News Ticker

AXXIS

AXXIS stehen nun schon seit 15 Jahren für Beständigkeit. Dies beweisen sie auch auf ihrem neuen Album „Time Machine“. Das neunte Album der Dortmunder besticht wieder durch Power und einer Produktion, welche die Trademarks von AXXIS richtig gut in den Vordergrund stellt. Obwohl es beim neuen Album ein wenig anders ist, denn es wurde wesentlich mehr darauf geachtet, die Gitarren in den Vordergrund zu stellen. Dies macht das Album so lebendig und man entdeckt somit eine vollkommen neue Seite an AXXIS. Um noch ein wenig mehr zu erfahren, sprach ich mit Harry Oellers, einem der Hauptsongwriter und versuchte ihm noch einiges mehr zu entlocken.

Ich bin richtig fasziniert von eurem neuen Album, denn für mich klingt es noch wesentlich bombastischer als die letzten Veröffentlichungen. Habt ihr diesen Fakt schon vor der Produktion im Hinterkopf gehabt?

– Eigentlich nicht. Es waren aber einige Sachen klar, die wir unbedingt machen wollten. So wollten wir unbedingt die Gitarren mehr in den Vordergrund stellen um somit die Stimme von Bernhard mehr in die Songs einzubauen. Die Vocals sollten eigentlich nicht mehr so dominieren, obwohl er es doch wieder macht, aber das liegt eben an seiner Stimme. Das die Songs jetzt so bombastisch klingen ist eigentlich erst während der Produktion entstanden. Der Gitarren- und Drumsound sind sehr gut gelungen und dadurch dass Dennis Ward (Pink Cream 69) das Album abgemischt hat, sind die Sachen, die wir geplant hatten auch sehr gut gelungen. Ich denke auch, dass die Chorpassagen sehr viel zum Bombast beigetragen haben.

Da gibt es ja auch noch etwas Neues zu vermelden, denn mit Lakonia, einer von Bernhard Weiss produzierten Sängerin, gibt es auch eine weibliche Stimme auf dem Album zu hören.

– Ich schreibe mit Lakonia gerade an Songs und unsere Idee war es, sie mit ins Album einzubauen, um zu sehen, ob sie auch gut singen kann. Durch ihre Backgroundstimme wird alles in einem ganz anderen Licht gestellt.

Obwohl ich finde, dass es sehr gut ins Bild von AXXIS passt.

– Das finde ich auch und deswegen haben wir es auch so gelassen, obwohl es eigentlich ein Experiment für uns war. Es setzt dem Ganzen noch einen drauf und es passt auch sehr gut zur Dramatik der Songs.

Kommen wir zum Titel. „Time Machine“ heißt das Album. Ich habe gelesen, dass du ein großer Perry Rhodan Fan bist. Spiegelt sich das auch ein wenig in den Texten wider?

– Der Songtitel ist darauf zurückzuführen, aber der Albumtitel hat eine andere Bewandtnis. Nichtsdestotrotz bin ich ein großer Perry Rhodan Fan und bei diesen Storys geht man  fast 100000 Jahre zurück und die Figuren kämpfen gegen Ursachen, welche die heutige Zeit bedrohen könnten. Aber das würde jetzt einfach zu weit führen. Ich bin ein solch großer Fan, dass ich Erstauflagen zu Hause habe und sie auch wöchentlich lese. Da ich auch ein großer Fan von Star Wars und Star Treck bin, ist es schon mal ganz interessant, wenn man die Sache mal von einer anderen Seite aus beleuchtet. Was würde denn eigentlich passieren, wenn man in die Vergangenheit zurückgeht und diese denn manipulieren würde. Wenn man eine solche Zeitmaschine hätte wäre es nicht komisch oder was könnte alles so passieren. Das ist schon ziemlich interessant.

Man könnte vielleicht den Lauf der Dinge verändern.

– Könnte man das wirklich? Das ist die grundlegende Frage. Darum geht es eigentlich auch beim Albumtitel. Es geht dabei auch um die Geschichte von AXXIS, über die ganze Bandbreite, welche die Band in der ganzen Zeit durchgemacht hat. Das können wir mit dem Songmaterial sehr gut abdecken, denn es gibt wirklich ultraharte Nummern, als auch melodiöse Balladen. Es gibt straighte Songs und im Gegensatz dazu Bombastmelodien. Das wir Balladen spielen, wird uns zwar auch manches Mal ein wenig angekreidet, aber das ist eben AXXIS.

Ich könnte mir AXXIS auch nicht ohne eine, zu Herz gehende Ballade vorstellen.

– Ja, aber es gibt auch die Heavy Metal-Fraktion die dann sagt: „AXXIS ist ja ganz gut, aber die Balladen das muss doch nicht sein.“ Ich denke aber, AXXIS steht dafür und wenn man das nicht mag, muss man es ja auch nicht anhören. Dann sollen diese Leute eben die harten Songs hören und die Balladen eben überhören. Es ist eben der Stil, den die Band ausmacht, der auf der einen Seite durch Bernhards Stimme und natürlich auch durch Balladen. Die Balladen kommen meistens dadurch zustande, dass ich zu Hause an meinem Keyboard ein wenig herumschnulze und wenn ich diese Ideen Bernhard vorstelle und er sie gut findet, werden sie auch gemacht.

