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THE COLOR MORALE– Desolate Divine

Veröffentlichung: 19.08.2016

Stil: Post Hardcore

Label: Fearless Records

Website: http://thecolormorale.net

Facebook: https://www.facebook.com/thecolormorale

 

Es ist schon manchmal unglaublich, wie schnell sich Musik verbreitet und welche weiten Wege sie dabei zurücklegt. In der heutigen Zeit ist es möglich, binnen Sekunden etwas zu kaufen, was eigentlich tausende Kilometer entfernt seinen Ursprung hat. So wie das neue Album von THE COLOR MORALE.

Die Band, die sich seit dem Jahr 2007 durch nicht wenige Besetzungswechsel, Touren und mehrere Alben geackert hat, schwappt nun mit „Desolate Divine“ über den großen Teich zu uns nach Europa. Die Amerikaner, die sich in ihrer Heimat einer soliden Fanbase und gewisser Bekanntheit erfreuen, gehören hierzulande nicht gerade zu den Highrolern der Post Hardcore-Szene. Vielleicht liegt das auch zum Teil an dem typisch amerikanischen, mehr als hochgezüchteten Sound und der möglicherweise dadurch resultierenden Überforderung des Zuhörers. Von Beginn an besteht „Desolate Divine“ aus endlosem Gedudel und einem wahrhaftigen Samplegewitter. Natürlich gehört gerade dies zu den genretypischen Elementen, aber trotzdem könnte man auch mal etwas stärkere Akzente setzen, um sich von der breiten Masse abzuheben.

THE COLOR MORALE sind absolute Perfektionisten und gehören wohl zu den technisch fittesten Anhänger ihrer Zunft, aber ihnen fehlt vielleicht etwas Phantasie, wenn man sich die Arrangements der einzelnen Songs anschaut. Sie kommen extrem poppig daher und so mancher Zuhörer wünscht sich eventuell etwas mehr Härte im gesamten Mix. Besonders der Gesang, so gut er auch sein mag, bleibt im Hinblick auf Individualität und Wiedererkennungswert leider etwas auf der Strecke.

Hört man sich gezielt Songs wie „ Lonesome Soul“, „Clip Paper Wings“ und“Broken Vessel“ an, so ist man schon geflasht und erkennt die Clubtauglichkeit von „Desolate Divine“. Das komplette Album am Stück verschwindet jedoch eher in den Reihen des Einheitsbreis. Das ist wirklich schade, denn auch die für das Album produzierten Videoclips, locken mit einer gewissen Andersartigkeit.

Im Großen und Ganzen kann man sich die Scheibe schon anhören, sie ist aber eher leichte Kost. Dennoch wäre es interessant zu wissen, wie die Amerikaner denn Live und ohne den Studioschliff klingen.

Tracklist:

01 Lonesome Soul
02 Clip Paper Wings
03 Walls
04 Trail Of Blood
05 Version Of Me
06 Home Bittersweet Home
07 Misery Hates Company
08 Perfect Strangers
09 Broken Vessel
10 Fauxtographic Memory
11 Keep Me In My Body

 

Line-up:

Garret Rapp – Vocals

Devin King – Guitar

Steve Carey – Drums

Aaron Saunders – Guitar

Mike Honson – Bass

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