ANNIHILATOR
Eines kann man von ANNIHILATOR behaupten, sie gehören zu den Bands, die den Metal in den letzten Jahren mitgeprägt haben. Das liegt vor allem an Jeff Waters unverwechselbarem Gitarrenspiel. Man kann ihn aus einer Reihe bekannter Gitarristen immer heraushören, denn sein Stil ist einfach genial und unvergleichlich. Das sehen auch einige seiner Fans, die selber Musik machen und eine feste Größe im Business sind. Dazu aber an späterer Stelle mehr. Das neue Werk von ANNIHILATOR heißt schlicht „Metal“. Kurz vor seiner Abreise nach Europa hatte ich noch die Gelegenheit mich mit Jeff Waters über das neue Album zu unterhalten.
Für mich zählt „Metal“ zu den besten Alben, die ich je von ANNIHILATOR gehört habe. Ich liebe dieses Album, denn es geht ein wenig zurück zu den Anfangszeiten der Band.
– Das ist schon richtig, denn es besitzt die Einflüsse von Alben wie „Alice in Hell“, „Never Neverland“ oder aber auch „King Of The Kill“. Ich finde es auch richtig toll und es hört sich zudem auch noch gut an.
Warum trägt es den schlichten aber treffenden Namen „Metal“?
– Es gibt einige Gründe für diesen Titel. Vor einigen Jahren suchte ich einen Namen für meine Webseite. Da Annihilator.com schon belegt war, musste ich mir was anderes einfallen lassen. Irgendwann fragte mich mal jemand welche Richtung von Metal wir machen und antwortete einfach mit Metal. Ganz ehrlich wir wurden des Öfteren als Thrashband betitelt, was eigentlich so nicht richtig ist. Wir haben zwar einige Einflüsse aus dieser Richtung, aber auch aus der melodischen Metal-Ecke kommen einige Einflüsse. Somit ist Metal einfach die richtige Bezeichnung für unsere Musik. So hing ich an den Namen Annihilator einfach das Wort Metal an und hatte meinen Namen für die Homepage. So ist es auch beim neuen Album, wir spielen Metal und deswegen heißt das Album „Metal“.
Du hast ja auch viele Gastmusiker auf dem Album. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
– Bei Michael Amott (Arch Enemy) und Corey Beaulieu (Trivium) war es so, dass sie mich irgendwann mal anriefen und fragten, ob sie nicht mal einen Solopart auf meinem Album mit einbringen könnten. Ich sagte nur dass dies eine große Ehre für mich wäre, wenn er dies machen würde. Dann traf ich zufällig noch andere Musiker wie z.B. Jeff Loomis /Nevermore), Danko Jones und Steve „Lips“ Kudlow (Anvil) und sie outeten sich als Annihilator-Fans und es wäre ihnen eine Ehre, wenn sie mit einem kleinen Part auf dem Album beitragen könnten. Da war ich total überrascht, aber es machte mich auch sehr stolz und bestärkt mich in meiner Arbeit als Musiker.
Stolz kann Jeff Waters wirklich sein, denn seit nunmehr 20 Jahren erfreut er uns immer wieder mit tollen Alben. Auf einigen Alben hat er auch die Funktion des Sängers übernommen, was aber auf Dauer zu stressig für ihn war. Beim Song „Operation Annihilation“ machte Jeff aber eine Ausnahme, warum?
– Als wir schon alles aufgenommen hatten, meinte Michael Amott zu mir, warum ich nicht auch auf einem Song singe. Ich sagte nur, dass doch 12 gute Freunde auf dem Album sind und da kann ich doch nicht auch noch singen.
Fiel es dir denn dieses Mal leichter, denn du hattest ja z.B. beim Album „King Of The Kill“ doch so deine Probleme Gitarre und Gesang unter einem Hut zu bekommen.
– Ich liebe es zu singen, aber ist sehr schwierig das in die Tat umzusetzen, denn man muss sich auf zwei Sachen konzentrieren. In bin nun mal mehr ein Gitarrist als ein Sänger. Es ist ja nur ein Song und das hat wieder richtig Spaß gemacht. Ich mache ja auch noch andere Dinge wie produzieren und das Abmischen von Songs für andere Bands. Das ist aber alles so unterschiedlich, dass man es getrennt machen sollte.
