MIKE TRAMP
Lang genug hat Mike Tramp uns ja auf eine neue Veröffentlichung warten lassen, aber wenn man sich das neue Album „Recovering The Wasted Years“ anhört, kann man nur schlussfolgern, das sich die Wartezeit gelohnt hat. In der Zeit zwischen seinem letzten Album „Capricorn“ und heute, hat sich einiges bei Mike verändert. So lebt er heute nicht mehr in Amerika, sondern in Australien. Das brachte für mich natürlich einige Probleme, denn das Interview, welches telefonisch erfolgte, fand schon um 6:30 Uhr morgens statt. Aber man ist ja flexibel und da ich meistens immer so früh aus den Federn steige (zwecks Geld verdienen) war ich auch schon relativ munter. Aber lassen wir Mike doch lieber selber zu Wort kommen.
Das Album „Recovering The Wasted Years“ wurde schon im Januar letzten Jahres aufgenommen. Warum hast du so lange mit der Veröffentlichung gewartet?
– In der Zeit seit FREAK OF NATURE hat sich so viel geändert und das nicht nur in Bezug auf das Business. Ich wollte das Album aufnehmen, ohne jeglichen Druck von einer Plattenfirma. Dadurch, dass ich das komplette Album selber finanziert habe, musste ich die Recordings auch in Perioden aufteilen. Das Album war fertig Ende April letzten Jahres. Nach der Fertigstellung bin ich erst einmal für zwei Monate in Amerika auf Tour gewesen. Nach dieser Tour habe ich mich denn darum gekümmert, dass dieses Album so schnell wie möglich veröffentlicht wird. Ich hatte mich in der Zwischenzeit auch von meinem damaligen Manager getrennt, denn er war nicht damit einverstanden, dass ich alles alleine machen wollte. Ich habe aber in den letzten Jahren so viel Schlechtes erfahren, dass es gar nicht anders möglich war, als einen solchen Weg einzuschlagen. Das Album heißt ja nicht umsonst „Recovering The Wasted Years“. In den letzten vier Jahren ist mir so vieles klar geworden, dass in der Vergangenheit sehr viel falsch gelaufen ist. Wir haben ja damals zum Album „Capricorn“ schon darüber gesprochen, dass ich mit einigen Situationen sehr unzufrieden war. Das Ganze hat sich nach der Veröffentlichung von „Capricorn“ noch verstärkt. Ich möchte auch für mein neues Album nicht mehr die Fehler machen, die mir mit FREAK OF NATURE unterlaufen sind. Um dies auszuschließen, arbeite ich auch jetzt mit dem Label Ulftone zusammen. Bei diesem Label fühle ich mich einfach wohl.
Ulftone ist ja jetzt ein kleineres Label. Ist es wichtig für dich, dass du als Mensch, bzw. als Musiker akzeptiert wirst?
– Ich bin ehrlich und denke, dass ich in der jetzigen Zeit keinen Deal mit einem Majorlabel bekommen würde, denn dafür ist die Zeit einfach zu schlecht. Es gibt genügend Bands, die Musik machen, wie ich. Davon sind auch viele, die einen größeren Namen besitzen als ich. Der Hauptgrund für die Wahl von Ulftone war die Tatsache, dass ich mein Album einer breiten Masse zugängig mache, aber es sollte trotzdem einfach für mich sein. Für mich war es auch sehr wichtig, dass ich jemanden finde, der sich voll für mich einsetzt. Das passiert heute nur noch bei den kleineren Labels, denn die großen sehen nur den Profit. Ich bin auch gar nicht an das Label herangetreten, denn Ulftone hat mich kontaktet. Ulf und ich sprachen sehr lange und er sagte auch, dass er ein großer Fan meiner Musik ist. Das war für mich persönlich eine sehr gute Grundlage für eine optimale Zusammenarbeit.
Leider hatte ich das neue Album erst am Abend zuvor erhalten (einige Postbedienstete freuen sich mit Sicherheit auch über das neue Album). Das war natürlich der Grund dafür, dass ich mich noch nicht so richtig mit den Songs befassen konnte. Trotzdem hatte ich die Songs schon nach nur zwei Durchgängen total im Ohr. „Recovering The Wasted Years“ ist ein Album, welches sich sofort ins Gehör setzt. Bei Vergleichen zu „Capricorn“ fiel mir auf, dass „Recovering….“ Viel rockiger daherkommt.
– Das ist richtig, denn der Schritt damals von WHITE LION zu FREAK OF NATURE und dann zu meiner Soloscheibe war nicht ganz einfach. Das wird mit Sicherheit der Grund dafür sein, dass „Recovering The Wasted Years“ ein wenig rockiger ausgefallen ist. Trotzdem war „Capricorn“ voll und ganz Mike Tramp. Jetzt vier Jahre nach meinem ersten Soloalbum, sind meine Gefühle auch wieder ganz anders.
