DORO
Das neue Album von DORO trägt den alten Spirit aus vergangenen Tagen in sich. Sie ging wieder zurück zu ihren Wurzeln. Das bewies DORO auch mit ihren Liveshows, denn sie waren vom Flair der 80iger und 90iger Jahre geprägt, wo man alles von sich abverlangte und ein zufriedenes Publikum hinterließ. Nun ist wieder einige Zeit ins Land gegangen und man kann an andere Sachen denken. Was ich damit meine, lassen wir uns doch am besten von DORO selbst erklären.
Dein Album „Warrior Soul“ ist ja nun schon seit vier Monaten veröffentlicht. Es bekam auch einige negative Kritiken. Wie fasst du so etwas überhaupt auf?
– Das macht mir eigentlich nicht allzu viel aus, denn ich mache die Musik ja für meine Fans. Es lief auch alles ganz gut, denn wir haben auf einer Tour so viele neue Songs gespielt. Die Fans wollten sie einfach hören und das ist die beste Bestätigung für mich. Sogar bei den Zugaben, wo die Fans sich auch was wünschen können gab es dann auch den einen oder anderen neuen Song, den sie hören wollten.
Die Show die ich in Herne sah war ja auch schon richtig toll, obwohl es gerade der Anfang war.
– Wir konnten dort auch nicht so viel zeigen, denn die Spielzeit war begrenzt und wir durften keine Zugaben geben. Das war dann in den folgenden Shows wesentlich relaxter und zudem war es ja auch die erste Show von der Tour.
Nach der Tour gab es ja auch die Open Airs und dann hat Doro auch noch eine andere Leidenschaft für sich entdeckt, die Schauspielerei. In naher Zukunft wird „Anuk – Der Weg des Kriegers“ anlaufen.
– Der Film ist gerade fertig geschnitten worden. Der Plan war eigentlich, dass er im November anlaufen soll, aber nach einigen Gesprächen denken wir, dass es im November vielleicht eine Vorpremiere gibt und den Start auf Januar zu verschoben wird. Ich kenne bis jetzt nur die Ausschnitte, die wir für das Video verwendet haben, aber ich habe vollstes Vertrauen zu Luke Gasser und bin mir sicher, dass der Film richtig toll wird.
Was für ein Gefühl war es für dich, ganz neuen Boden zu betreten.
– Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Für mich war es ein riesengroßes Abenteuer.
Wie bist du eigentlich zu diesem Filmprojekt gekommen?
– Luke Gasser und ich haben uns auf der „Classic Diamond“-Tour kennen gelernt. Wir merkten sofort, dass wir auf der gleichen Wellenlänge waren. An diesem Abend fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte einen Song für seinen neuen Film zu schreiben. Er gab mir dann die zwei Drehbücher und ich blätterte sie dann im Tourbus durch. Die waren so toll gemacht, denn es war nicht nur Text darin, sondern es gab zu den Textpassagen gezeichnete Bildchen, die ich richtig toll fand. Da war ich schon richtig beeindruckt. Ich habe ihn dann auch sofort angerufen und sagte ihm, dass ich voll begeistert bin von den Drehbüchern. Dann fragte mich Luke sofort, was ich denn von einer Rolle in dem Film halten würde. Zuerst wusste ich nicht so recht, ob ich es machen sollte, aber nach Überredungskünsten von Luke war ich dann doch froh, dass ich zugesagt habe.
Hat deine Zusage deinen doch sehr vollen Terminplan nicht gesprengt?
– Das war schon schwierig, denn zu dieser Zeit waren wir gerade in den Vorbereitungen zum neuen Album. Wir sind dann so verblieben, dass erst das Album aufgenommen wird und danach die Filmaufnahmen gemacht werden. Dies war dann im September letzten Jahres gewesen. Die ganze Sache hat mich so stark inspiriert, dass ich nach den Drehaufnahmen noch vie mehr Songideen im Kopf hatte. Dadurch dass Luke Gasser aus der Schweiz kommt und es mir dort so gut gefallen hat, wurde die Produktion des Soundtracks in der Schweiz gemacht. Dort habe ich dann, zusammen mit Marc Storace von Krokus dann auch das Duett aufgenommen.
Ein entspanntes Arbeite ist ja auch die beste Grundlage.
– Auf jeden Fall und die ganzen Leute, die am Set mitgemacht haben, waren total gut drauf und die Stimmung war immer sehr entspannt. Das Video zu „Warrior Soul“ wurde dann auch im Anschluss an die Produktion sofort in der Schweiz gedreht. Man merkte sofort, dass alle mit Herzblut bei der Sache waren.
Ich glaube, dass dies auch das Wichtigste bei einem Film ist, denn sonst würde er gar nicht ehrlich rüberkommen.
– Das ist richtig, denn es gibt immer noch einen Unterschied ob jemand 100% gibt oder ob man an seine Kraftreserven geht und beim Dreh hat man gemerkt, dass alle an ihre Grenzen gingen.
Dann ist die Schauspielerei eigentlich so ganz nach deinem Geschmack.
– In jedem Fall und ich habe es auch immer schon mal machen wollen. Aber leider fehlt mir die Zeit dazu, denn die Musik ist an erster Stelle bei mir.
Vielleicht könnte man doch auch mit Filmmusik in diesem Business Fuß fassen.
– Das ist nicht schlecht und es wäre eine Überlegung wert für die Zeit, wenn ich nicht mehr so viel auf der Bühne stehen will, Filmmusik zu schreiben.
Es gibt ja in der heutigen Zeit sehr viele Filme, wo Metalbands die Soundtracks schreiben.
– Auf jeden Fall und für den Film „Anuk – Wege des Kriegers“ sind auch Stücke entstanden, wo überhaupt keine Gesangsparts vertreten sind. Die hören sich teilweise sehr schamanisch an. Auch die Klagegesänge sind unglaublich schön. Das sind alles Stücke die auf dem Soundtrackalbum zum Film kommen.
Ihr wart ja vor kurzem wieder in Russland und die Tour ist ja doch sehr gut verlaufen, was ihr ja nicht so gedacht hättet. Wie war das gemeint?
– Im Gegensatz zu den früheren Auftritten waren die Leute dieses Mal wesentlich offener und haben uns einen tollen Empfang bereitet. Das Problem bei einer Tour durch Russland ist immer nur der Stress mit den Fahrten zum nächsten Auftrittsort, denn die Zugfahrten sind immer sehr strapaziös. Mit dem Flugzeug möchte ich die Entfernungen dort nicht hinter mich bringen, denn der Sicherheitsstandard ist dort nicht so, wie man ihn erwartet. Trotz allem muss man für eine Tour durch Russland eine gewisse Portion Abenteuerlust innehaben. Aber die Tour war ihre Strapazen wert
Sieht man dich denn demnächst wieder auf Tour?
– Für dieses Jahr ist noch einiges geplant. Nach den Open Airs wird es in jedem Fall noch mal eine Tour geben. Ich denke, dass wir Ende des Jahres noch eine Tour hinterher schieben. Dann geht es ja auch schon wieder los mit den Vorbereitungen für ein neues Album.
Also ein voller Terminplan, aber so kennen wir Doro und das soll auch noch lange so bleiben.
Story: Gisela
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