SCHANDMAUL
Seit mittlerweile fünf Jahre gibt es jetzt SCHANDMAUL. Mit ihren explosiven Shows, welche Kraft, Freude und Lust in großem Maße versprühen verzaubern sie schon seit geraumer Zeit das Publikum bei ihren Konzerten. Die Münchner Band veröffentlichte vor kurzem ihr erstes Livealbum, mit dazugehöriger DVD. Auf dem Livealbum wurde wunderbar die Atmosphäre eines Konzertes eingefangen, dass man sich vorkommt, als wäre man selber im Konzert. Zu den beiden Veröffentlichungen hatte ich einige Fragen, die mir Thomas Lindner (Gesang, Akustik-Gitarre, Akkordeon) zur Zufriedenheit beantworten konnte. Lest doch selber, was er so alles zu erzählen hatte.
Der Grund liegt ja ziemlich nah, dass die DVD und Live-CD zu eurem 5-jährigem Jubiläum veröffentlicht wurde.
– Besser sollte man sagen, dass es zufälligerweise so zustande gekommen ist. Die Idee zu einer Live-Platte tragen wir nun schon seit zwei Jahren mit uns herum.
Ihr habt ja nun auch schon drei Alben veröffentlicht und ich sehe die Lage bei euch sowieso etwas anders, denn ihr seid eine richtige Liveband, welche eigentlich live viel besser ihren Charme versprühen kann.
– Wir persönlich sehen diese Liveplatte gar nicht als Zwischen-Best of-Scheibe an. Wir sehen uns, wie du schon sagtest als eine reine Liveband und es ist einfach so, dass die Energie bei einer Studioplatte nie so gut rüberkommt wie live und deswegen lag es nah eine solche aufzunehmen. Das ist auch vorerst die letzte Liveplatte, denn ich denke nicht, dass wir nach drei Alben wieder so etwas machen.
Was ja auch für euch sicher sehr überraschen war, ist der sofortige Einstieg in die Charts gewesen.
– Das war schon bemerkenswert, dass wir auf Platz 52 eingestiegen sind. Das zeigt aber auch, dass unser Publikum wirklich ein Live-Publikum ist. Es waren auch nicht nur die Hardcore-Fans gewesen, die sich die Scheibe gekauft haben, sondern auch Leute, die sich dafür interessiert haben.
Ihr habt ja auch ein Publikum, was sehr breit von den musikalischen Interessen her, gefächert ist.
– Das ist schon lustig, da sieht man manches Mal Eltern mit ihren Kindern oder auch richtige Metal-Fans. Es ist wirklich eine bunte Schar von Leuten.
Mir ist auch beim Konzert sehr extrem aufgefallen, dass selbst Fans mit Metallica-, Manowar-, oder Iron Maiden-T-Shirts auf eurer Musik abgefahren sind. Was ist das für ein Gefühl für euch?
– Wir sind immer wieder verwundert oder besser gesagt überrascht. Im letzten Jahr beim Zillo-Festival hatten wir unser erstes Schlüsselerlebnis, wo wir zum ersten Mal vor diesem schwarzen oder besser gesagt, Gothic-Publikum standen. Wir dachten nur, geht das gut? Wir waren einfach der Meinung, dass sie einen total anderen Sound erwartet hatten, aber sie belehrten uns eines Besseren, denn sie gingen ab, wie ein Zäpfchen. Wir haben auf diesem Konzert festgestellt, dass diese Szene sehr kompatibel für uns ist.
Wie kam denn „Hexenkessel“, der Titel zu eurem Album, zustande?
– Der Titel kam aus der Inspiration des aufgenommenen Konzertes. Es hat eben alles gepasst bei diesem Konzert, angefangen von tanzenden Leibern bis hin zu brodelnder Atmosphäre. Es war wie in einem richtigen Hexenkessel.
Wo wurde das Konzert den aufgenommen?
– Wir wollten nicht, dass die CD und die DVD während einer kompletten Tour aufgenommen wurden. Deswegen haben wir uns für den Club Backstage in München entschieden. Es war zwar ein gewisses Risiko dabei, denn man wusste ja nicht, in welcher Verfassung man an diesem tag war. Aber dadurch, dass wir einen sehr langen Set gespielt haben, konnten wir am Ende eine guten Querschnitt mit einem tollen Konzert zusammenstellen.
Gehen wir kurz zurück und zwar zu der Zeit, nach der Veröffentlichung eures letzten Studioalbums „Narrenkönig“. Wie habt ihr die Zeit danach erlebt.
– Ich würde sagen, dass es erst so richtig nach der letzten Platte für uns losging. Die Oktober-Tour nach dem Release der Platte, war superschön. Die zweite Tour, welche wir im März nachgeschoben haben, wurde durch die Zuschauerzahl noch einmal getopt. Es läuft für uns seit der Veröffentlichung von „Narrenkönig“ einfach alles nur traumhaft. Wir sind auch froh, dass bei uns in der Band auch alles so harmonisch verläuft. Wenn man sich auf den Nerv gehen würde, könnte man sowieso alles vergessen.
Was sind denn die Aussichten für die nächste Zeit bei SCHANDMAUL?
– Das nächste Album ist bereits komplett geschrieben. Wir arrangieren im Moment noch an einige Sachen herum. Ins Studio werden wir nach den Festivals und der nachfolgenden Tour gehen. Das wird ungefähr November sein. Geplant ist eigentlich, dass wir drei Monate brauchen, bis die komplette CD dann fertig ist. Der Release soll dann etwa Ende April sein. Ja und dann fahren wir wieder los.
Es ist ja auch super, dass euer Label voll hinter euch steht.
– Wir sind auch froh, dass wir bei einem sehr guten Independent-Label unter gekommen sind. Die Majorlabels, welche sich zurzeit ja gerade gesund schrumpfen, schmeißen im Moment ja Bands ohne Ende aus ihrem Vertrag heraus.
Was mich persönlich am Schluss noch interessiert ist, glaubst du, dass euer Erfolg auch ein wenig mit den enormen Livepräsenz zurück zu führen ist.
– Ich würde sagen, dass wir uns ein Stammpublikum erspielt haben und die steigenden Besucherzahlen aus einem Dominoeffekt herauskommen. Es wird stetig mehr und ich denke, dass auch die Mundpropaganda einen großen Einfluss darauf hat. Ich würde aber behaupten, dass wir den Stamm unseres Publikums uns wirklich regelrecht erspielt haben.
Das sehe ich auch so, denn wenn man SCHANDMAUL einmal live gesehen hat, wird man mit sofortiger Wirkung zum Wiederholungstäter. In diesem Sinne, warten wir auf das nächste Jahr und den Release des neuen Studioalbums. Wer nicht mehr so lange warten kann, SCHANDMAUL ist noch bis Oktober auf Tour.
http://www.schandmaul.de/landingpage
Story: Gisela
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