Du sprachst ja gerade von deiner Tour im vergangenen Jahr durch Amerika. Wie waren denn die Reaktionen der Fans nach einer solch langen Tourabstinenz?
– Die meisten Leute wussten gar nicht, dass ich solo auf Tour ging. Das Problem war, dass wir mit FREAK OF NATURE nie die Möglichkeit hatten durch Amerika zu touren und die Platten auch nie in Amerika auf den Markt kamen.. Daher kannten die meisten Leute mich nur von WHITE LION. Ich bin ja schon mit „Capricorn“ in Amerika auf Tour gewesen, aber damals war die Tour nicht so gut. Mittlerweile hat sich die Sache, dass ich jetzt mein eigenes Ding mache, herumgesprochen. Die Reaktion der Leute war dieses Mal wirklich phänomenal. Es war auch jetzt nicht eine große Tour, denn wir haben im Grunde nur in ganz kleinen Clubs gespielt. Ich wollte damit auch nur zeigen: „Schaut her, ich lebe noch“. Es war auch sehr schwer für manche Leute zu verstehen, dass ich jetzt alleine auf Tour war. In Deutschland war ich ja für meine Alben mit FREAK OF NATURE nur unterwegs. Deswegen war mir diese Clubtour im vergangenen Jahr im Juni und Juli auch sehr wichtig.
Du hast gesagt, dass die Leute richtigen handgemachten Rock hören wollen. Ich denke das Gleiche, aber das Problem ist, wie sollen diese gute Songs die Leute erreichen, wenn die Lieder nicht im Radio oder im Fernseher gespielt werden.
– Wenn man sich den Lauf der Zeit ansieht, das heißt als der Rock geboren wurde bis heute, hat sich sehr viel verändert. Es gibt ja auch genug Radiostationen, denn allein in Amerika gibt es eine Vielzahl von Stationen. Das Problem ist aber, dass nur ca. 5 Major-Labels das Programm in diesen Radiostationen bestimmen. Deswegen wähle ich heute den anderen Weg. Ich habe ein Label gefunden, welches meine Musik mag und das ist schon mit einer der wichtigsten Punkte. Ich muss Schritt für Schritt wieder von vorne anfangen. Aber die Hauptsache ist doch, dass man Leute im Rücken hat, die an einem glauben. Ebenso kann man heute eine sehr gute Promotion machen, wenn man eine akzeptable Website besitzt. Aber das alles musste ich erst einmal lernen. Die Industrie hat doch systematisch die Rockszene demontiert und das ist eine sehr traurige Erkenntnis. Dasselbe gilt auch für die großen Magazine, die fast nur noch von trendigen Bands berichten. Bands, die dem ´alten´ Metal oder Rock treu geblieben sind, finden fast gar keine Beachtung mehr.
Dem kann ich nur zustimmen, denn dies habe ich auch schon seit längerer Zeit festgestellt. Obwohl es doch genug Leute gibt, die auf solcher Musik steht, aber wie sollen diese es denn erfahren, wenn nichts über die Bands berichtet wird.
– Das ist vollkommen richtig. Ich werde auch, wenn ich jetzt nach Europa auf Tour komme, genauso wie damals bei FREAK OF NATURE auf dem kleinsten Level eine Tour absolvieren. Die Hauptsache ist aber, dass ich live zu sehen bin. Das ist das Wichtigste überhaupt. So traurig es klingt, man muss einfach neue Wege suchen.
Du hast ja jetzt lange Jahre in Amerika. Was war denn der Grund dafür, dass du nun in Australien wohnst?
– Mein Umzug nach Australien hat nichts mit einem Neuanfang zu tun, aber es spielten einige persönliche Gründe eine große Rolle. So ist mein kleiner Sohn jetzt in einem Alter, wo er die Schule besucht und Amerika oder besser gesagt in Los Angeles, ist kein guter Platz für Kinder. Die Menschen in Los Angeles leben in einer Welt aus Realität und Phantasie. Ich habe hier auch die Ruhe gefunden, die ich so sehr benötigt habe. In Australien bin ich regelrecht zufrieden.
Dem kann ich im Moment nichts mehr hinzufügen, denn wenn man sich das Album anhört, kann man Mikes Worte nur zustimmen. Ab dem 26. März ist Mike auch auf Tour in Deutschland. Die Dates stehen auch auf dieser Website. Eines kann ich euch noch versprechen, denn schon während der Tour gibt es für euch noch einen zweiten Teil zum Interview. Wer noch mehr Informationen möchte, sollte die Website von Mike Tramp besuchen. Ihr erreicht sie unter:
Story: Gisela
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