EDENBRIDGE
Mit „Arcana“ hat die Formation EDENBRIDGE – bestehend aus Sabine Edelsbacher (vocals), Lanvall (guitars, keyboards), Andreas Eibler ( guitars), Kurt Bednarsky (bass) und Roland Navratil ( drums) – nach ihrem Debütalbum „Sunrise In Eden“ ihr neuestes Album veröffentlicht. Lanvall stand mir für ein Interview Rede und Antwort.
„Arcana“ ist euer zweites Album. Wie kamt ihr auf den Namen?
– „Arcana“ heißt soviel wie Geheimnisse und Mysterien, und es ist somit ein guter Übertitel für die meisten unserer Songs. Viele unserer Songs gehen in diese Richtung und ich habe diesen Namen zufällig wieder einmal gehört und wusste sofort, so muss unser zweites Album heißen. So ist unser Titelsong entstanden – genau darauf bezogen. Für mich bedeutet „Arcana“: Geheimnisse, Mythen … und da ich ein großer Star-Trek Fan bin, werde ich aus dieser Richtung sehr stark inspiriert. Hier geht es ja auch viel um esoterische und spirituelle Dinge. Durch unser phantastisches Cover wird „Arcana“ sehr stark unterstützt.
Stimmt. Euer Cover hat dieses Mal auch wieder Markus Mayer entwickelt?
– Ja. Wir geben ihm meistens Entwürfe beziehungsweise Ideen. Dieses Mal habe ich ihm außerdem ein Bild meiner Vorstellungen zugeschickt. Markus bringt seine eigenen Ideen mit ein und macht eine Bleistiftskizze und wir führen gemeinsam noch einige Verbesserungen aus und erst dann entsteht eigentlich das Bild. Die Grundbasis sollte auf jeden Fall blau sein, meine Lieblingsfarbe … mit den Säulen und dem Sternenhimmel. Das gibt auf alle Fälle die Grundstimmung der CD wieder.
Elemente des Covers finden sich auch in den Titeln wieder.
– Genau, wie zum Beispiel die Sterne und Träumerei. Dieses Cover sollte sich unbedingt von dem ersten unterscheiden.
Zeigt das Bild nicht auch eine zerstörerische Wirkung?
– Finde ich eigentlich nicht. Für mich ist es eher der Aufbau von etwas Neuem. Die Säulen steigen aus dem Meer empor und das bezieht sich dann auch wieder stärker auf den Titelsong, indem ich versuche Land zu beschreiben, das sich jeder wahrscheinlich in seinen Träumen vorstellt. Das kann dann auch wieder sehr viel sein; der Untergang einer Kultur oder auch der Aufbau einer neuen Welt. Und da der Weltraum für mich nicht ganz unwichtig ist, musste er in Form des Himmels vorkommen. Und dann natürlich auch der Ozean, der den gewissen Natureffekt mit einbringt, der sich wiederum in der Lyrik widerspiegelt.
Das Cover deutet in seiner Wirkung für mich auf malerische Texte hin. Was war deine Inspiration zu eurer Lyrik?
– Das ist letztendlich mein Ziel. Ich beginne mit den Gesangslinien und setze Pilotwörter ein. Dadurch ist die Rhythmik des Gesangs schon relativ genau festgelegt. Wenn der Song komplett steht und die Gesangslinien geschrieben sind, beginne ich erst mit dem eigentlichen Text. Das zieht sich oft recht lange hin, denn für mich müssen einfach mehrere Faktoren stimmen. Einmal sollen sich die Texte auf sinnvolle Art und Weise reimen, das ist für mich sehr wichtig. Der zweite Punkt ist, dass ich versuche viele Metaphern in die Lyrik einzuarbeiten um dem Zuhörer genügend Interpretationsfreiraum zu lassen. Ich mag es überhaupt nicht, wenn ich Texte lese und sofort weiß woran ich bin … das war so und das ist so, etc.
Das hör ich euren Texten auch an … es entstehen Bilder.
– Genau. Ich finde es einfach schön, wenn beim Hörer eigene Bilder entstehen.
Du spielst in deinen Titeln sehr stark mit Schlagwörtern.
– Die Titelvergabe ist sehr wichtig. Es ist ein Markenzeichen für einen Song. Ein Titel sollte meiner Meinung nach malerisch und fließend wirken. Meine bevorzugten Themen auf diesem Album sind halt wieder die Träume, z. B. bei dem Song „Fly on a rainbow dream“, wobei ich denke, dass höchstwahrscheinlich jeder schon einmal davon geträumt hat fliegen zu können. Ich versuche diese Gefühle in dem Song zu beschreiben; oder beispielsweise in dem Song „A moment of time“. Hier geht es um die Zeit an sich – um zwei verschiedene Zeitlinien. Stell dir vor, du bist im Orbit eines Planeten auf einem Raumschiff. Auf dem Planeten selbst existiert eine Zeitlinie und auf dem Raumschiff existiert eine andere Zeitlinie. Wenn im Raumschiff drei Sekunden vergehen, vergehen auf dem Planeten drei Monate. Solche Themen faszinieren mich einfach.
