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EDGE OF SANITY

EDGE OF SANITY – Viele haben gedacht, das war es, denn nachdem die Band vor einiger Zeit auseinander fiel glaubte keiner mehr an neue Songs. Aber Dan Swanö belehrt uns eines Besseren und veröffentlich mit „Crimson II“ ein Album im Alleingang. Dieses Album hat einige Besonderheiten, welche ich mit Dan, in einem Telefongespräch, erörterte. Er hat mir so ausführlich Auskunft gegeben, dass hier nur ein kleiner und gekürzter Auszug aus seinen Erklärungen zu einer Story verwendet wurde.

Sehr ungewöhnlich war es schon, als ich die CD in den Player schob, denn auf der Anzeige standen 44 Tracks. Diese sind unterteilt in 9 Kapitel. Was steht hinter dieser Einteilung?

– Es ist ein Song, der auf diesem Album ist. Es ist nämlich eine zusammenhängende Geschichte. Diese Einteilung ist ein Kompromiss zwischen mir und dem Label, denn die meisten Leute wollen auf der Anzeige ihres Players 10 oder 11 Songs stehen haben. Das Label war sehr geschockt, als ich ihnen mitteilte, dass es nur ein Song sei. Dieser geht aber über 43 Minuten. Sie sagten nur: Nicht schon wieder, denn das Album „Crimson I“ bestand ja schon aus nur einem Song. Ich kann es schon nachvollziehen, denn dieses Album hatte es sehr schwer sich zu verkaufen. Die meisten Vertriebe dachten, es handele sich um eine EP. Ich habe es mit meinen eigenen Augen in London gesehen, denn in einem Plattenladen stand „Crimson“ bei den Singles. Das war dann auch der Grund, dass ich dem einen Song 9 Untertitel gegeben habe. Es ist mir nicht ganz leicht gefallen, denn man unterteilt ja auch nicht einen Film in gewisse Kapitel. Durch die Unterteilung in 44 Stücke macht es dem Hörer einfacher in seine Favoriten zu springen. Es ist auch besser, denn sonst müsste man, um zu einer bestimmten Stelle wieder zu gelangen auf Null gehen. Deswegen war dies schon die beste Lösung gewesen.

Es macht das Hören auch wesentlich einfacher, denn man kann, wenn man sich 43 Minuten einen Song angehört hat, nicht mehr an gewisse Stellen erinnern.

– Richtig, denn man hat ja schon nach 10 Minuten Schwierigkeiten an gewisse Dinge zu erinnern. Es macht demzufolge auch das Navigieren einfacher. Es war aber nicht ganz einfach diesen Song in 44 Teile zu unterteilen, aber es macht viel Sinn. Die Plattenfirma hat sich dann auch auf diesen Kompromiss eingelassen. Hinzu kommt auch noch, dass man auf diese Weise auch den ein oder anderen Part auch als Download ins Internet stellen kann, ohne direkt den ganzen Song, oder besser gesagt, das komplette Album ins Netz zu stellen.

Deswegen ja auch die Frage, denn als ich mir das Album angehört habe, dachte ich nur, ist dies nur ein Song?

– Ja es ist definitiv ein Song. Das Album ist auch mehr als Film anzusehen, denn wenn man sich die Texte durchliest, ist die Story durchgehend. Aber mit diesem Kompromiss kann ich sehr gut leben.

Welche Geschichte steht denn hinter „Crimson II“?

– Die Story von „Crimson“ handelt von der Zeit, vor den Ägyptern. Zu dieser zeit wurde ein Kind geboren, welches das schönste Baby, ein Mädchen,  aller Zeiten war. Es besaß die schönsten Augen, die man sich nur vorstellen kann. Diese Augen waren wie Diamanten. Aber es besitzt eine gespaltene Persönlichkeit. Das kleine Mädchen wurde größer und irgendwann versucht es die Menschlichkeit, welches es eigentlich liebt zu zerstören. Im Grunde war das schöne Mädchen ein richtiges Biest. Nach mehr als tausend Jahren, etwa im Jahre 1930, kommt eine Nonne in eine Bibliothek und geht an einem Buch vorbei, welches flüstert: Lies mich, lies mich. Sie nimmt das Buch und verfällt in Trance beim Lesen des  Buches. Sie wird tausend Jahre nach der Geburt des wunderschönen Mädchens, an dessen Stelle zurückversetzt. Sie versucht dann das, was das Mädchen vor langer zeit angefangen hat, zu Ende zu führen. Dies ist aber nur eine kurze Erklärung der Geschichte. Trotz allem kann sich eine solche Story auch in der heutigen Zeit geschehen. Sie ist zwar mit viel Fantasie geschrieben, aber es geschehen heutzutage auch Sachen, welche man sich gar nicht vorstellen kann. Vielleicht werde ich auch noch „Crimson III“ schreiben.

Oder wie ich auf deiner Webpage gelesen habe „Odyssey“.

– Ich habe ein Projekt, mit dem ich eine EP veröffentlicht habe, welches sich um „Odyssey“ handelt. Mein Leben verläuft wie in einem Kreis. Im Moment bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich harten Metal mit cleanen Vocals mag. So in Richtung „Crimson II“. Ich denke, dies ist der nächste Schritt in meinem Schaffen Ich brauche für diese Sache aber einen Sänger, der wirklich eine powervolle Stimme besitzt und der in höhere Stimmlagen, wie z.B. Michael Kiske kommt. Das ist der nächste Schritt für mich.

Bleiben wir kurz beim Gesang. Du hast mit dem talentierten Growl-Sänger Roger Johannson einen guten Griff getan. Am Anfang wolltest du aber nur einige Parts singen, aber am Ende waren es fast 50% des Growl-Gesangs, welche von dir bewältigt wurde.

