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LOS LOS

Ein wenig verwirrt war ich schon als ich in der Post eine Single-CD fand mit dem Titel „Vamos A La Playa“. Hat sich da jemand in der Adresse geirrt? Nein, denn schon nach dem ersten Anhören der Single war mir klar, sie ist richtig gelandet. Los LOS, eine mexikanische Band hatte diesen Song aufgenommen und das in Deathmetal-Manier. Kurze Zeit später wurde dann das Debutalbum „Viva LosLOS“ veröffentlicht, auf dem es noch mehr von diesen Covern vertreten sind. Jetzt gab es denn auch eine Show im Vorprogramm von den Apokalyptischen Reitern. Irgendwie sahen sie schon gewöhnungsbedürftig in ihren Masken aus. Aber dazu später mehr. Nach der Show unterhielt ich mich mit Sänger Cabron um noch mehr über die Band zu erfahren.

Die Musiker von Los LOS sind alle Söhne von deutschen Auswanderern. Wurdet ihr in Mexiko geboren?

– Ja wir sind waschechte Mexikaner. Unsere Eltern leben schon so lange in Mexiko, dass wir uns auch als Landsmänner fühlen.

Ihr seid ja jetzt das zweite Mal hier in Deutschland. Wie sind eure Songs eigentlich aufgenommen worden?

– Das erste Konzert, welches wir hier in Deutschland gegeben haben, war in einem kleineren Club, der mehr einem Übungsraum ähnelte. Die Leute waren aber alle gut drauf und es hat ihnen richtig Spaß gemacht.

Es ist ja auch richtige Fun-Musik. Bevor ihr euch in Los LOS umbenannt habt, hieß die Band ja Ranchos Huevos, zu Deutsch Bauernomelett und spielt nun schon seit zwei Jahren zusammen. Wie kam die Umbenennung zustande?

– Im letzten Jahr haben wir auf einem Festival Don Bogdan von Drakkar Records kennen gelernt. Er war von dem was wir machen so angetan, dass wir uns in kurzer Zeit einig waren. Nach einigen Überlegungen kamen wir auch zum Bandnamen und nach einigen Namensvorschlägen einigten wir uns auf Los LOS.

Ihr solltet ja beim Wacken Open Air 2005 euren ersten Gig auf deutschem Boden spielen. Leider musste dieser abgesagt werden, weil man dich in Malaga festgehalten hat. Was war geschehen?

– Das war ziemlich heftig und ich wusste im ersten Moment gar nicht was man von mir wollte. Einige Leute meinten mich erkannt zu haben, einen Banküberfall in Brasilien begangen zu haben. Die Fahndungsfotos sahen mir auch sehr ähnlich. Zu unserem Nachteil war auch noch, dass wir zum Zeitpunkt des Überfalls auch in Brasilien ein Konzert gespielt haben. Das machte mich natürlich noch verdächtiger. Es war schon in Ordnung, denn nachher mussten sie feststellen, dass sie den falschen verhaftet hatten. Drakkar hat dann noch die Kaution hinterlegt, aber ich kam zu spät zum Open Air. Das war dann nicht so gut. Aber dafür sind wir ja jetzt hier.

Ihr habt ja auf „Viva Los LOS“ richtige spanische Gassenhauer mit eurem Sound veredelt. Wie kamt ihr auf eine solche Idee?

– Das ist unsere Musik, die wir schon mit der Muttermilch aufgesogen haben. Wir haben solche Songs schon unser Leben lang gesungen und dann dachten wir, warum sollen wir sie nicht auf unsere Weise interpretieren.

Diese Interpretation kommt ja auch sehr gut bei den Leuten an, obwohl sie euch doch erst ein wenig ungläubig zuschauen. Dann platz aber der Knoten und sie gehen voll mit.

– Das ist auch genau das, was wir beabsichtigen. Die Fans sollen eine Zeitlang eine Party erleben. Aber das bedarf noch sehr viel Übung, denn uns fehlt doch die Praxis, in Form von Liveauftritten, ein wenig.

Aber das wird sich ja wohl im neuen Jahr ändern. Vor allem kommen die Songs live noch wesentlich lebendiger rüber, eben richtig Partystimmung.

– Das ist für uns auch sehr wichtig, denn wir wollen unsere Gefühle, die wir bei solchen Songs haben, auch auf die Zuschauer projizieren. Dazu brauchen wir aber wie gesagt noch ein wenig Übung. Ich liebe es aber mit dem Publikum während des Konzertes zu kommunizieren.

Ihr habt ja schon unter dem Namen Ranchos Huevos in Mexiko gespielt. Welche Reaktionen habt ihr dort bekommen?

– Die Reaktionen waren sehr gut nur gab es ein Problem, wir hatten keine CD auf dem Markt. Das ändert sich ja jetzt zum Glück. Nun können die Fans in Mexiko auch endlich die Stücke zu Hause anhören.

Geht ihr denn jetzt wieder zurück nach Mexiko?

– Nein, wir können im Moment nicht zurück.

Dann ist doch etwas Wahres an der Geschichte mit dem gestohlenen Stier?

– Etwas Wahres ist schon an der Geschichte. Es ist zwar kein großes Problem, aber im Moment können wir nicht zurück. Wir haben den Stier bei einer Fiesta gestohlen und glaube mir, wir hatten mehr Angst um uns und unseren Van gehabt als um den Stier, denn der war schon ziemlich alt. Trotz allem war es eine sehr lustige Sache. Nur können wir deswegen im Moment noch nicht zurück.

Deswegen tretet ihr auch mit den Masken auf?

– Nicht deswegen, wir fanden es aber ziemlich lustig und auch ausgefallen. Die Masken sind ja auch nicht zu furchterregend. Sie sehen auch nicht so schlimm aus, wie z.B. bei Slipknot. Die Farben der Masken kommen aus dem Gebiet der Chihuahua Desert in Mexiko, ebenso wie unsere Kleidung.  Ich denke aber, dass wir zum nächsten Album schon die Masken lüften werden.

Was sind denn nun die konkreten Pläne für das nächste Jahr?

– Priorität eins hat für uns ein neues Album. Dann möchten wir natürlich noch mehr Konzerte spielen, denn wir lieben es auf der Bühne zu stehen. Ich denke, da wird noch einiges gehen.

Das hoffe ich doch auch, denn die Show von Los LOS ist schon lustig und es kommt wirklich Freude auf. Bis demnächst also bei Los LOS mit Songs wie „Vamos a la playa“, „Macarena“ oder „La Cucaracha“. Hasta luego!

Story: Gisela

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