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LACRIMAS PROFUNDERE

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Schon mit „Ave End“ konnten die süddeutschen LACRIMAS PROFUNDERE sehr viele Erfolge einheimsen. Gespannt war ich nun auf das neue Album „Filthy Notes for Frozen Hearts“. Verglich man sie beim letzten Album noch mit HIM, was ich eigentlich nie verstanden habe, geht es beim neuen Album richtig nach vorne, denn es rockt. Diese düstere Rockmischung gehört mit zum Besten, was ich in diesem Jahr zu hören bekam. Um Neuigkeiten zum Album und auch anderen Sachen herauszubekommen, unterhielt ich mich mit Gitarrist Oliver Nikolas.

Ihr habt mir ja mit dem neuen Album was angetan, denn die CD will einfach nicht aus meinem Player. „Filthy Notes For Frozen Hearts“ ist wirklich ein tolles Album geworden.

– So geht es uns auch, denn es ist das erste Mal, dass wir alle mit dem Ergebnis zu 100% zufrieden sind. Uns war auch bewusst, nachdem sich das letzte Album so gut verkauft hatte, dass es jetzt um hopp oder top ging und deswegen mussten wir einen würdigen Nachfolger abliefern.

Was euch mit Bravour gelungen ist. Hinzu kommt noch, dass ihr ja in der Vergangenheit immer ein wenig mit HIM verglichen wurdet, aber dieser Vergleich ist nun endlich aus dem Weg geräumt worden.

– Ich habe diesen Vergleich eigentlich nie verstanden, denn wenn man den erfolgreichsten Titel „Join Me“ von HIM mit unseren Songs vergleicht, dann liegen dazwischen Welten. Ich könnte jedenfalls nicht einen Song von uns nennen, der in diese Richtung geht.

Aber das ist hier nun mal so, denn die meisten brauchen eben einen gewissen Anhaltspunkt.

– Das ist richtig, aber wenn ich diesen Vergleich anstellen würde, kämen Bands wie Sister Of Mercy, The 69 Eyes und The Cult nennen. Jetzt gehe ich aber auch in die Schiene mit dem Bandvergleich, aber du siehst das HIM nicht in Erscheinung tritt.

Ich würde noch einen kleinen Schuss Type O Negative dazugeben.

– Mit dem kann ich gut leben.

Was mir besonders gut gefällt sind die Gitarren, die dieses Mal wirklich mehr in der Vordergrund gestellt wurden und das richtig fett.

– Das war von Anfang an unser Ziel gewesen. Wenn man sich heute Gothic-Rock Produktionen anhört, dann werden die Songs mit Keyboardpassagen regelrecht zugekleistert. Die Gitarren sind dann kaum hörbar und werden somit komplett in den Hintergrund gestellt. Vielleicht dringt jetzt wieder mein Ego durch, denn ich bin nun mal der Gitarrist der Band.

Ich sehe das nicht als Egoismus, denn Fakt ist, dass die Gitarre die rockige Note bringt.

– Genauso ist es und wenn man schon Rock macht, dann sollen die Gitarren auch hörbar sein und bei diesem Album sind sie wirklich nicht zu überhören.

Keyboards sind ja auch ganz wichtig, aber sie sollten Akzente setzen und nicht die kompletten Songs bestimmen.

– Unser Keyboarder hat am Anfang auch ziemlich geschimpft, dass bei meinem Songwriting für sein Instrument nicht mehr so viel Platz ist, aber er hat es dann, als er das fertige Album hörte, verstanden und ist heute sehr glücklich damit.

Ihr habt die Mixings ja in England bei John Fryer (Nine Inch Nails, Paradise Lost, Depeche Mode) gemacht. Das hat den Songs auch sehr viel gebracht.

– Das sehe ich auch so und als wir bei ihm waren und ich gehört habe, für wen er alles gearbeitet hat, bin ich fast ohnmächtig umgekippt. Er hat eine Wahnsinnsarbeit abgeliefert. Das Mastering ist wieder in den Finnvox Studios von Mika Jussila vollendet. Mika hatte auch wieder richtig Bock drauf diesen Job zu übernehmen und wir wären ja verrückt, wenn wir das Mastering in andere Hände gelegt hätten.

