MAJESTIC
Meine erste Frage an Richard Anderson, dem Keyboarder und Gründer der schwedischen Melodic Metal Band MAJESTIC, galt dem geänderten Stil des neuen Albums. Im Vergleich zu dem progressiven Melodic Metal Debüt Album „Abstract Symphony“ tendiert der Stil des Albums „Trinity Overture“ mehr zu einem Hardrock/Melodic Metal-Mixtur.
Warum wurde der Stil geändert?
– Ich habe das gesamte Konzept geändert, das Line-up und alles. Musikalisch gesehen hat die Änderung etwas mit der Entwicklung zu tun. Das erste Album wurde unter ziemlichem Zeitdruck fabriziert. Ich hatte gerade sechs oder sieben Songs komponiert. Wir gingen ins Studio, und zu Hause und mußte ich dann die weiteren Songs für den nächsten Tag schreiben. Bei dem zweiten Album habe ich mich genauer vorbereiten können: Ich konnte meine Art finden, mich auszudrücken und zu 100 % die Musik schreiben, die ich wirklich machen wollte und mit der ich zufrieden bin.
Warum hast du das Line-up geändert?
– Als wir von unserer Tour mit Pretty Maids zurückkamen, war ich nicht mehr mit den anderen Bandmitgliedern zufrieden. Sie hatten andere Musikvorstellungen als ich. Es gab da einige Unstimmigkeiten, und so entschied ich, sie sozusagen zu feuern. Sie verließen mich und ich sie.
Ist es kein gefährliches Experiment, den Stil bei eurem neuen Album zu ändern? Immerhin hatte „Abstract Symphony“ Majestic Erfolg gebracht. Hattest du keine Bedenken, eure letztes Jahr erst gewonnenen Fans zu irritieren oder gar zu enttäuschen?
– Ich meine, wir haben den Stil nicht zu sehr geändert. Die Song-Melodien und instrumentalen Stücke mit ihrer klassischen Bewegung sind bei unserem zweiten Album nach wie vor in unseren Songs wiederzufinden. Es ist derselbe Stil, nur mit einer anderen Gewichtung. Ich persönlich finde, dass alles besser ist: Die Songs, die Produktion, der Einklang. Wir haben eine andere Mentalität erlangt. Einige der alten Songs gefallen mir zwar auch. Aber persönlich hatte ich das Gefühl: Wir können es besser, z. B. mit einem besseren Drummer, etwas mehr Zeit im Studio und ein paar unterschiedlichen Arrangements. Es ist wichtig, dass man immer wieder etwas Neues macht. Mit neuen Erfahrungen ist auch natürlich die Musik etwas anders, die man schreibt. Leider können wir nicht immer alle unsere Zuhörer zufriedenstellen. Aber bisher hat unser zweites Album eine überwiegend positive Resonanz bekommen.
Eure Musik ist ja andererseits auch recht abwechslungsreich. Mit eurem Song „Resurrection“ bringt ihr ja sogar etwas Bluesrock in euer neues Album. Ich war doch recht überrascht. Aber ich mag den Song.
– Ich habe einen unterschiedlichen Stil für jeden meiner Songs, mit unterschiedlichen Tempi und Chords, um jeden Song einzeln für sich wahrnehmbar zu machen. Ich mag es nicht, wenn alle Lieder irgendwie gleich klingen.
Ich würde gern etwas über Magnus Nord erfahren. Ich finde, er ist ein guter Gitarrist. An welchen Vorbildern orientiert er sich? Ingwie Malmsteen?
– Nicht wirklich. Er ist erst zwanzig Jahre alt, war neunzehn, als das Album aufgenommen wurde. Er hat noch einen langen Weg vor sich, aber er ist voll dabei, bei dem, was er tut. Er hat auf der High School für drei oder vier Jahre Musik studiert und wird mehr beeinflusst von Allan Holdsworth und John Petrucci von Dream Theater. Er stellt eine eigene Mischung dar, und das ist genau das, wonach ich gesucht habe. Ich wollte keine Ingwie Malmsteen-Kopie, sondern eine gewisse „crazy guitar“, die gut zu meinen Neo-Classical Keyboard-Soli passt.
Um kurz auf den Inhalt eurer Songtexte zu sprechen zu kommen, z. B. auf den „Voodoo Schatz“, den „Atem des Horos“, die „Wiederauferstehung“, den „Vorhang des Feuers“ oder auf „Ich werde den Mond abschießen“: Magst du Themenbereiche von Mystik und Fantasy oder Science Fiction?