Für mich muss eine Band auch schöne Balladen schreiben können.

– Das finde ich auch, aber an diesem Punkt gehen die Meinungen eben auseinander. Wir haben auf diesem Gebiet schon einige Erfahrungen gesammelt. Vor zwei Jahren haben wir auf dem Summer Breeze gespielt und als wir das Gelände betraten kamen uns drei Gothik-Mädels entgegen, die Fans der Band Nightwish waren. Sie meinten nur: „Ach da kommen ja die Poser von AXXIS.“ Man ist ja hart in nehmen und als wir dann auf die Bühne gingen und unseren Set anfingen, wen sehe ich da, die drei Mädels, die voll mitbangten. Ich hätte ihnen am liebsten zugerufen: „Hallo wir sind die Poser von eben.“ Das finde ich dann schon wieder peinlich. Ich finde, dieses über einen Kamm scheren, ziemlich blöd, denn Musik ist Musik, entweder man mag sie oder nicht.

Ich finde es schon ziemlich engstirnig, denn es gibt so viele tolle Songs im Musikgeschäft. Ich persönlich denke, dass jedes Genre gute Songs hervorbringt.

– Das sehe ich auch so, denn auch ich höre die verrücktesten Sachen und wenn ich dann manches Mal meine Favoriten sage, die ich privat höre, wollen die meisten das gar nicht glauben.

Ich glaube auch, dass man nur auf solcher Art, wenn man einen breit gefächerten Background hat, nur gute Songs schreiben kann.

– Ich denke auch, dass man eine gute Bandbreite zum Songwriting braucht. Man muss ja auch richtig leben um inspiriert zu werden. Wenn ich nicht intensiv lebe, werde ich auch zu nichts inspiriert.

In der Vergangenheit waren du und Bernhard für das Songwriting verantwortlich. Hat sich das in der Zwischenzeit geändert?

– Eigentlich nicht, obwohl Guido (Wehmeyer, Gitarrist) einige Ideen mit beigetragen hat. Vom reinen Songwriting sind Bernhard und ich wohl verheiratet, denn wir sind ein solch eingespieltes Team und bei uns geht alles Hand in Hand. Manches Mal wären wir froh, wenn irgendjemand dazwischen gehen würde, aber im Endeffekt funktioniert es so doch ziemlich gut. Beim Arrangieren kommen dann aber auch die anderen Bandmitglieder zum Zuge. Obwohl wir bei einigen Sachen wie den Drumsound in Bezug auf Double-Bass meistens unser Ding durchziehen.

Genau diese Double-Bass wurde ja dieses Mal verstärkt eingesetzt.

– Und das auch vollkommen bewusst. Wir hatten dieses Mal richtig Lust darauf gehabt. Bei Rückblicken zum Jahr 1989 und dem Album „Kingdom Of The Night“ wurde uns bewusst, diesen Sound wieder aufleben zu lassen. Das war damals richtig Metal. Dadurch, dass sich die Zeiten geändert haben und die Musik auch wesentlich härter geworden ist, wollten wir in der Beziehung auch mitziehen. Die Musik von AXXIS ist eigentlich immer gleich geblieben, nur das Leben ist härter geworden und mit diesem Album wollten wir diesem Punkt ein wenig gerecht werden. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es moderner ist, aber ein wenig angepasster an die heutige Zeit.

Das finde ich auch, aber ich würde auch sagen, dass der Sound AXXIS pur ist.

– Das ist eine gute Beschreibung, denn auch ich bin der Meinung, dass diese Songs AXXIS am besten präsentieren. Für uns ist es auch immer sehr wichtig gewesen, dass die Trademarks, die AXXIS ausmachen behalten werden. Ich denke aber auch, dass wir gar nicht anders können. Wir waren aber trotzdem überrascht, dass wir unsere Zielvorgaben noch übertroffen haben. Wir haben manches Mal da gesessen und haben gesagt: „Wow, das haben wir gemacht.“ Wir waren auch dieses Mal bis zum Schluss auch ziemlich offen für Neuerungen gewesen. Das ist auch der Grund, dass manche Songs noch eine Überarbeitung erfahren haben. Dennis hat beim Mischen auch ganze Arbeit geleistet. Das ist aber auch nichts neues, denn Pink Cream 69 und wir kennen uns ja auch schon eine ganze Weile.

Dann ist es ja auch gut, dass ihr demnächst wieder zusammen auf Tour geht.

Harry lacht: Das ist alles reiner Zufall! Pink Cream 69 veröffentlichen ja auch am selben Tag wie wir ihr neues Album und dann kann man ja auch zusammen auf Tour gehen. Wir werden in jedem Fall viel Spaß auf Tour zusammen haben und wenn sie dann auch noch so erfolgreich ist wie die letzte, die wir zusammen gefahren sind, werden wir überglücklich sein.

Ich bin mir eigentlich sehr sicher, dass die Tour erfolgreich sein wird, denn da kann man nur sagne: „It´s Partytime.“ Mal sehen, was die drei Bands alles auf die Beine stellen, denn mit AXXIS, PINK CREAM 69 und CRYSTAL BALL ist den Konzertveranstaltern ein guter Griff gelungen. Ich freue mich schon jetzt auf die Show.

www.axxis.de

Story: Gisela

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.