Mir gefallen auch die Female-Vocals auf „My Velvet Little Darkness“ sehr gut, obwohl sie sehr dezent eingesetzt wurden.

– Die Idee zum Einsatz von Female-Vocals kam uns erst im Studio. Das Album wirkt ja schon durch den Einsatz der Refrains sowieso schon wesentlich breiter als das Letzte. Wir haben uns dann überlegt, an welchen Stellen man vielleicht noch etwas einbauen könnte. Im Studio befand sich auch zur gleichen Zeit eine Sängerin, die wir dann dazu geholt haben. Sie sang dann auch einige Sachen ein und wir überlegten dann, was wir davon gebrauchen könnten. So wurden dann bei drei Songs Passagen mit eingebaut, weil es auch von der kompletten Band gewünscht wurde. Wichtig für uns war nur, dass sie wirklich im Hintergrund bleibt, denn wir sind nun mal eine Gothik-Band mit männlichem Gesang.

Gerade dieses dezente wirkt sehr gut und es wirkt nicht dominant.

– Das sollte auch so sein, denn wir haben einen Sänger und die Hinzunahme der Female-Vocals sollte nur eine neue Nuance in unseren Songs sein, oder besser gesagt die Stücke verfeinern.

Es ist in jedem Fall einen neue Klangfarbe. Ein anderes Thema. Ihr habt zu dem Song „Again It´s Over“ habt ihr ein Video gedreht. Es hat den Anschein, dass es euch richtig Spaß gemacht hat.

– Der erste Tag für Christopher mit dem Modell war richtig gut gewesen, aber der zweite Tag für uns war wirklich die Hölle. Wir haben den Song im Winter gedreht und es war saukalt in der Halle. Für die Crew war das eine lockere Sache, weil sie in dicke Jacken arbeiten konnten. Wir hingegen standen da mit unseren dünnen Hemdchen.

Dann kann man sich nur an der Gitarre festhalten.

– Nicht wirklich, denn so kalte Finger hatte ich noch nie. Wir haben dann auch noch Musiker in der Band, die von Haus aus schon sehr verfroren sind. Der Videodreh war ja auch nicht in kurzer Zeit gedreht. Wir haben um 10 Uhr morgens angefangen und waren dann endlich um 2 Uhr in der Nacht fertig. Nach dieser Zeit habe ich an meinem Körper nichts mehr gefühlt. Ich habe nur gedacht, dass ich die kalten Finger nicht mehr losbekomme.

Zum Glück sind jetzt die Finger wieder in Ordnung. Ich möchte nun aber ein wenig zurückgehen, denn beim letzten Mal sagtest du mir, dass ihr vielleicht wieder mal nach Mexiko gehen wolltet. Dort hattet ihr ja im Jahre 2002 sehr viel Erfolg gehabt.

– Das haben wir nicht gemacht, denn wir wollte mit dem letzten Album „Ave End“ hier in Deutschland erst mal richtig Fuß fassen. Ich glaube, dass uns das auch gut gelungen ist. Das haben wir jetzt erst so richtig wahrgenommen, denn bei den letzten Shows haben wir gemerkt, wie viele Fans wir dazu gewonnen haben. Das merkt man vor allem bei den Autogrammstunden auf Festivals.

Und man sieht es in eurem Gästebuch, wo sich die Einträge häufen.

– Das war wirklich enorm und das freut uns riesig. Um noch mal auf die Tour zum letzten Album zurück zu kommen, wir waren sehr erfolgreich in Belgien auf einem Festival, die Tour mit The 69 Eyes war super und wir haben in der Türkei gespielt was auch einfach fantastisch war.

Dann freuen wir uns jetzt auf eine Tour von LACRIMAS PROFUNDERE, die mit Sicherheit in Herbst stattfinden wird. Dann können wir endlich die genialen Songs auch live erleben. Mehr Infos zu LACRIMAS PROFUNDERE findet ihr auf deren Homepage unter:

www.lacrimas.com

Story: Gisela

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