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LITHIUM

Vor kurzem wurde das Debutalbum ´Cold, der schwedischen Band LITHIUM, veröffentlicht. Hinter LITHIUM verbergen sich Johnny Hagel (ex-TIAMAT, SUNDOWN) und Carl Nilsson (ex-MOTH). Die Band verarbeitete auf ihrem Album Stilistiken aus dem Industrialbereich und diese wurden sehr gekonnt mit Gothik- und Metalfragmenten versehen. Herausgekommen ist ein elektrisierendes Werk. Zusammen versuchte mit Carl Nilsson versuchte ich ein wenig Licht in das Album und der Band zu bringen.

Der explosive Mix auf ´Cold´ ist schon enorm. Warum habt ihr so viele verschiedene musikalische Richtungen auf dem Album vereint?

– Das kommt mit Sicherheit daher, dass wir von allen diesen Richtungen sehr große Fans sind. Wir sind eigentlich offen für fast alle Richtungen, denn in unserer Freizeit hören wir die unterschiedlichsten Sachen und genau das hat sich auf das Songwriting ausgewirkt. Meine Lieblingssongs sind eigentlich alles, was DEPECHE MODE in ihren früheren Tagen gemacht hat. Wir haben aber jetzt nicht gedacht, was kommt denn mit Sicherheit gut an. So war es nicht, denn die Musik ist sehr spontan entstanden.

Das kann man dem Album anmerken, denn wenn sie jetzt wirklich auf Nummer sicher gegangen wären, kämen die Songs nicht so spontan daher. Ich würde auch noch so weit gehen, dass der Sound von LITHIUM für die Zukunft gedacht ist. Das Songwriting wurde von Johnny und Carl alleine getätigt. Ist LITHIUM nun eine Band oder nur ein Projekt?

– Es ist als Band gedacht, aber im Moment suchen wir noch nach geeigneten Musikern für unsere Band. Wir haben zwar schon Auftritte absolviert, aber wir wissen noch nicht, ob das jetzige Line-up Bestand hat. Wichtig ist für uns, dass wir Musiker finden, welche vollkommen hinter der Musik stehen. Ein nächster Punkt ist natürlich auch noch wichtig, dass sie menschlich auch zu uns passen. Deswegen können wir auch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob die Musiker, die jetzt in der Band sind, auch wirklich in der Band bleiben. Wir lassen uns damit auch ein wenig Zeit, denn nichts ist schwerer, als wenn man immer diese Wechsel in der Band hat.

Findest du es denn schwieriger Songs zu schreiben mit allen Mitgliedern in der Band?

– Das würde ich schon sagen, denn Johnny und ich haben in der Zwischenzeit sehr viel Routine im Songwriting. Die fertigen Songs werden bei mir aufgenommen und fertigen auch die Demos an. Danach verfeinern wir zusammen die Rohfassungen der Stücke. Ich denke auch, dass es härter ist, mit allen Musikern der Band die Songs fertig zu stellen.

LITHIUM wurde ja schon vor 4 Jahren gegründet. Warum habt ihr so lange gebraucht, bis euer erstes Album das Licht der Welt erblickte?

– Das war wirklich sehr lange, ich weiß. Am Anfang, als wir die ersten Songs fertig hatten, nahmen wir sie in einem Studio auf. Wir waren aber überhaupt nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Für uns war aber von Anfang an klar, dass wir eine CD machen wollten, aber diese sollte wirklich etwas Besonderes werden. Das war eigentlich der Hauptgrund dafür, dass alles so lange gedauert hat. Erst mit dem jetzigen Material sind wir vollkommen zufrieden.

Ihr habt ja auch in diesem Jahr auf dem Mera Luna Festival gespielt und das auch noch ohne Deal.

– Ja wir haben uns einfach gedacht, dafür müssen wir uns einfach bewerben, denn das Mera Luna Festival ist das größte Festival für Gothic- und Industrial-Musik. Das tollste war, dass es auch noch geklappt hat. Das war sehr gut für uns, denn wir spielten vor einem großen Publikum.

Waren die Reaktionen denn gut und mochten die Fans euren Sound?

– Ich denke schon dass sie ihn gemocht haben und somit hat sich die Mühe dort spielen zu können auch für uns gelohnt. Es war schon sehr gefährlich, denn wir hatten ja keinen Deal und deswegen kannten die Leute ja auch das Material noch nicht. Aber die Reaktionen die wir nach unserem Auftritt bekamen waren schon großartig.

Du kümmerst dich ja um die Texte eurer Songs. Da ich nur eine Promotion-CD ohne Texte bekommen habe möchte ich dich doch ein wenig nach den Texten fragen. Songs wie ´Cold´, ´Isolation´ oder ´Ugly Friend´ hören sich sehr kritisch an. Sind sie es auch?

– Das ist ein wenig schwer dies zu erklären, denn es sind alles Dinge die mich persönlich sehr stark beschäftigen. Deswegen ist es auch nicht erklärbar für Dritte. Ich denke, man sollte sich die Zeit nehmen, die Texte im Booklet zu lesen und seine eigene Meinung hinein interpretieren. Ganz kurz umrissen, die Texte sind wirklich sehr kritisch, aber nur aus meiner Sicht und ich möchte keinem meine Meinung aufdrängen.

Ihr habt ja auch für den Song ´Anti Anthem´ vor kurzem ein Video gedreht. Ist dies nur für das schwedische Fernsehen gedacht, oder erhofft ihr euch auch ein Airplay in Deutschland oder Europa?

– Wir hoffen natürlich auf ein Airplay in ganz Europa, aber es ist sehr schwierig. Man kommt doch heutzutage nur noch mit der Mainstream-Mucke ins Fernsehen. Das finde ich persönlich sehr schade. Ich denke schon, dass ein gehöriger Teil an Leuten auch gerne Metal im Fernsehen oder Radio zu sehen, bzw. hören würden.

Dem stimme ich vollkommen zu, denn das, was man sich heutzutage alles anschauen muss ist schon harter Tobak. Was mir aber auch noch ziemlich positiv auffiel, war die Tatsache, dass euer Album, außer in den „normalen“ europäischen Ländern auch in Kanada, Korea, Taiwan, Russland und den baltischen Staaten veröffentlicht wird.

– Ich finde es ganz gut, dass unser Album nun auch in solchen Ländern veröffentlicht wird, welche eigentlich nicht auf einem „normalen“ Veröffentlichungsplan stehen. Dies gibt uns demzufolge die Möglichkeit auch in solchen Ländern ein wenig Fuß zu fassen. Kanada war sehr wichtig, weil dort eben die größte Industrialszene beheimatet ist. Diese Art von Veröffentlichung ist ein Versuch wert, denn verlieren kann man auf solche Weise überhaupt nichts.

Dieser Meinung bin ich auch und ich kann nun der Band nur noch alles Gute auf ihrem weiteren Weg wünschen und das sie bald einmal bei uns in Deutschland live vorbeischauen werden. Vorerst kann ich euch nur einen Link anbieten, nämlich den vom Label. Dieser lautet:

Story: Gisela

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