkt man doch, dass die Behauptung hinkt, dass man ab einem gewissen Alter aufhören sollte.

– Man sollte abtreten, wenn man durch Drogen oder anderen Sachen nur noch benebelt auf der Bühne herumirrt. Ich hatte auf dieser Tour einen Tag gehabt, wo es mir nicht so gut ging. Ich denke, dass man sich bei 15 Konzerten nicht immer gleich gut fühlt und einen Tag kann man dann auch ganz gut verkraften. Den Leuten hat es aber trotzdem gut gefallen und ihnen ist es fast gar nicht aufgefallen.

Wie waren denn die Resonanzen in der Schweiz auf das neue Album gewesen?

– Die waren alle sehr gut. Wir in der ersten Woche sofort auf Platz 1 in die Charts eingestiegen. Das war echt megamäßig, denn in der ersten Woche waren die CD´s schon alle ausverkauft.

Habt ihr mit einer solchen Erfolg gerechnet?

– Nein in keinster Weise. Ich wäre schon froh gewesen, wenn wir in den Top 10 gelandet wären. Mehr hatte ich mir eigentlich nicht vorgestellt. Die ganzen Ereignisse haben uns dann letztendlich auch ein sehr gutes Gefühl vermittelt.

Ihr seid ja auch schon eine Ewigkeit im Geschäft. Hat sich die Medienlandschaft im Laufe der ganzen Jahre sehr stark geändert?

– Wollen wir ein Buch darüber schreiben?

Lieber nicht. Aber in der heutigen Zeit hat eine Rockband doch überhaupt keine Möglichkeit im Radio gespielt zu werden, es sei denn, sie werden gepusht.

– Einerseits ist die Rockmusik nicht mehr so angesagt wie vor einigen Jahren noch. Zum anderen geht es seit Jahren wirklich nur noch ums Geld. Wo früher noch ein kleiner Teil Idealismus vorhanden war, ist mittlerweile total verschwunden. Die Musiklandschaft ist regelrecht verarmt. Es hat alles kein Niveau mehr. Frauen müssen sich heutzutage fast bis auf einen String ausziehen, um überhaupt Erfolg zu haben. Es ist viel mehr Verpackung als Inhalt vorhanden. Wir sind deswegen sehr froh, dass wir ein Label im Rücken haben, welche auf diese Art von Musik stehen, welche wir machen.

Wenn ich mir die ganzen Casting-Shows anschaue, wird mir ganz schlecht und die handgemachte Musik hat wirklich keine Chance mehr. Dann gibt ist diese „Stars“ für ein Jahr und danach sind sie verschwunden.

– Richtig, wer das machen will, sollte es durchziehen, aber für mich ist das nichts. Viele gehen daran auch zugrunde und müssen ihr Geld dann nachher zum Psychiater tragen.

Das kommt aber meist daher, dass sie einfach zu unerfahren sind.

– Genau, denn sie sehen nur den Erfolg, der aber in den meisten Fällen nur sehr kurzfristig ist.

Es kann ja auch nicht angehen, dass ein 18-jähriger schon seine Biografie schreibt.

– Vielleicht hat er das Glück, dass er sein ganzes Leben in einer Wolke schwebt und überhaupt nichts mehr merkt. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, in wie weit er sich selber prostituieren will. Die ganzen gecasteten „Stars“ müssen dies für sich selber entscheiden, obwohl es ja sehr verlockend ist.

Jetzt aber wieder zu KROKUS. Welche Pläne habt ihr denn für die nächste Zeit ins Auge gefasst?

– Wir werden jetzt erst ein Live-Album abmischen. Danach folgt noch eine DVD. Im Winter würden wir gerne noch ein paar Konzerte spielen, die uns auch vielleicht wieder nach Deutschland führen werden. Das Live-Album soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden und damit sind auch wieder Auftritte verbunden.

Also wieder richtig voll dabei?

– Ja auf jeden Fall. Wir müssen natürlich auch noch neue Songs schreiben, denn sie wachsen ja auch nicht mit den Radieschen im Garten und die Heinzelmännchen machen dies auch nicht für uns.

Das mit Sicherheit nicht, aber ich denke, dass dies wohl das kleinste Problem ist. Ich kann der Band an dieser Stelle nur noch alles Gute wünschen und hoffen, dass sie bald wieder in der Nähe ein Konzert geben.

www.krokusonline.com

Story: Gisela

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