Du hast ja auch ein eigenes Studio mit dem Namen Watersound. Produzierst du schon viele Bands?
– Im Moment nicht, denn ANNIHILATOR nimmt doch sehr viel Zeit in Anspruch. Ich möchte auch nicht so viele unterschiedliche Sachen machen, denn sonst würde irgendetwas zu kurz kommen und somit vielleicht auch qualitativ schlechter werden. Wenn ANNIHILATOR mal sterben sollte, dann ist immer noch Zeit meine ganzen Erfahrungen in mein Studio mit einzubringen.
ANNIHILATOR soll aber noch lange leben, denn ohne die Band könnte ich mir die Musikwelt nicht so richtig vorstellen. Zurück zum Album, ich denke dass dieses Album auch ein kleiner Tribut an solche Bands ist, die du magst.
– Das ist richtig, obwohl ich natürlich auch Bands wie Judas Priest, Megadeth oder Slayer mag. Es ist eben ein ganz anderes Ding. Es stand auch kein Hintergedanke, dass ich jetzt durch die Zusammenarbeit mit den ganzen Musikern mehr Platten verkaufe. Der einzige Hintergedanke ist, dass dieses Album ehrlich ist und wahren Metal widerspiegelt. Es gibt so viele große Musiker wie Gus Lipstick von Him oder Cory von Slipknot, die große Fans von meiner Musik sind, aber dieses Album wurde nur von engen Freunden gemacht. Viele Medienvertreter haben dies nicht so ganz verstanden, denn sie denken, dass ich das Album mit diesen Gästen aufwerten möchte. Das war aber nicht so.
Dafür sind die Songs auch einfach zu erstklassig und die Trademarks von ANNIHILATOR, wie das Gitarrenspiel von Jeff und das perfekte Drumming hört man eindrucksvoll heraus. Die Songs wären auch ohne die namhaften Gäste erstklassig geworden.
– Das ist genau der Punkt und die Songs geben das her, welche Musik ich in meinem Blut habe. Die Band polarisiert enorm und das akzeptiere ich auch, aber eines ist doch sicher, entweder man liebt oder man hasst Metal-Musik. Die Leute wissen auch, dass ich auf keinen Zug aufspringe und ich würde nie Musik machen, die gerade angesagt ist. Dafür bin ich persönlich ein zu großer Metal-Fan. Wir haben jetzt zwar nicht die ganz große Fanbase wie z.B. Megadeth oder Slayer, aber ich bin mit dem zufrieden, was wir haben und das beweisen wir schon seit 12 Alben.
Für mich ist es auch sehr schwierig wirklich einen Lieblingssong auszumachen, denn die 10 Stücke sind alle absolut erstklassig. Man nehme den Song „Couple Suicise“, der sich durch seine großartigem Gesang auszeichnet, „Haunted“ der so genial ist und von Powermetal bis Deathmetal reicht. Dies sind nur zwei meiner Lieblingssongs.
– „Haunted“ ist auch mein absoluter Lieblingssong denn er zeichnet die Vielfalt aus, die ANNIHILATOR ausmacht. Ich kann dazu nur sagen, das ist Metal.
Bald können wir dieses Album auch live erleben, denn schon seit Ostern ist ANNIHILATOR auf großer Europatour. Ihr bestreitet bei dieser Tour den Support für Trivium.
– Das hat auch einen guten Grund. Wir wollen erst einmal den Fans wieder zeigen, dass wir wieder da sind. In den letzten Jahren lief ja tourmäßig nicht allzu viel.
Was ich auch sehr bedauert habe, denn ich warte schon lange wieder auf ein Konzert von euch.
– Wir haben auch lange darauf gewartet, aber durch Probleme mit Label, Management und Bookingagenturen lösten sich die Tourpläne immer in Luft auf. Jetzt sind wir aber wieder da, zuerst als Support und geplant ist für den Herbst noch eine Headlinertour.
Dann bin ich ja beruhigt, denn wenn ANNIHILATOR ihre Tour in Deutschland bestreiten bin ich „leider“ in Urlaub. Dann habe ich ja im Herbst die Chance und die lasse ich mir nicht entgehen. Ich hoffe ihr auch nicht!
Story: Gisela
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