– Science Fiction mag ich nicht. Mystische Themen schon, aber mehr in Verbindung mit einem geschichtlichen oder epischen Hintergrund. Der Song „The Breath of Horos“ ist allen Leuten gewidmet, die durch die Katastrophen des letzten Jahres gestorben sind. Horos war ein ägyptischer Windgott. Die Wiederauferstehung „Resurrection“ ist eher als Tritt in den Hintern für meine ehemaligen Bandmitglieder zu sehen. Allgemein basieren alle Songs des Albums auf eigenen Erfahrungen. Es ist kein Konzept-Album oder so. Ich hatte erst die Texte geschrieben und dann, aus dem Gefühl daraus, die Musik komponiert.
Welche geschichtlichen Filme siehst du gerne?
– Ich sehe gern Filme über den zweiten Weltkrieg und über Gladiatoren.
Euer Cover zu „Trinity Overture“ zeigt ja auch eine Art Arena.
– Ich finde das Bild irgendwie passend zu unserem Album. Es drückt etwas Majestätisches aus. Zu dem Album „Abstract Symphony“ hatten wir als Cover ein Theater, und dieses ist so ein wenig ähnlich, eben auch wie ein römisches Theater.
Auf der Rückseite des Booklets ist so eine Art Stilleben dargestellt mit euch an einem Tisch und einer Schale Obst, und alles ist in einem barocken Stil gehalten. Du scheinst Elemente aus dieser Zeitepoche zu mögen?
– Ja. Es passt zu der Musik, die ich mag. Z. B. klassische Musik von Johann Sebastian Bach oder Vivaldi. Das Foto wurde i Die finnische Band AFTERWORLD, die sich im Jahre 1993 gründete, wartet mit ihrem zweiten Album ´Connecting Animals´ auf. Auf diesem verbinden sie in gekonnter Manier ihren melodischen powervollen Heavy Metal mit melancholischen Passagen. Obwohl sie mit Bands wie IRON MAIDEN und RAGE verglichen werden, hat das Album einen eigenen Stil, den sie professionell präsentieren. Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums konnte ich das Interview mit Drummer und Keyboarder Jani Outinen führen, um ein wenig über die Band zu erfahren.
Auf ´Connecting Animals´ fällt einem das wunderbare Live-Feeling auf. Wurde das Album auch ziemlich schnell aufgenommen?
– Nein, die Aufnahmen haben doch eine ziemlich lange Zeit gedauert, aber wir hatten sehr viel Spaß bei den Recordings und deswegen kommen die Songs auch ziemlich frisch herüber.
Der Background der Band liegt in verschiedenen musikalischen Richtungen. Von studierten klassischen Musikern, bis zu Death- und Trashmetaller ist in eurer Band alles vertreten. Wieso habt ihr euch denn jetzt für diesen doch sehr melodischen Powermetalsound entschieden?
– Das ist eigentlich ziemlich einfach zu erklären. Dadurch, dass wir Bandmitglieder mit einer klassischen Ausbildung (Jani studierte Piano und Sänger Mika erlernte den klassischen Gesang) und Musiker (Gitarrist Petri und Bassist Marko) aus der härteren Fraktion haben, war dies der einzige Weg für uns, im Powermetal alles zu vereinen. Die Verbindung von dem melodischen und klassischen Elemente mit dem roughen Sound des Thrashs ergibt im Endeffekt den eigenen AFTERWORLD-Sound.
Jetzt wird mir auch klar, warum der Gesang von Mika so glasklar aus den Boxen kommt.
– Er sang auch in einem klassischen Chor in den 80iger Jahren und dies für fast 15 Jahre.
Einen Song, ´´ The World Of Hypocrates´, habt ihr in zwei Teile aufgeteilt, nämlich in einen instrumentalen und einen mit Gesang. Warum ist dies geschehen?
– Ein Grund dafür ist, dass wir keine allzu langen Songs auf dem Album haben wollten. Der zweite Grund ist der, dass die beiden Teile verschiedene Themen zum Inhalt haben und deswegen hielten wir es für sinnvoller zwei verschiedene Stücke daraus zu machen. Der Song ´The World Of Hypocrates Part I´ ist der Hauptsong und den `Part II´ sehen wir als eine Art Outro, weil er ja komplett akustisch ausgefallen ist.
Für mich kommen die beiden Teile so herüber, dass er erste Teil die Warnung und der zweite Teil die Hoffnung darstellt.
– Vielleicht, das beleibt aber jedem selber überlassen, was er daraus hört.