– Es war schon eine ziemlich harte Situation, denn ich fand immer, dass der Sound nicht so gut war mit meiner Stimme. Deswegen entschloss ich mich auch Roger zu verpflichten. Selbst meine Frau sagte, dass der Sound mit mir sehr schlecht klingen würde. Ich konnte mich nur bedanken. Aber ich konnte es schon nachvollziehen, denn mir gefiel es auch nicht. So kam es dann auch dazu, dass ich neben Roger auch noch Jonas Granvik mit an Bord nahm, denn es sollte schon ein spezielles Album werden. Als ich aber im Studio stand und die Riffs hörte, wurde ich zurückversetzt in die Anfangstage von EDGE OF SANITY und ich verspürte, wie meine Stimme immer besser wurde. Ich denke heute, dass ich nur das richtige Umfeld benötigte, um wieder dort anzuknüpfen, wo ich vor einiger zeit aufgehört habe. Es war ein richtiger magischer Moment für mich. Die beiden anderen Sänger saßen da mit ihren Kopfhörern und sagten nur: Gott sei dank, du bist zurück. Somit entschlossen wir uns dann als Team das Album einzusingen. Deswegen ist das Album allein durch den Gesang schon sehr abwechslungsreich und steht für mich als einzigartig da.

Ich mag auch den teilweise verträumten Sound kombiniert mit den Growl-Vocals. Er stellt schon etwas Besonderes dar. Jetzt aber zu einer anderen Sache. Ich habe in deinem Forum auf der Webpage die Frage gelesen, ob dies definitiv die letzte Scheibe von EDGE OF SANITY gewesen ist. Wie ist deine Erklärung dazu?

– Es ist definitiv die letzte EDGE OF SANITY-Scheibe. Es fällt mir schwer es zuzugeben, denn wenn ich jetzt verspreche, es gibt noch weitere Scheiben und breche dann mein versprechen, dann bin ich nicht mehr ich selbst. Deswegen sage ich jetzt, das ist die letzte Scheibe. Ich möchte keinen EDGE OF SANITY-Fan Hoffnung machen. Ich habe mich mit den alten Bandmitgliedern vor kurzem getroffen und haben über die „gute alte Zeit“ geplaudert, aber am Ende dieser Diskussion war mir klar, es gibt kein Weiterkommen mehr mit dieser Band. Wir werden einfach nicht mehr zusammen kommen. Es ist nicht meine Art, den Fans jetzt zu versprechen uns gibt es weiter und es kommen nur noch langweilige Alben, dann ist es besser, die Fans halten uns so in Erinnerung, wie wir einmal waren. So habe ich auch das Album alleine gemacht, denn ich habe immer schon von diesem Album geträumt und diesen Traum habe ich nun verwirklicht. Deswegen habe ich mich auch dazu entschlossen „Crimson II“ als Abschluss für EDGE OF SANITY zu sehen.

Es ist in jedem Fall besser, als irgendein Best-Of-Album zu veröffentlichen, denn von diesem Album haben die Fans wesentlich mehr.

– Das denke ich auch, denn mit diesem Album konnte EDGE OF SANITY noch einmal beweisen, dass sie wirklich für ihre Fans da waren. Deswegen war mir auch lieber ein solches Album zu veröffentlichen. Die meisten sind auch sehr glücklich mit dem Album. Auch die Reviews zum Album sind sehr gut. Das ist auch genau das, was EDGE OF SANITY nach all den Jahren verdient hat. Wir verabschieden uns würdevoll von der Szene. Ich bin auch stolz darauf, das die Resonanz so groß auf das Album ist. Ich liebe es auch Interviews zu führen. Ich beantworte E-Mail-Interviews während meiner Mittagspause auf der Arbeit. Ich freue mich auf jedes Interview, was ich am Telefon führen kann und ich verstehe manche Musiker nicht, die es hassen Interviews zu führen. Ich habe schon zu Beginn meiner Karriere gedacht, hoffentlich kann ich auch mal so viele Interviews führen und deswegen liebe ich es heute, die ganzen Gespräche zu führen. Es macht mich Stolz und bestätigt, dass ich richtig gehandelt habe.

Ich denke, dass es manches Mal auch sehr interessant ist, wenn du mit Leuten aus der ganzen Welt Interviews führen kannst.

– Das ist eine tolle Sache und ich freue mich auf jedes Interview. Es kann auch schon mal vorkommen, wie bei einem Interview mit einem Journalisten aus Kanada, das ein Gespräch fast drei Stunden dauert. Er fragte andauernd, langweile ich dich mit meinen Fragen? Ich konnte die Frage nur verneinen, denn es war mit eines der besten Gespräche, die ich jemals geführt habe. Es ist doch nicht langweilig für mich, wenn sich jemand für meine Band interessiert. Ich sollte doch stolz darauf sein, mit solchen Leuten reden zu dürfen. Für mich ist dieser Kontakt zu den Journalisten sowieso ziemlich wichtig, denn wer sonst, außer den Touren kann eine Band fördern. Ich werde immer den Kontakt zu den Medien halten wollen, denn dadurch ist für mich ein Traum wahr geworden. Die Leute interessieren sich für meine Musik und das ist doch das schönste Gefühl, was man sich denken kann.

Das war ein tolles Statement, das uns beweist, wie man wirklich denken sollte, denn es gibt doch noch Musiker, welche es als lästig ansehen, Interviews zu führen. Obwohl unser Gespräch „nur“ 30 Minuten dauerte, hätte ich eigentlich alles noch ausführlicher schreiben können. Aber das hebe ich mir für später auf, denn ich wäre stolz, mit Dan demnächst für die nächste Veröffentlichung wieder ein Interview zu machen.

http://www.danswano.com

Story: Gisela

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