RAGE
„Soundchaser“ heißt das neue Meisterwerk von RAGE. Trotz der Heaviness der Songs bestimmen, auf dem nunmehr dritten Album in internationaler Besetzung, die tollen Melodien das Hauptbild. Das Konzeptalbum ist in allen Belangen eine homogene Einheit geworden. Mehr zu dem Konzept, dem Sound und den Zukunftsplänen konnte ich von Gitarist Victor Smolski, kurz vor ihrer Unplugged-Session in Bochum, in Erfahrung bringen.
Der Soundchaser ist das Abbild, welches schon seit langer Zeit die Cover von RAGE ziert. Wie kam es denn dazu, dies als Konzept zu verarbeiten?
– Fans, welche schon lange Fans der Band sind, hatten dieses Abbild schon lange verfolgt. Sie brachten uns dann auch auf die Idee, dazu eine Story zuschreiben. Nach einigen Überlegungen kamen wir zu dem Entschluss, dieses Konzeptalbum zu machen. Es gab schon aus früheren Zeiten einiges an Themen, die von Peavy geschrieben wurden. Obwohl wir am Anfang nicht so sehr begeistert waren von einem Konzeptalbum, denn es ist immer sehr schwierig ein solches Album auch aufzunehmen, denn man muss eine gewisse Reihenfolge einhalten.
Aber es ist ja ein textliches Konzept.
– Das ist richtig, aber das Problem war, dass die Songs schon fertig waren, als wir ins Studio gingen. Meistens ist es bei Aufnahmesession so, dass einem in den meisten Fällen, einige Songs nicht so sehr gefallen und man wirft sie am Ende wieder heraus. Das konnten wir aber dieses Mal nicht machen, denn die Stücke beinhalteten ein Konzept. Es musste alles zusammen passen.
Den komplexesten Song habt ihr ja an den Schluss gestellt. Mit „Falling From The Grace“ ist euch ja ein absolutes Highlight gelungen.
– Es sind ja eigentlich zwei Songs, nämlich „Wake The Nightmare Pt. 1“ und „Death Is On It´s Way Pt. 2“. Für den ersten Part konnten wir sogar Andi Deris zu einem Gastauftritt überzeugen.
Was mir an „Soundchaser“ besonders gut gefällt, ist die Abwechslung. Auf „Secrets In A Weird World“ gibt es orchestrale Parts zu hören und außerdem gibt es mit „War Of Worlds“ und „Great Old Ones“ richtig beinharte Metalsongs zu hören. Ich glaube, dass euch eine solche Vielfalt sehr wichtig ist.
– Uns war von Anfang an klar, dass wir den Weg, den wir auf „Unity“ beschritten haben, weiter verfolgen wollten. Wichtig war für uns, dass die Songs nach vorne gehen. Obwohl wir versucht haben auf diesem Album wesentlich kompakter zu klingen. Wir experimentieren auch sehr viel herum und ich finde, dass macht die Sache auch wesentlich interessanter. Für mich persönlich ist es langweilig, wenn Alben vom ersten bis zum letzen Lied gleich klingen.
Das auf jeden Fall, denn für mich persönlich ist eine gewisse Vielfalt auch interessanter. Was mich auch immer wieder an den Songs von RAGE fasziniert ist die Tatsache, dass sie sehr hart sind, aber trotz allem die melodischen Parts überwiegen.
– Ich glaube auch, dass wir mittlerweile eine gute Balance zwischen Härte und Melodik gefunden haben. Nimm den Song „Soundchaser“, der wirklich hart ist Aber an manchen Stellen kommen Gitarrenriffs und schon ist er sehr melodisch. Das ist auch eine Sache, die uns sehr gut gefällt.
Was mich auch sehr stark fasziniert ist der Gesang von Peavy, der ja in letzter Zeit sehr viel an seiner Stimme getan hat. Mir gefällt seine Art immer mehr, die Stücke zu intonieren.
– Das sehe ich auch so, aber trotzdem bleiben die Trademarks von RAGE erhalten. Er hat sich sehr gut den teilweise doch sehr aggressiven Stücken angepasst. Ich würde aber noch ein wenig weitergehen und sagen, dass die komplette Band eine totale Entwicklung hinter sich hat, denn auch Mike hat sich auf seine eigene Weise eingebracht, die wir vor geraumer Zeit nicht für möglich gehalten haben. Ich denke auch, dass wir nach den ganzen Jahren jetzt so gut aufeinander eingespielt sind und deswegen ein solch homogenes Album dabei heraus gekommen ist.
Das sehe ich auch so, denn schon „Unity“ zeugte von einer Einheit innerhalb der Band. Dies hat sich aber auf „Soundchaser“ noch wesentlich verstärkt.
– Richtig und da gibt es auch noch eine kleine Story am Rande. Als unsere Promo-CD´s verschickt wurden, standen keine Komponisten auf dem Infoblatt. Das Lustige an der Sache war, dass die Medienvertreten sofort wussten welchen Song ich oder Peavy komponiert hat. Ich denke, das ist auch ein Beweis dafür, dass wir sehr gut eingespielt sind.
Ich denke auch, dass ihr jetzt noch mehr in der Lage seid euch kreativ zu entwickeln.
– Für mich ist es sehr wichtig, dass ich keinen meiner Songs kopiere. Deswegen denke ich, dass RAGE auch noch nicht am Ende ihrer Kreativität sind. Im Grunde weiß ich eigentlich immer was ich will und es ist doch auch viel interessanter neues Terrain zu betreten.
Es wird einem ja auch langweilig, wenn man zu irgendeinem Zeitpunkt mal stehen bleibt. Man versucht doch immer wieder die Grenzen auszuloten.
– Ja, obwohl damit auch Risiken verbunden sind. Man weiß ja nie, ob es so funktioniert, wie man es sich vorstellt. Aber dafür sind wir Musiker und ich für meinen Teil möchte das, was in meinem Kopf vorgeht einmal ausprobieren.
Ihr habt ja jetzt die Akustik-Shows hinter euch. Wie sind diese denn bei den Fans angekommen?
– Das war schon sensationell, denn es waren so viele Leute dort, wie man sie bei manchen Konzerten von RAGE manchmal nicht antrifft. Die Leute waren total begeistert. Viele haben uns auch gefragt, ob wir eine solche Show nicht mal auf Platte aufnehmen könnten. Die kleinen Clubs waren fast alle ausverkauft und die Stimmung war so toll, dass wir uns selber gewundert haben. Wir haben ja nicht nur neues Material gespielt, denn uns war es wichtig, einen Querschnitt von RAGE zu präsentieren. Wir überlegen uns jetzt ernsthaft, dass wir das Material akustisch aufnehmen werden und das denn auf einer DVD, welche auch bald ansteht, mit zu verwenden.
Das wäre eine tolle Idee, denn akustisch sind sie wirklich super. Zurzeit gibt es aber Konzerte, zusammen mit HELLOWEEN, wo sie ihr ganzes Können unter Beweis stellen. Im Januar gibt es denn noch einige Headliner-Shows. Für noch mehr Information könnt ihr auch auf der Homepage von RAGE reinschauen. Ich wünsche RAGE auf diesem Weg alles Gute.
Story: Gisela
Kommentar hinterlassen