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MOON DOC

MOON ‚DOC – Ein Gespräch mit den mystischen Ritter der Phantasie über ihr neues Album „Realm of Legends“

Neben Gitarrist Herman Frank (Victory, Accept) wollen sich bei dieser Gelegenheit auch Sänger Jürgen Wulfes und Bassist Frank Haase der neuen Besetzung bei euch vorstellen. Neben diesen sympathischen Junges um die 30, die mich so herzlich, locker und gutgelaunt begrüßen, sind auch Keyboarder Ozzy Pfeiffer und Schlagzeuger Fritz Randow bei dem aktuellen dritten Album neu bei MOON ´DOC dabei.

 

Doch wie kam es zu dem fast kompletten Line-up-Wechsel? Herman, der letzte der alten Moon’Docs, hat eine Erklärung für uns.

– Bereits bei der zweiten CD (Get Mooned) hatte sich herausgestellt, dass der Sänger (Chris Bay) und ich nicht mehr auf einer Wellenlinie lagen. Ich hatte eine mehr „metallische“ Richtung im Sinn mit einem anderen stimmlichen Volumen. Bevor man mit einem Sänger weitermacht, mit dem es nicht mehr klappt, muss man einfach einen Break machen. Ich scheue mich nicht, etwas Neues anzufangen. Der Sänger hat ebenfalls gleich zusammen mit dem ehemaligen Bassisten eine andere Band gegründet.

Zu eurem Namen MOON ´DOC: Hat das was mit Werwölfen zu tun? Sind dir bei dem dicken, runden Mond in den letzten Nächten lange Eckzähne gewachsen?

– Soweit kam’s Gott sei Dank nicht. Am Donnerstag war Vollmond, und am Mittwoch bin ich natürlich unruhig von einer Backe auf die andere gerutscht und musste mich mit Bier und Schnaps „beruhigen“. Am Morgen danach habe ich dann mit Kopfschmerzen festgestellt: „Oh Gott, es ist Mond… – Vollmond!“ Nein. Das ist mir schon öfter passiert in meinem Leben, wo ich nachher im Kalender nachgeguckt und festgestellt habe, dass dann gerade Vollmond war. Ich glaube, ich bin da schon ein wenig empfänglich dafür.

Der CD-runde Himmelkörper scheint auch einen leichten Einfluss auf die Texte von „Realm of Legends“ genommen zu haben. Diese scheinen zumindest recht mystisch zu sein?

– Ja, z. B. hat der Song „Point of no return“ einen mystischen Hintergrund. Es geht dabei um ein Buch, das mir ein Engländer mal gegeben hat. Dieses Buch hat sieben Siegel, sieben Kapitel mit Ritualen, an denen man beim Lesen teilnimmt. Wenn man einmal anfangen hat, das Buch zu lesen, ist man gezwungen, es bis zu Ende zu lesen. Hört man einfach irgendwo auf, wird einem ein Unglück widerfahren. Ich habe von jemandem gehört, der das wohl getan hat, und dieser ist wohl mit dem Auto gegen einen Baum gefahren – auf gerader Strecke. Ich jedenfalls habe das Buch lieber nicht gelesen.

Glaubst du allgemein an Übernatürliches?

– Daran glaube ich ganz sicher. Es gibt sicherlich Menschen, die Gedanken lesen können oder Vorausahnungen haben. Garantiert.

Auch an Horoskope oder Sternbilder?

– Weniger. Man weiß, dass sich die Sternbilder verschoben haben und dass nach unserer Zeitrechnung z. B. der „Steinbock“ im Januar ganz woanders wäre. Darum kann man an die Horoskope einfach nicht glauben.

Ist euer Song „Welcome to the show“ am Anfang eures Albums so eine Art Vorhang zum Eintritt in das Reich der Legenden und für eure mystischen Texte und Geschichten?

– Ja, so ein bisschen. Es ist als ein roter Faden gedacht, der sich durch die ganze Platte zieht. Als Idee fand ich es ganz toll, damit jeweils anzukündigen, was kommen wird.

Und worum geht’s bei dem Song „Iron Tears“?

– Da geht es um einen Maschinen-Menschen, einen Roboter, sozusagen.

Mein persönliches Lieblingsstück von euch ist „(In the Name of ) The Lord“.

Interessierst du dich für das Mittelalter?

– Ja. Damals gab es machtvolle Persönlichkeiten: Die Ritter und die Verfechter der Inquisition, die ich um Gottes Willen nicht verherrlichen möchte. Der Glaube war einfach interessant.

Besuchst du auch Ritterturniere, Mittelaltermärkte und andere Veranstaltungen aus dieser Zeit?

