D-A-D
Ziemlich kurzfristig erfuhr ich, dass D:A:D mit ´Soft Dogs´ ein neues Album veröffentlichen. Ebenso schnell bekam ich auch die Möglichkeit mit Stig Pedersen über das neue Album zu philosophieren. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass ´Soft Dogs´ ein wenig ruhiger ausgefallen sein soll. Aber dieses sind wir ja von den Dänen gewöhnt, sie wiederholen sich nun mal nicht. Aber nun zu den Fakten, die ich von Stig zu den jeweiligen Themen bekam.
Bevor ich auf das neue Album eingehen möchte schweifen wir noch einmal kurz ins Jahr 2000. Ihr habt bei den „Danish Grammy Awards“ viermal Gold erhalten. In welchen Kategorien wart ihr denn siegreich?
– Wir haben gewonnen als beste Band, bestes Album und bester Sänger. Der letzte Award fällt mir im Moment nicht ein, aber ich denke (und Stig lacht) es war bester Bassist. Nein, das war nur Spaß, aber es fällt mir leider im Moment nicht ein. Dieses Jahr sind wir nur bei den Awards aufgetreten, denn wir hatten zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht das Album veröffentlicht. Vielleicht werden wir denn im nächsten Jahr für ´Soft Dogs´ nominiert.
War es das erste Mal, dass ihr einen Grammy gewonnen habt?
– Nein, denn wir haben schon einige Grammys in den vergangenen Jahren erhalten. Aber es war schon sehr beeindruckend, dass wir fast alle gewonnen haben, bei denen wir auch nominiert waren. Diese Auszeichnungen sind aber jetzt nicht so wichtig für die Fans um nun die Alben zu kaufen, aber für uns ist es schon eine große Ehre.
Kommen wir doch nun zum neuen Album. Es heißt ´Soft Dogs´. Warum?
– Ich hatte die Idee zu diesem Titel, denn man konnte regelrechte Wörterspiele mit diesem Titel herleiten. Ich fand dieses ziemlich lustig, was die anderen in der Band nicht so empfanden. Ich bin der Meinung man kann den Titel auch ziemlich gegensätzlich auslegen. Das bezieht sich nun nicht auf die Songs im Allgemeinen, denn mit Stücken wie z.B. ´Whats The Matter´ sind auch klassische alte D:A:D Hardrock-Songs auf dem Album vertreten. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir in den vergangenen Jahren ´softer´ in Bezug auf das Songwriting geworden sind, worunter aber jetzt nicht die Power und die Energie, welches man den Lieder anmerken kann, leiden musste.
Ich finde persönlich auch, dass die Stücke sehr vielseitig ausgefallen sind, denn es gibt Sounds aus den Anfangstagen und moderneres zu hören.
– Als wir mit dem Songwriting begannen, war uns schon klar, dass es Songs sein mussten, die man sich von Anfang bis Ende anhören kann. Es ist keinem damit gedient, wenn man beim Anhören von Songs immer welche überspringen muss, weil sie einem nicht gefallen. Dies ist aber nicht so leicht, denn Geschmäcker sind nun mal verschieden. Deswegen war uns die Anordnung auch sehr wichtig. Auf den früheren Alben gab es meistens immer zwei softere Songs und dann kam ein ziemlich harter Song, für unsere Verhältnisse. Das ist uns auch manches Mal übel genommen worden. Diesen Fehler wollten wir auf ´Soft Dogs´ nicht mehr machen.
Wenn ich mir euer Cover anschaue, sehe ich eine gewisse Ähnlichkeit mit euch. Ist das richtig?
– Ja das sind wir. Als ich mit dem Titel ankam, war uns sofort klar, dass unser Cover dies auch widerspiegeln sollte. Wir kontakteten unser Grafiker, der schon das Bild für ´Everything Glows´ gemacht hatte und unterbreitetem ihm unsere Idee. Er machte sich auch sofort an die Arbeit und innerhalb eines Monats, während wir in Los Angeles weilten, war das Cover fertig gestellt. Wichtig war uns, dass das Cover diesen altertümlichen Touch bekam, welches sehr gut zum Ausdruck gebracht wurde. Die Hunde charakterisieren uns exakt und ich glaube, dass man uns sehr gut auf dem Cover erkennen kann.
