GODHEAD
Lang ist es her, als ich mit Jason C. Miller von GODHEAD das letzte Interview gemacht habe. Dieses fand 1995 anlässlich des ersten Albums für Marlboro Music statt. In der darauf folgenden Zeit hat sich für GODHEAD viel geändert, denn mittlerweile haben sie sich in Amerika eine solide Basis erarbeitet. Seit ihrem letzten Album „2000 Years Of Human Error“ ging es stetig aufwärts. Mit ihrer neuen Scheibe „Evolver“ versuchen sie es nun auch wieder hier in unseren Gefilden. Mit diesem Album ist ihnen aber auch ein großer Wurf gelungen, denn es ist wirklich ein kleines Highlight geworden. Mehr zum Album und zur Band konnte ich aber von Jason C. Miller selber erfahren.
Das letzte Album „2000 Years Of Human Error“ wurde im Januar 2001 veröffentlicht. Wie kam es dazu, dass es so lange mit einem neuen Album gedauert hat?
– Es gab mehrere Gründe für die lange Zeit. Der Hauptgrund war eigentlich der, dass wir eine lange Zeit auf einen neuen Plattenvertrag warten mussten. Das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten ja auch nicht das erst beste Label nehmen, denn uns war es wichtig, dass die Plattenfirma auch hinter uns steht.
Das ist sehr gut nachvollziehbar. In der Zwischenzeit hatte die Band also genug Zeit sich um ihr neues Album zu kümmern, welches eine Mischung aus neuen Stilistiken und althergebrachten Rocksounds beinhaltet. Eine mehr als explosive Mischung, meiner Meinung nach. Ist es für die Band wichtig, modern zu klingen?
– Ich denke, dass es für uns nicht so wichtig ist modern zu klingen, aber wichtig ist für uns ist, dass wir unser Material nicht in eine Richtung auslegen. Beim Songwriting für das neue Album, hatten wir auch unseren inneren Friedender wieder gefunden und deswegen denke ich, sind die Songs auch sehr ausgeglichen ausgefallen.
Das größte Problem für mich war natürlich, dass ich die beiden Vorgängeralben nicht kannte. Das war auch der Grund dafür, dass ich die steile Entwicklung, welche bei GODHEAD vonstattengegangen war, nicht nachvollziehen konnte. Aber es hat sich in positiver Hinsicht viel getan. Vor allem haben GODHEAD mit Wayne von STATIC X und Reeves Gabrels (David Bowie und The Cure) zwei exzellente Gastmusiker für das Album gewinnen können. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
– Wir haben mit STATIC X eine Tour absolviert und Wayne fand unser Material so toll, dass er uns anbot auf einem Song mitzuwirken. Reeves kenne ich schon ziemlich lange und er ist ein richtiger Fan von uns. Das Interessanteste an den beiden ist aber, sie spielen soundmäßig eine vollkommen andere Schiene. Aber genau das ist es, was uns so sehr gefiel. Es hat richtig Spaß gemacht, mit den beiden zu arbeiten.
Das neue Album heißt „Evolver“. Es gab schon einmal ein Album der BEATLES, welche „Revolver“ hieß. Hat es etwas damit zu tun?
– Das war auch ganz genau meine Idee, welche mir eine lange Zeit vorschwebte.
Obwohl der Sound von euch und den BEATLES ja vollkommen unterschiedlich hast du dich dafür entschieden.
– Das ist schon richtig, denn unser Sound ist wesentlich anders. Man kann die Bezeichnung des Albums auch auf „Evolution“ beziehen und somit bekommt es wieder einen richtigen Sinn. Es war eigentlich eine Wortspielerei, die ich mit dem Titel bezweckte.
Diese Erklärung leuchtet mir nun wieder vollkommen ein, denn mit einer Entwicklung oder besser gesagt einer Entfaltung haben die Songs wirklich viel zu tun. Denkst du eigentlich, dass ihr mit dem letzten Album „2000 Years Of Human Error“ in Amerika den Durchbruch geschafft habt? Ihr habt ja eine Menge Touren weltweit absolviert.
– Ich denke schon, dass wir mit diesem Album den Durchbruch in Amerika geschafft haben, denn seit dieser Zeit ist es für uns auch möglich, auf den unterschiedlichsten Radiosendern Airplay zu erhalten. Auch die Touren haben sehr stark dazu beigetragen, dass wir an Bekanntheit, nicht nur in Amerika, dazu gewonnen haben. Das Album war auch in meinen Augen stark und ich habe mich natürlich riesig über die Resonanz, nach der Veröffentlichung gefreut. Es war schon ein tolles Gefühl so lange auf Tour zu sein. Zusätzlich haben wir eine Menge an Erfahrungen dazu gesammelt.
Mit den Radiosendern fand ich auch ziemlich gut auf der Homepage von GODHEAD, denn es wurde eine lange Liste an Radiostationen aufgelistet, bei welchen man für die Band voten kann. Da hat sich doch seit 1995 viel getan, denn ich kann mich noch genau an die Veröffentlichung über Marlboro Music erinnern, welche nie in Amerika auf den Markt kam.
– Das war auch eine sehr frustrierende Zeit für uns, aber wir haben auch gelernt, dass man immer an seiner Sache glauben soll.
Das hat sich ja auch zum Glück nun geändert, denn mit ihrem letzten Album haben sie die Marke von 100000 verkaufter Alben überschritten. Wie waren denn die Reaktionen in Amerika auf euren Live-Gigs?
– Es war schon enorm, denn wir waren ja nicht so verwöhnt vom amerikanischen Publikum. Die ganzen Touren, welche wir mit Marilyn Manson, Static X, Mudvayne und Rammstein bestritten, waren sehr erfolgreich für uns. Für uns wurde regelrecht der besagte Traum wahr.
Ich habe vor kurzem gelesen, dass es dich sehr interessieren würde, ein Drehbuch zu schreiben. Ist das wahr?
– Das ist wahr. Ich schreibe im Moment zusammen mit einem Freund, der auch hier in Hollywood lebt, an einem Drehbuch. Das ist eine interessante Sache, wozu ich immer schon Lust hatte, dies einmal auszuprobieren.
Wie sieht denn nun die Zeit nach dem Release eurer Scheibe „Evolver“ aus. Sind schon Touren geplant?
– Wir werden im August und September erst einmal in Amerika ein wenig touren. Dann kommen wir aber als Support von PARADISE Lost im Oktober nach Europa. Die genauen Dates werden in Kürze bekannt gegeben.
Das ist ja toll, denn ich habe jetzt ja nun schon eine lange Zeit gewartet, bis ich GODHEAD live wieder auf unseren Bühnen sehen konnte.
https://www.facebook.com/Godheadmusic
Story: Gisela
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