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AFTER FOREVER

1995 haben sie sich gefunden – AFTER FOREVER – jedoch nicht unter ihren jetzigen Bandnamen, sondern unter Apocalypse. Sie fanden diesen Namen nicht besonders originell und nannten sich bald darauf  AFTER FOREVER. Ihre Besetzung veränderte sich zwischen 1995  bis 1997 ebenfalls. Zu jetzigen Formation gehören Floor Janson (Soprano), Mark Janson (Guitars, screms) Sander Gommans (Guitars, grunts) Jack Driessen (Synth), Luuk van Gerven (Bass) und Joep Beckers (Drums). Jetzt ist ihr erstes Album erschienen „Prision Of Desire“ – Heavy Metal kombiniert mit Klassik. Ich sprach mit Mark über das neue Album.

 

Euer Bandname ist wie entstanden?

– Wir suchten nach einem besonderen Namen. Einer unserer Gitarristen hört sehr oft Black Sabbath und ein Song von ihnen heißt „After Forever“. Wir fanden diesen Namen auf Anhieb gut und nannten uns von da an AFTER FOREVER. Ich finde dieser Name klingt einfach super.

Die Kombination von Metal und Klassik ist nicht neu. Was inspirierte euch, ebenfalls diesen Musikpfad einzuschlagen?

– Als wir uns 1995 formierten, da stand es für uns fest, dass wir auf jeden Fall Metal mit Klassik-Einfluss produzieren wollten. Allerdings konnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht besonders gut mit unseren Instrumenten umgehen. Also beschlossen wir es zu erlernen. Nachdem wir so weit waren, begannen wir Songs zu schreiben. Jetzt haben wir endlich unser erstes Album „Prision  Of Desire“ fertiggestellt.

Wie lange habt ihr für die Produktion eures Albums gebraucht?

– Wir spielten die Songs ein; drei Wochen später wurde es produziert. Allerdings brauchten wir sehr viel Zeit die Songs zu schreiben – zwei Jahre.

Zwei Jahre? Das ist eine lange Zeit!

 – Ja. Da waren einige Texte, die waren in ein paar Wochen fertig, aber andere Song-Parts oder Sätze habe ich immer wieder neu kreiert, und das kostete sehr viel Zeit.

Du schreibst alle Texte?

– Für die meisten Texte war ich verantwortlich – vier Songs sind von Floor.

Habt ihr euer Album selbst produziert?

– Nein. Wir sorgten dafür, dass unser Album für die Produktion vorbereitet war. Als wir mit unserem Album begannen, da haben wir uns gedacht, dass es besser ist, wenn die Produktion von den Leuten gemacht wird, die über die meiste Erfahrung verfügen. Für uns war es Neuland und es hätte uns auch zu stark in unserem Schaffen unterbrochen. Aber wir haben für unser nächstes Album eine Menge dazugelernt.

Es ist eine interessante Mischung: die klare, helle Stimme von Floor und deine tiefe, harte Stimme.

– Es war unser Wunsch progressive, harte Songs neben ruhigen Songs zu produzieren – eine spannende Sache: die Aggressivität neben der Sanftheit. Diese Mischung: die hellen Stimme von Floor, das Stöhnen von Sander und mein Schreien, ich finde das passt ausgezeichnet zusammen. Ich denke, es wird auch interessanter für den Zuhörer.

Auf eurem Album „Prision Of Desire“ habt ihr für den Klassik-Part Sänger/innen  aus den Bereichen, Sopran – Alt – Tenor – Bass, eingesetzt. Wie war die Zusammenarbeit?

– Das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Die vier Sänger/innen haben sich mit dieser Art von Musik bisher noch nicht beschäftigt. Sie waren positiv überrascht. Für uns war es ebenso interessant, mit Musikern aus dem klassischen Bereich zusammen zu arbeiten.

Was war das für ein Gefühl an diesem Album zu arbeiten?

– Unser Gefühl? … gut, wir hatten Songs, die nicht so einfach liefen, bei denen wir unsere Probleme hatten, aber ich denke das wird jede Band betreffen. Allerdings hatten wir etwas Pech mit einer unserer Gitarren. Als wir im Studio waren, da war sie plötzlich kaputt. Aber wir waren deshalb nicht wie gelähmt vor Schock. Wir orderten eine neue Gitarre und konnten mit einem positiven Gefühl weiter arbeiten. Wir arbeiteten sehr hart an unserem Album, und wir haben alle daran geglaubt, dass dieses Album ein gutes Album wird, auch unser Produzent. Jeder gab uns ein positives Gefühl.

Das Cover von „Prision Of Desire“ ist sehr prägnant. Eine Mischung von kalten und warmen Farbtönen (blau, schwarz neben rot, braun und gelb) Ist das die Umsetzung eurer Musik und der Texte?

– Das Design unseres Covers ist die Umsetzung unserer Ideen. Wir wollten den Unterschied zwischen

Aggressivität und Stille aufzeigen. Wir gaben unsere Ideen weiter an Carsten Drescher, der das Cover-Design entwickelte. Und wir finden, es ist ihm gelungen. Es ist interessant für uns, wie Außenstehende empfinden, wenn sie das Cover sehen und anschließend die Musik hören. Die Farbtöne kalt und warm spiegeln sich in unserer Musik wieder – der Kontrast zwischen aggressiver und sanfter Musik. Wir finden, dass das gesamte Outfit des Cover-Buchs die gleiche Atmosphäre hat, wie unsere Texte und Musik.

Das finde ich auch. Eure Texte haben eine gewisse Düsterheit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit. Ist das für euch ein Spiegelbild der Menschen?

– Ich denke, wir leben in einer Welt, in der jeder für sich lebt. Viele Menschen fühlen sich allein und sind allein, zum Teil auch hervorgerufen durch das Internet. Viele Kontakte zu anderen Menschen entstehen über E-Mail. Sie interessieren sich kaum noch für andere. Die Menschen sind mitunter sehr egoistisch. Und das ist dieses negative Gefühl, das ich so nicht akzeptieren will. Das ist mein Bild von der Welt. Aber ich habe die Hoffnung, dass es sich in der Zukunft ändern wird. – Wir versuchen mit unseren Texten das Positive zu finden. Wir brauchen die dunkle Seite um die positive Seite zu kreieren. Viele der Songs entstanden in einer Zeit in der ich sehr wütend war oder in einer Zeit in der ich sehr depressiv war. Wenn es mir super geht, habe ich Probleme Texte zu schreiben.

Fühlst du dich dann besser?

– Meistens fühle ich mich dann schlimmer als vorher. Ich habe danach das Gefühl, als wenn ich leer wäre. – Ich habe für unser Album „Prision Of Desire“ eigentlich genau das geschrieben, was ich schreiben wollte.

Woher nimmst du deine Inspiration für die Texte.

– Den größten Teil meiner Inspiration bekomme ich aus dem Fernsehen – vorwiegend aus den Nachrichten. Natürlich finde ich auch Ideen auf der Straße – durch die Menschen, eigentlich durch alles was ich sehe. Texte zu schreiben ist für mich mit dem Hausbau vergleichbar. Es entsteht Stück für Stück, genauso wie meine Texte. Manchmal zerstöre ich meine Texte wieder um sie neu zu gestalten.

Dann wollen wir hoffen, das AFTER FOREVER auch in Zukunft viele gute Ideen für Songs hat, und ihnen wieder ein so hörenswertes Album gelingt wie „Prision Of Desire“.

Story: Gabi Peiter

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