Als ich die CD zum ersten Mal hörte, stutzte ich ein wenig bei dem Coversong ´Money, Money´, der ja aus der Feder von ABBA kommt. Ein lustiger Song, der das Album noch frischer und unkomplizierter erscheinen lässt. Der Song wurde von der Band aber schon vor dem großen ABBA-Boom recordet. Mögt ihr solche Songs oder war dies ´just for fun´?
– Wir mögen den Sound von ABBA, denn der Sound dieser Band beinhaltet so viel melodisches Potential, wie ihn fast keine Band zustande gebracht hat. Wir haben versucht dieses melodische Potential in unseren Powermetal mit einzubringen und wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Dem kann ich nur zustimmen, denn in der ´Rockversion´ von ´Money, Money´ brillieren die Melodien. Kommen wir jetzt aber zu eurem Titel ´Connecting Animals´. Hat er eine spezielle Bedeutung?
– Der Titel kritisiert die Menschen, wie sie sich in der heutigen Zeit verhalten. Wenn sie irgendetwas über ihre Mitmenschen erfahren, wird dies sofort anders weitererzählt und dies noch in abgeänderter Form. Wir wollen mit diesem Titel ausdrücken, dass wir alle nur Menschen sind, die sich darauf besinnen sollen bei der Wahrheit zu bleiben. Wir sollten uns doch, bei allem was wir tun an die Natur zurück erinnern und jedem sein eigenes Leben zugestehen. Die Tiere sind dafür ein sehr gutes Beispiel, obwohl bei diesen auch nur der stärkere überlebt.
Das kommt im richtigen Leben sehr stark zum Ausdruck, denn die meisten Menschen denken wirklich nur an sich selbst und versuchen ihren Mitmenschen nur schlechtes nachzusagen. Dabei geht es in den meisten Fällen nur ums liebe Geld.
– Das ist es auch, was uns so sehr belastet und deswegen haben wir auch diesen Titel gewählt.
Genug jetzt mit den Problemen der heutigen Menschheit. Ihr habt euch den Namen AFTERWORLD zugelegt. Hat dieser auch eine tiefsinnigere Bedeutung?
– Der Name beschreibt die Band ganz gut. Wir meinen mit unserem Namen nicht das Leben nach dem Tod, sondern wir wollen damit beschreiben, dass wenn heute irgendetwas passiert es morgen schon wieder Vergangenheit ist. Wir erleben dies in vielen Dingen und deswegen haben wir auch diesen Namen gewählt.
Habt ihr für euer erstes Album ´Dark Side Of Mind´ eine Tour absolviert?
– Wir waren nur in Finnland unterwegs. Wir hatten damals leider das Pech gehabt, dass die Band, die wir supporten sollten die Tour absagte. Wir haben uns denn entschlossen zu warten und mit einem neuen Album noch einmal neu zu starten. Wir spielten einige Festivals zusammen mit STRATOVARIUS oder H.I.M. in Finnland und die Reaktionen waren sehr gut gewesen. Wir wünschen uns aber jetzt nichts sehnlicher, als natürlich jetzt in Europa unseren Sound präsentieren zu können.
Das wollen wir auch hoffen, denn der Sound ist, wenn er so rüberkommt wie auf dem Album, mehr als hörenswert und ich persönlich bin ganz gespannt auf eine Live-Performance von AFTERWORLD.
Story: Gisela
n einer Festung in Malmö im Süden Schwedens aufgenommen. Im Hintergrund sind zwei Frauen zu sehen. Eine davon ist meine Frau.
Interessante Idee. Kannst du mir noch etwas über euren Titel „Trinity Overture“ sagen?
– „Trinity Overture“ lautet der letzte Song von unserem zweiten Album und ist somit eine Ouvertüre für das dritte Album, was demnächst, in einigen Wochen, einem halben Jahr oder einem Jahr erscheinen wird.
Aber des Weiteren seid ihr noch auf einigen Konzerten zu genießen. Wie schaut da die Planung aus?
– In wenigen Wochen werden wir unsere Promotiontour in Japan starten. Ich freue ich mich schon sehr auf die großen Auftritte in Tokio. Vielleicht werden wir in einem oder zwei Monaten dorthin zurückkommen für eine größere Tour. Im November/Dezember starten wir dann unsere Europatour zusammen mit Symphony X und werden natürlich auch nach Deutschland kommen. Die genauen Termine kann man in unserer neuen frischen Website nachlesen.
Story: Monika
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