VENGEANCE
Vangeance- 177
Die niederländische Band VENGEANCE hatte ihre größten Erfolge in den 80iger Jahren, wo si umschwärmt wurden von den Majorlabels. Leider hatte sich im Laufe der Jahre die Musiklandschaft schwer verändert und als melodische Metalband hatte man kaum Chancen. Lange gab es kein Lebenszeichnen, aber dies hat sich jetzt schlagartig geändert. Es gab ja in der Vergangenheit sehr viele Bands, die es wieder versucht haben, aber irgendwie waren die meisten Songs nicht ausgereift und somit eine Reunion von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Bei VENGEANCE liegt das alles aber ein wenig anders, denn die Songs klingen frisch und unverbraucht. Mit Sänger Leon Geowie konnte ich mich dann auch über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Band unterhalten.
Als ich das Album zum ersten Mal hörte war mir sofort klar, dass dies eine Reunion ist, die wirklich Sinn macht, denn mit solchen Songs im Gepäck wäre es schade gewesen, dass man sie in der Schublade hätte verstauben lassen.
– Auf jeden Fall, denn wir haben in der Zwischenzeit so viel dazu gelernt, dass man sich selber auch weiter entwickelt hat. Wir hatten damals ja auch nicht so viel Zeit um allen zu zeigen was wirklich in uns steckt. Zu schnell änderte sich die Musiklandschaft und die Grungewelle kam zu uns rüber. Ich weiß aber ganz genau, dass es genug Leute gibt, die heute auch noch auf solche Musik warten, denn das bewies uns die positiven Reaktionen auf das Album „Back In The Ring“.
Das sieht man auch an den Kritiken in den Medien, denn die liegen alle auf einem hohen Level.
– Mit solch guten Wertungen hätte ich selber nie gerechnet. Das war schon eine große Überraschung.
Euer letztes Album habt ihr ja 1997 veröffentlicht. Da liegen aber nun auch schon wieder 9 Jahre zwischen.
– Und das Album wurde nur in Holland veröffentlicht. Zur damaligen Zeit hat man auch keine großen Stücke auf uns gehalten.
Was ich eigentlich unverständlich finde, denn VENGEANCE standen immer für powervolle Songs und vor allem für energiegeladene Shows. Ich denke auch, dass dies eure Fans freuen wird, dass ihr wieder „zurück im Ring“ seid.
– Das denke ich auch und wenn man sich einige Bands aus der Vergangenheit anhört, sind alle wesentlich rougher geworden und dies ist auch zeitgemäßer. Die Leute stehen heute einfach nicht mehr auf die ganzen Starallüren von Bands, sondern wollen mehr die erdigen Musiker. Sie müssen spüren, dass die Musik von Herzen kommt.
Und genau das hört man den Songs von „Back In The Ring“ an. Als Produzent stand euch ja auch kein Geringerer als Michael Voss zur Seite, der einen tollen Job abgeliefert hat.
– Das sehen wir genauso, obwohl wir dieses Mal ganz anders gearbeitet haben. Wichtig war für uns, dass dieses Live-Feeling auch auf dem Album zu hören ist.
Und genau das ist euch gelungen. Auf dem Album sind ja einige Gastmusiker vertreten. So halfen, Mat Sinner, Michael Eurich (Warlock, Casanova), Wolf Hoffmann, Michael Voss und Arjen Lucassen, der ja einer der Gründungsmitglieder war. Wolltet ihr durch die Hinzunahme der Gastmusiker die Power noch mehr verstärken?
– Unter anderem, aber der Hauptgrund war der, dass wir das Album ziemlich schnell fertig stellen mussten. Mat Sinner schickte uns z.B. ein Demo mit einem tollen Song zu. Trotz allem merkt man den Songs nicht an, dass verschiedene Songwriter am Werk waren, denn diese Stücke klingen genauso, als wären sie aus unserer Feder.
Hinzu kommt auch noch, dass wenn man schnell Songs schreiben muss, diese denn auch wesentlich natürlicher rüberkommen, als wenn man zu lange daran rumtüftelt.
– Das ist richtig, denn es ist immer besser wenn man einen Tritt in den Hintern bekommt. Wir waren auch sehr stolz darauf, dass uns Musiker wie Mat Sinner richtig erkannt haben, was wir wirklich wollen. Seine heavy Riffs auf dem Song sind so spontan das sie einfach auf das Album mussten.
Arjen Lucassen ist ja auch auf dem Stück „Captain Moonlight“ vertreten. Ihr habt also noch ein sehr gutes Verhältnis.
– Wir haben in der ganzen Zeit seit seinem Ausstieg den Kontakt verloren. Ich habe auch auf einigen Songs seiner Band Ayreon mitgesungen.
Das Cover des Booklets und vor allem der Titel sind ja sehr aussagekräftig. Wer hatte die Idee für dieses Artwork und diesen Titel?
– Das erste Lied welches in einer Jam-Session mit Michael Voss entstand war „Back In The Ring“. Die Entscheidung fiel uns eigentlich sehr leicht diesen Titel zu nehmen. Ein Freund von mir, der leider verstorben ist, war auch Boxer. Dieser Titel passt doch wirklich zu uns, denn wir sind auch wie Boxer, die immer wieder aufgestanden sind, auch wenn wir Tiefschläge erlitten haben. So haben wir schon eine Ewigkeit keine Tour mehr in Deutschland absolviert.
Wann war denn die letzte richtige Tour durch Deutschland?
– Das war Ende der 80iger Jahre. In den 90iger haben wir vereinzelt Shows gespielt, aber nur in Holland. Nun gehen wir aber endlich wieder in Deutschland auf Tour und das auch noch mit Axel Rudi Pell.
Was eine tolle Chance für euch ist.
– Auf jeden Fall, denn Axel zieht genügend Leute und musikalisch ist das auch mehr als optimal. Wir freuen uns schon riesig auf diese Tour.
Das kann ich mir vorstellen, aber auch die wirklich „alten“ Fans werden es wohl schon nicht mehr aushalten können. Im September ist es endlich soweit.
Story: Gisela
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