Das Cover sieht wirklich exzellent aus und ich habe es jedenfalls geschafft alle Bandmitglieder auf dem Cover zu erkennen. Kommen wir aber noch einmal zum Songwriting zurück. Ich habe gelesen, dass ihr das Schreiben von Songs als „Sofa-Rehearsal“ bezeichnet. Ist das Songwriting so einfach für euch oder wie ist dieser Ausdruck zustande gekommen?
– Nein, einfach ist es nicht gerade, aber wir haben in Dänemark einen ziemlich großen Proberaum zur Verfügung. Dieser befindet sich in einer riesigen Schiffswerft, wo früher Schiffe gebaut wurden. Deswegen sind die Räume riesig groß und wurden von uns sehr gemütlich eingerichtet. Es ist schon sehr entspannend in einer solchen Umgebung Songs zu schreiben, obwohl einige Songs auch auf meiner Couch in meinem Wohnzimmer und in Los Angeles entstanden sind. Als wir uns in Los Angeles aufhielten nahmen in den Studios, wo wir uns befanden gerade neben uns die RED HOT CHILI PEPPERS ihr neues Album auf. Noch eine Tür weiter recordete ein Musiker von den RAMONES sein neues Album. Das war schon ein fantastisches Feeling, was dort herrschte. So gingen wir vom Sofa nach Los Angeles, im wahrsten Sinne der Worte.
Warum seid ihr denn gerade nach Los Angeles gegangen?
– Wir brauchten ein wenig neue Inspirationen. Kopenhagen ist im Winter nicht besonders schön, denn es ist doch sehr kalt. Da kann einem passieren, dass die Songs wesentlich düsterer ausfallen und das wollten wir nicht riskieren.
Euer neuer Drummer Laust Sonne ist ja jetzt auch voll mit in die Band intrigiert und war auch beim Songwriting mit beteiligt.
– Richtig, obwohl er nicht mehr fest in eine Band mehr sein wollte, denn er hat doch einige schlechte Erfahrungen gemacht. Zu den ersten Gigs, haben wir ihn noch nach den Konzerten ausbezahlt, aber mit der Zeit, wollte er dies nicht mehr, denn er fühlte sich wohl bei uns. Deswegen war er auch zu 100% am Songwriting mit beteiligt.
Bei eurer letzten Tour hattest du keinen neuen Bass. Wie sieht es denn bei der diesjährigen Tour aus, die euch ja schon im April nach Deutschland führt?
– Ich habe für diese Tour keinen neuen Bass. Ich habe mich dafür entschieden, die alten wieder zu nehmen. Ich habe sie restauriert und warum sollte ich mir denn neue anfertigen lassen, denn sie sehen jetzt mit den neuen farblichen Veränderungen ziemlich cool aus.
Für diese diversen Kleinigkeiten bei ihrer Bühnenausstattung, wie die riesengroße Colaflasche beim Album ´Simpatico´ oder dem großen Wohnzimmer bei ´Bad Craziness´, sind D:A:D ziemlich bekannt. Ich habe vor kurzem gelesen, dass ihr diese Requisiten in einem „D:A:D-Cafe“, welches von euch eröffnet werden soll im Stil eines Hardrock-Cafes, ausstellen wollt?
– Das war eine originale Idee von mir. Ich habe meine ganzen Sachen, wie Bässe und Klamotten noch zu Hause. Das Problem ist nur, dass Jacob seine ganzen Klamotten verkauft hat. Aber trotzdem sind noch genug an Requisiten vorhanden, wie die großen Buchstaben und die riesige Gräte vom Album ´Helpyourselfish´, oder aber auch die riesengroße Couch von damals. Wir haben diese Idee immer noch und ich denke, dass wir sie irgendwann einmal in die Tat umsetzen werden.
Dann werde ich mit Sicherheit einer der ersten Besucher dieses D:A:D-Cafes sein, denn die Sachen von D:A:D waren schon sehr originell. Über das neue Bühnen-Outfit wollte Stig nur so viel verraten, dass seine Mutter ihm etwas ganz ausgefallenes gestrickt hätte. Wir werden es im April sehen.
Story: Gisela
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