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D-A-D

„Lasst uns das tun, was wir am besten können“ mit dieser Devise gingen D.A.D ans Songwriting für ihr neues Album „Scare Yourself“. Das ist voll aufgegangen, denn das Album sprudelt nur so vor Energie. Es spiegelt sich 20 Jahre Bandgeschichte in den Songs wieder. Die Songs zeichnen sich alle durch pure Kraft, echte Gefühle und den bekannten Humor von D.A.D aus. Um noch mehr zu erfahren unterhielt ich mich mit Sänger Jesper Binzer.

 „Scare Yourself“ rockt von Anfang bis Ende. Warum hat es eigentlich so lange gedauert mit einem neuen Album?

– Das ist eine gute Frage. Zu allererst haben wir nach dem Release von „Soft Dogs“ eine sehr erfolgreiche und lange Tour in Skandinavien absolviert. Dann kamen Probleme mit unserem Management, denn sie gingen pleite. Da kamen noch andere Sachen hinzu und wir brauchten fast ein Jahr um alles wieder neu zu organisieren. Dann gingen die Aufnahmen zu „Scare Yourself“ los und wir starteten die Session mit Michael Ilbert, einem schwedischen Produzent. Die aufgenommenen Songs gefielen uns aber nicht so gut, denn sie waren einfach zu glatt und das ist einfach nicht unser Ding. Er ist wirklich ein toller Produzent, aber für unseren Sound nicht der richtige, denn wir lieben es eben rough. Jetzt nicht in Bezug auf den Rock, sondern sie soll genauso klingen, als wenn wir sie live spielen würden. Das ist uns sehr wichtig. Die Gitarren müssen wie Gitarren klingen ebenso wie der Bass und das Schlagzeug. Ich liebe es auch einen Song in einem Mal einzusingen, denn das kommt wesentlich natürlicher rüber.

Vielleicht kam es auch ein wenig von Michael Ilberts Background, denn er hat ja schon mit Bands wie Roxette, The Cardigans und The Hellacopters zusammen gearbeitet.

– Daskann schon sein, obwohl er wirklich ein fantastischer Produzent ist, aber nicht so sehr für unseren Sound. Der muss eben livemäßig klingen.

Und das kommt auch so rüber. Ihr habt aber dann mit Henryk Lipp (Millencolin, 59 Times The Pain) noch einen anderen Produzenten zu Rate gezogen.

– Henryk hat mehr die Rolle des Ton-Ingenieurs übernommen und hat dem Sound den rechten Kick verliehen. Die Produktion haben wir dann selber in die Hand genommen. Mit dem Ergebnis waren wir auch mehr als zufrieden. Die Songs müssen nach D.A.D klingen.

Das tun sie und ich liebe das neue Album schon jetzt über alles. Da ich ja sehr viel im Internet surfe, besuche ich natürlich auch ab und zu eure Seite. Da habe ich im letzten Jahr gelesen, dass „Scare Yourself“ schon vor einem Jahr in Dänemark veröffentlicht wurde. Lag das daran, dass ihr keinen Vertrag mehr in Deutschland hattet?

– Das ist richtig, aber wir sind jetzt wieder zuversichtlich, denn Sanctuary gaben uns wieder eine neue Heimat, mit der wir sehr zufrieden sind. Im Grunde hat EMI in Deutschland auch nicht mehr so viel für uns getan und es hat uns in keiner Weise weiter gebracht.

Es war eben keiner für einen zuständig, was ja bei Sanctuary mit Sicherheit anders ist.

– In jedem Fall, denn dort haben wir unseren Ansprechpartner und wir sind sehr guter Dinge.

Ich möchte jetzt mal kurz auf einige neue Songs eingehen. Lustig find ich ja den Titel von „Camping in Scandinavia“. Was steckt dahinter?

– Da steckt einiges hinter und er bezieht sich auf einige Sachen die schon etwas länger zurück liegen. Man muss sich vorstellen, dass Camping in Skandinavien etwas anderes ist als im Rest von Europa. Hier ist es selbst im Sommer sehr oft kalt und regnerisch. Demzufolge ist die Kleidung auch dementsprechend. Der Titel ist für uns speziell auf die finnischen Festivals bezogen. Diese Festivals bleiben einem wirklich im Gedächtnis, denn sie sind immer richtig furchtbar. Nicht wegen der Stimmung, mehr bezogen auf die Verhältnisse die dort herrschen. Es ist immer eine sehr schmutzige Sache, die einem immer im Gedächtnis bleibt. Wir kennen diese Festivals nun schon seit 20 Jahren und wir hatten schon lange vor darüber mal einen Song zu schreiben. So ist das nun mal hier in Skandinavien, denn von der Helligkeit und vor allem von der Sonne ist Finnland ja nicht gerade verwöhnt.

War es für euch nicht schwierig nach all den Aufregungen und Veränderungen neue Songs zu schreiben?

– Es war für uns sehr einfach gewesen die ersten 10 Songs zu schreiben. Dann kam schon die Euphorie, dass wir vielleicht schon 6 Monate später das neue Album veröffentlichen könnten. Danach kam aber dann eine Zeit, in der wir Songs schrieben, die eher dem älteren Material glichen. So entstanden 25 Songs und die Entscheidung fiel uns demzufolge richtig schwer. Wir entschieden uns dann für die Stücke, die auf dem Album sind aus dem Grund, weil sie genau aufzeigen, wo wir herkommen und wo wir in der Zwischenzeit angelangt sind.

Ich sehe es auch so, denn es ist von jedem Album etwas dabei und für mich schließt sich der Kreis damit.

– Das ist richtig, aber das Hauptaugenmerk für uns lag auf roughe Songs, die uns darstellen wie wir wirklich sind.

Mit „Lawrence Of Surburbia“ ist euch ja jetzt auch ein großer Coup gelungen, denn auf eurem MTV-Kanal steht ihr schon einige Wochen auf Platz 1.

– Das ist wirklich stark und damit hätten wir auch nicht mehr gerechnet, denn das Album ist hier ja schon seit einem Jahr veröffentlicht. Es war schon eine große Überraschung und es macht uns richtig stolz und beweist, dass wir alles richtig gemacht haben.

Wie war eigentlich euer Auftritt Anfang Mai in Berlin.

– Das war ja nur ein kleiner Club, aber das Konzert war toll und wir hatten eine gute Zeit. Wir spielten eine Menge alte und natürlich auch neue Songs und man merkte, die Leute waren richtig glücklich. Im September, wenn wir für einige Shows zurückkommen wird es wieder genauso sein, denn die Fanbase ist ja vorhanden.

Das mit Sicherheit und auch ich freue mich schon jetzt auf ein tolles Konzert mit D.A.D. Dann werde ich auch noch mal nachfragen, was sich denn so alles in der diesjährigen Festival-Saison ereignet hat und noch einiges mehr.

www.d-a-d.com

Story: Gisela

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