Ich denke, die Texte und die Musik sind sehr viel stärker ausgeprägt als bei eurem Debütalbum. „Arcana“ kommt mir progressiver vor.
– Ich sehe „Arcana“ eigentlich nicht unbedingt als progressiver. Vielleicht im eigentlichen Sinn des Wortes, denn progressiv heißt bei den meisten Leuten inzwischen schon etwas anderes.
Ich meine es im eigentlichen Sinne!
– Das muss man jetzt aber auch detailliert festhalten. Wenn die Leute progressiv hören, dann denken die meisten: Aha, die Band ist jetzt „verfrickelter“ geworden oder komplettierter. Das ist aber bei uns nicht der Fall. Wir versuchen neue Wege zu gehen – durch die Arrangements der Songs usw. und sofort. Das ist mir sehr wichtig. Unser neues Album stellt in jeder Hinsicht eine Weiterentwicklung dar.
Wie lange habt ihr für die Produktion von „Arcana“ gebraucht?
– Zu der Zeit als wir tourten, war ungefähr die Hälfte der Songs fertig. Die restlichen Songs habe ich dann nach der Tournee geschrieben. Einige Sachen sind umarrangiert worden. Zwei Stücke sind nicht für das Album verwendet worden, weil sie mir persönlich nicht stark genug waren. Insgesamt dauerte der Songwriting-Prozess zwei Jahre. Beim nächsten Mal wird es nicht so lange dauern.
Wo habt ihr „Arcana“ produziert?
– Im `House of Audio´ in der Nähe von Bruchsal. Das ist auch das Studio, indem Pink Cream 69 seine Alben produziert.
Eure Songs sind sehr viel gewaltiger, eposmäßiger als bei „Sunrise In Eden“. Ebenso die Melodielinie: sie ist deutlich stärker abgesetzt im Vergleich zur Aggressivität des Musikbettes.
– Das stimmt. Das kommt in erster Linie durch die Produktion. Die ist natürlich um Klassen besser als bei unserem Debütalbum, dass ja eine Eigenproduktion war – durch Eigenfinanzierung. „Sunrise In Eden“ ist in einem relativ kleinen Studio in Österreich aufgenommen worden. Das Album wurde zwar noch einmal neu gemischt, dadurch konnte noch eine Menge herausgeholt werden, aber letztendlich bemerkt man natürlich schon den gewaltigen Unterschied in der Produktion.
Ihr arbeitet sehr stark mit verspielten Effekten, z.B. mit asiatischen Klanginstrumenten wie bei „Into the light“.
– Dazu ist zu sagen, dass ich sehr auf fernöstliche Seiteninstrumente stehe und natürlich auch auf die fernöstliche Musik. Ich finde es einfach interessant. Meines Wissens arbeiten die wenigsten Bands im Metal Bereich mit dieser Art von Effekten. Wir haben schon auf unserem Debütalbum asiatische Seiteninstrumente eingesetzt, z.B. bei unserem Titelsong „Sunrise in Eden“. Ich denke, ich werde fernöstliche Instrumente auch auf unserem nächsten Album unterbringen. Leider sind es keine echten Instrumente, aber ich habe relativ gut gesampelte Sounds mit dieser Art von Instrumenten. Ich versuche sie dann möglichst authentisch einzuspielen.
Ihr habt verstärkt die Akustikgitarre zum Einsatz kommen lassen!
– Ja. Aber die haben wir auch bei „Sunrise in Eden“ verstärkt eingesetzt. Vielleicht fällt es dir nur bei „Arcana“ mehr auf, da die Akustikgitarre stärker zurück nimmt und verspielter wirkt. Ich habe dieses Mal auch darauf geachtet, das zweistimmige Gitarrenklänge zu hören sind. Wir haben einen zweiten Gitarristen und ich habe bei unseren Live-Konzerten bemerkt, dass so etwas wahnsinnig gut ankommt … wenn Gitarristen harmonisierte Parts spielen. Das werde ich auch in Zukunft vermehrt zum Einsatz bringen.
Momentan läuft die PR für „Arcana“ und Lanvall ist auch schon dabei an neuen Songs zu schreiben um Ende 2002 das nächste Album fertig stellen zu können. Des Weiteren hat EDENBRIDGE vor, in 2002 viel Live zu spielen. Gut so!
Story: Gabi Peiter
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