– Schon mein Leben lang. Wenn ich die Möglichkeit hätte, zu einer andreren Zeit wiedergeboren zu werden, wäre ich wahrscheinlich entweder Indianer oder Ritter. Ich mag einfach die Tugenden, die einem Ritter von damals zugesagt wurden.

Dann wärst du also ein guter Ritter und kein böser Ritter?

– Ich wäre ein voll und ganz guter Ritter, ein „Eisenherz“ oder ein „Lanzelot“, der erste Ritter der Tafelrunde, na klar. Den Burgfräulein würde ich mit der Gitarre etwas „live“ vorgeigen…

Also romantisch ist er auch?

– Na logisch, Mensch (lacht).

Du hast für deine Tochter das Instrumentalstück „Pour Ayleen“ geschrieben. Was möchtest du damit ausdrücken?

– Bestimmte Gefühle kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Ich finde, der Song ist ein guter Abschluss für unsere CD, weil gerade Kinder in ihrer Unverfänglichkeit, Unverdorbenheit und Offenheit mehr empfänglich sind für alles Mystische und für übernatürliche Sachen. Sie spüren z. B., ob du gut oder schlecht drauf bist oder ob du lügst. Das finde ich irgendwie schön.

Macht deine Tochter auch schon Musik?

– Sie spielt immer auf meiner Gitarre rum, leider sind das ganz andere Lieder, eher so was wie „Hänschen klein“. Aber da gebe ich ihr noch ein bisschen Zeit. Im Studio findet sie sich auch schon zurecht, dreht immer an den Knöpfen und so. Einmal hat eine Band die Chöre gemacht. Meine Tochter saß auf meinem Schoss und sagte irgendwann: „Die singen aber schief…!“ In dem Moment war gerade das Mikro an. Man erlebt schon die tollsten Sachen.

Wovon handelt der Song „Sun King“?

– Das ist ein Song aus der Zeit der Pharaos, die ja damals wie Götter verehrt wurden. Das muss eine unvorstellbare Welt gewesen sein, in dem der Glaube eine bedeutende Rolle gespielt hat. Es ist auch nicht alles im Detail geschichtlich belegbar. Das lässt natürlich viel Platz für Phantasie und Gefühle. Das finde ich gut.

Welche Filme siehst du gerne?

– Alles, was mit Phantasie zu tun hat; z. B. Abenteuerfilme wie „Jäger des verlorenen Schatzes“, Science-Fiction-Filme und so was wie „Akte X“. In jeder Geschichte oder Legende gibt es einen Funken Wahrheit, was sein könnte. Aber man weiß es nicht genau, und das macht das ganze so interessant.

Nimmst du auch daher deine Inspiration?

– Na klar. Aber ich lese auch sehr gerne, z. B. Bücher von Erich von Däniken und Butler (Science Fiction).

Nun haben wir die Chance, noch etwas über Jürgen Wulfes (30), der ausdrucksstarken Stimme von MOON ´DOC, zu erfahren. Wie kam es, dass du Sänger bei MOON ´DOC wurdest?

– Herman und ich kennen uns bereits seit „Ewigkeiten“, seit ca. 8 Jahren aus alten Victory-Tagen. Es hat sich halt so ergeben, dass wir nun auch zusammen spielen.

Welches sind seine Lieblingssongs von „Realm of Legends“?

– Eigentlich mag ich alle. „Welcome to the show“ und „In the name of the Lord“ finde ich ganz gut. Ich bin da aber nicht so festgelegt.

Und wie kam Bassist Frank Haase zu MOON ´DOC?

– Ich bin eigentlich recht spät dazugekommen, wo der Studioteil schon lief. Die Stücke gefallen mir sehr gut. Darum habe ich auch gleich zugegriffen, als dann die Anfrage kam. Alles Weitere werden wir sehen.

Euer Drummer (Fritz Randow) spielt ja auch bei SAXON. Würde er bei einer Tour überhaupt bei euch spielen können?

– So weit es geht, werden wir mit ihm zusammenarbeiten. Er hat auch große Ambitionen zu MOON ‚DOC, zumal er und Herman sich auch schon Jahre kennen. Er hat auch großen Spaß an unserer High-Tech. Aber wahrscheinlich werden wir jemanden dazu nehmen, da „Saxon“ ja eine ganze Menge macht.

Das Schlusswort gilt Herman – Stichpunkt „Tour“. Ist da schon was geplant?

– Wir sind ein bisschen spät rausgekommen, sonst hätte das vielleicht mit den Sommerfestivals noch geklappt. Es kann sein, dass wir in Skandinavien zusammen mit Thin Lizzy, Glen Hughes und Michael Schenker spielen. Des Weiteren wäre im Herbst zusammen mit Axel Rudi Pell ein ganz gutes „Package“.

Wir würden uns freuen!

Story: Reimund Sander

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