News Ticker

LUGNET – Lugnet

Veröffentlichung: 15.01.2016

Stil: 70s Hardrock

Label: Pride & Joys Music

Website: http://www.lugnetrock.com

Facebook: https://facebook.com/lugnetrock

 

Das schwedische Wort „Lugnet“ bedeutet „Gelassenheit“. So weit so gut, als „gelassen“ würde ich das Album „Lugnet“ der gleichnamigen Band nicht unbedingt bezeichnen aber die Skandinavier haben ja generell entspanntere Einstellungen zum Leben als die Menschen in anderen Ländern. Die nordischen Länder sind auch für ihren ganz eigenen Sound bekannt und so hauen die Schweden mit ihrem Debüt eine interessante Platte, vollgepumpt mit 70s Hardrock, raus.

Generell machen LUGNET einen sehr coolen Sound. Von recht rockigen Stücken wie „All The Way“ oder „It Ain’t Easy“ über groovig schwere Tracks wie „Veins“ und „Gypsy Dice“ bis hin zum langatmigen kleinen Meisterwerk „Into The Light“ fährt das Quartett so Einiges an Instrumentalisierung auf. Man merkt den Jungs auf jeden Fall an, dass sie eine ganz bestimmte Richtung anpeilen und brechen auf ihrem Weg relativ selten aus. Die beiden Gitarristen hauen Riffs raus, von denen sich so einige Mitmusiker eine Scheibe abschneiden könnten. Auch die relativ simplen Bassläufe gepaart mit den krachenden Drums bieten an sich ein tolles Klangspektrum. Darüber der Gesang von Knallerkehlchen Roger Solander und man hat einige wirklich interessante Songs durch die Boxen knallen.

Allerdings geht der Wiedererkennungswert der einzelnen Tracks etwas verloren. Die Refrains gehen zwar kurz ins Ohr, sind dann aber relativ schnell wieder vergessen um einer Hammer-Gitarrenmelodie Platz zu machen. Man bekommt beim Hören ein wenig das Gefühl, dass die Combo zu viel will und zu wenig daraus macht. Und das ist sehr schade, denn das Potential ist absolut da. Wenn man „Lugnet“ am Stück hört, bleibt wirklich nicht viel im Gedächtnis, alle Songs bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau, der Fokus liegt aber mehr auf dem Können der Instrumentalisten als auf einem Gesamtbild. Das heißt, es darf zwar mitgerockt werden aber der rote Faden geht ein wenig verloren. An sich ist jedes Stück wirklich cool arrangiert aber der letzte Kick fehlt. Vor Allem der Ender „Into The Light“ wiederholt zwar in seinen 10 Minuten Spielzeit nochmal alles vorangegangene, die einzelnen Parts wirken aber oft zu abrupt gewechselt. Nach den 45 Minuten steht man also etwas ratlos da und muss sich dann entscheiden, ob man sich mit dem Album nochmal eingehender beschäftigt, oder ob man es einfach so stehenlässt.

Vesteht mich nicht falsch, „Lugnet“ ist keine schlechte Platte aber für den Normalhörer sehr anstrengend. Die Experimentierfreudigkeit schießt aus jeder einzelnen Note nur so heraus und jeder Musiker beherrscht sein Instrument vollkommen, doch der Gesamtklang ist noch sehr roh und das liegt nicht an den 70s-Einflüssen sondern am Arrangement. Wem also der glattgeleckte Sound vieler Bands der heutigen Zeit auf den Sack geht, der sollte hier auf jeden Fall mal reinhören, denn anspruchsvolle Songs stehen hier an der Tagesordnung, in die man sich erst einmal hineindenken muss um darauf richtig abgehen zu können. Trotzdem drückt „Lugnet“ ordentlich nach vorne und man darf gespannt sein, was die Band mit diesem Potential noch anstellen wird!

Anspieltipps:

All The Way, It Ain’t Easy, Gypsy Dice

 

Tracklist:

  1. All The Way
  2. Sails
  3. Veins
  4. Tears in the Sky
  5. It Ain’t Easy,
  6. Gypsy Dice
  7. In the Still of the Water
  8. Into the Light

 

Line-up:

Vocals: Roger Solander

Gitarren: Marcus „Mackan“ Holten und Danne „Bonden“ Jansso

Bass: Lennart „Z“ Zethzon

Drums: Fredrik Jansson

Gast an der Hammond: Bruno Erminero

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*